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Antifa-Razzia in Connewitz richtete sich gegen Verdächtige im Fall Lina E.


Antifa-Razzia in Connewitz richtete sich gegen weitere Verdächtige

  • Jonas Mueller-Töwe
Von Jonas Mueller-Töwe

Aktualisiert am 17.08.2022Lesedauer: 2 Min.
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Polizisten in Leipzig-Connewitz: Die Razzia gegen mutmaßliche Mitglieder einer linken Gruppe begann in den frühen Morgenstunden.Vergrößern des Bildes
Polizisten in Leipzig-Connewitz: Die Razzia gegen mutmaßliche Mitglieder einer linken Gruppe begann in den frühen Morgenstunden des 15. Juni. (Quelle: NEWS5/DESK)

Im Prozess gegen die mutmaßliche Nazi-Jägerin Lina E. hat ein Insider ihr Umfeld schwer belastet. Offenbar wird eine Zeugin nun zur Verdächtigen.

Der Prozess gegen die Studentin Lina E., die mit weiteren angeklagten Linksautonomen Jagd auf ebenfalls gewaltbereite Neonazis gemacht haben soll, ging bislang schleppend voran. Umso spektakulärer mutete eine Razzia Mitte Juni an, über die bislang wenig Details bekannt wurden. Damals rückte die Polizei nach Leipzig-Connewitz aus, um im Zusammenhang mit dem laufenden Prozess – so viel bestätigte der Generalbundesanwalt – zwei Objekte zu durchsuchen. Ein Kronzeuge aus der Gruppe hatte angeblich die Grundlage dafür geschaffen. Wenig später sagte er auch vor dem Oberlandesgericht Dresden aus.

Informationen von t-online zufolge richteten sich die Durchsuchungen gegen eine Frau aus dem Umfeld von Lina E., die bislang im Prozess als Zeugin auftrat, im Verfahren der Bundesanwaltschaft nun aber als Beschuldigte geführt wird. Vor Gericht hatte sie die Aussage verweigert und dafür sogar ein Ordnungsgeld in Kauf genommen. Die Durchsuchung sollte Beweismittel unter anderem in ihrer Wohnung sichern. Auf Anfrage von t-online wollte sich der Generalbundesanwalt nicht dazu äußern.

Die Ermittler gehen aber den Recherchen zufolge davon aus, dass die Frau namens K. gemeinsam mit Lina E. einen der Angriffe vorbereitete, indem sie den Neonazi S. Anfang August 2018 in Wurzen observierte. Sie werfen ihr Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung vor. In Wohnung und Autos der Verdächtigen suchten sie deswegen nach verwendeter Kleidung und Ausrüstung, Speichermedien, Fotos, Videos und schriftlichen Unterlagen. Aus einem Beschluss des Bundesgerichtshofs geht hervor, dass zahlreiche Gegenstände vorläufig sichergestellt wurden.

Am 30. Oktober 2018 hatten mehrere Personen den Neonazi S. mit Pfefferspray sowie Hämmern attackiert und schwer verletzt. Bei Lina E. gefundene Fotos sollen die vorausgegangene Observation belegen. Sie seien aus einem Firmenfahrzeug heraus aufgenommen worden, auf das K. durch ihre Berufstätigkeit Zugriff hatte. Weiter werde K. durch Zeugenaussagen dahingehend belastet, eine weitere Observation eines Neonazis in Leipzig vorgenommen zu haben. In diesem Fall kam es aber nicht zu einem tatsächlichen Angriff.

Einigen der mutmaßlichen Opfer wird seitens der Bundesanwaltschaft ebenfalls die Bildung krimineller und terroristischer Vereinigungen vorgeworfen. Der mehrfach angegriffene Neonazi Leon R. gilt als Rädelsführer der Gruppe "Knockout51", die laut Generalbundesanwalt einen "Nazikiez" in Eisenach errichten wollte. Mitglieder seien Streife gelaufen und hätten gezielte Körperverletzungen gegen politische Gegner geplant. R. gilt auch als Beschuldigter im Verfahren um die "Atomwaffendivision", die jahrelang in Deutschland Terrordrohungen verbreitete. Recherchen von t-online hatten ihn frühzeitig als einen möglichen Verdächtigen identifiziert. Auch über das Ermittlungsverfahren des Generalbundesanwalts berichtete t-online exklusiv.

Update 17.8.2022, 14.16 Uhr: In einer früheren Version des Artikels wurden der Prozess gegen Lina E. als "Terrorprozess" und die neue Beschuldigte als "Terrorverdächtige" bezeichnet. Der strafrechtliche Vorwurf ist allerdings die Bildung einer kriminellen Vereinigung. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
  • Bundesgerichtshof: Beschluss StB 29/22 vom 20.7.2022
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