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Video zeigt rabiaten Zugriff: Weiter Proteste nach eskalierter Abschiebung in Leipzig


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Video zeigt rabiaten Zugriff: Weiter Proteste nach eskalierter Abschiebung in Leipzig

Von t-online, anra

16.09.2022Lesedauer: 2 Min.
Protest gegen die Abschiebung von Mohammad K.: Vor der Uniklinik in Leipzig haben sich am Freitag etwa 100 Menschen versammelt.
Protest gegen die Abschiebung von Mohammad K.: Vor der Uniklinik in Leipzig haben sich am Freitag etwa 100 Menschen versammelt. (Quelle: NEWS5)
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Nach der Eskalation bei einer Abschiebung brodelt es weiter in Leipzig. Nun ist ein Video vom rabiaten Polizeizugriff auf den Geflüchteten aufgetaucht.

Seit Freitagmorgen wird vor der Universitätsklinik in Leipzig demonstriert. Im Klinikum liegt Mohammad K., ein jordanischer Staatsbürger, der am vergangenen Dienstag abgeschoben werden sollte.

Die Abschiebung eskalierte, als K. sich selbst verletzte und drohte, aus dem Fenster zu springen. Anschließend verbarrikadierte er sich in seiner Wohnung. Die Polizei setzte daraufhin Spezialkräfte ein. Zahlreiche Menschen kamen K. zur Hilfe und demonstrierten vor seinem Haus gegen die Abschiebung des 26-Jährigen (t-online berichtete).

Schließlich sicherte die zuständige sächsische Landesdirektion schriftlich zu, dass K. an diesem Tag nicht abgeschoben werden würde. Ein Kommunikationsteam des LKA sprach mit K., um die Situation zu deeskalieren. Als K. später tatsächlich freiwillig die Tür öffnete und herauskam, wurde er von Polizeikräften niedergeworfen und in einen Krankenwagen gebracht.

Leipzig: Video zeigt rabiates Vorgehen der Spezialkräfte

Am Donnerstag tauchte ein Video dieses Zugriffs auf, das angeblich von K.s Nachbarin aufgenommen wurde. Es zeigt das rabiate Vorgehen der Spezialkräfte, nachdem K. seine Wohnung verlassen hatte.

Unmittelbar nach dem Einsatz am Dienstag hatte ein Polizeisprecher gegenüber t-online noch beteuert, dass es keinen Zugriff der Polizei gegeben habe: "Es gab keinen Zugriff. Der Betroffene hat die Tür selbst geöffnet. Anschließend wurde er von Beamten zum Rettungswagen gebracht", sagte Polizeisprecher Chris Graupner am Dienstag zu t-online.

In dem Video sieht man nun, wie Polizeikräfte Mohammad K. mit den Worten "Holen Sie mal Ihren Hund. Alles gut, alles gut" von der Wohnungstür weglocken und sich dann mit Gebrüll auf den verletzten Mann stürzen.

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Seitdem liegt Mohammad K. im Universitätsklinikum in der Leipziger Liebigstraße, wo seine Verletzungen behandelt werden. Dort formiert sich nun neuer Protest, nachdem zusätzlich bekannt wurde, dass gegen K. Haftbefehl erlassen wurde.

Offenbar soll er die Zeit bis zu seinem nächsten Abschiebetermin in Abschiebungshaft in Dresden verbringen. Das Amtsgericht Dresden erließ am Donnerstag einen entsprechenden Haftbefehl.

Flüchtlingsrat: K. sei Paradebeispiel für "gelungen integriert"

Dabei sei K. gut integriert gewesen, sagte der Sächsische Flüchtlingsrat: "Mohammad K.s Fall ist eigentlich ein Paradebeispiel für das, was Konservative als ‚gelungen integriert‘ bezeichnen würden", erklärte Paula Moser vom Flüchtlingsrat in einem Statement.

Der 26-Jährige soll in einer Leipziger Bäckerei gearbeitet haben und dort sogar Schichtleiter gewesen sein. Eine Ausbildung, die ihm angeboten worden sei, habe er nur wegen seines Abschiebestatus nicht antreten können.

Mehrere Initiativen fordern nun "Bleiberecht für Mohammad K." und riefen zu Demonstrationen in Leipzig und vor der Abschiebehaftanstalt in Dresden auf. Dem kamen in Leipzig etwa 100 Menschen nach.

Demonstranten wollen Abschiebehaft von K. verhindern

Eigentlich sollte K. am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen werden und eine spezielle Abschiebehaftanstalt nach Dresden gebracht werden. Dies versuchten die Demonstranten nun abermals zu verhindern.

Am Freitagnachmittag wurde bekannt, dass K. jedoch nicht mehr am selben Tag das Krankenhaus verlässt. Er liegt dort weiter unter Polizeibewachung. Die Demonstranten werden wohl einen weiteren Tag vor dem Krankenhaus ausharren müssen.

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Verwendete Quellen
  • Reporter vor Ort
  • Eigene Recherchen
  • Sächsischer Flüchtlingsrat: "PM: Der Fall Mohammad K."
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