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Corona-Protest in Leipzig: Demonstranten bremsen "Querdenker"-Autokorsos aus

Corona-Protest in Leipzig  

Demonstranten bremsen "Querdenker"-Autokorsos aus

07.03.2021, 09:03 Uhr | dpa

Corona-Protest in Leipzig: Demonstranten bremsen "Querdenker"-Autokorsos aus. Gegendemonstranten mit Fahrrädern blockieren die Route eines Autokorsos von Kritikern der Corona-Maßnahmen: Mehr als 1.000 Menschen beteiligten sich nach Polizeischätzungen an den verschiedenen Aktionen unter dem Motto "Querdenken ausbremsen". (Quelle: dpa/Jan Woitas)

Gegendemonstranten mit Fahrrädern blockieren die Route eines Autokorsos von Kritikern der Corona-Maßnahmen: Mehr als 1.000 Menschen beteiligten sich nach Polizeischätzungen an den verschiedenen Aktionen unter dem Motto "Querdenken ausbremsen". (Quelle: Jan Woitas/dpa)

An den Protest gegen die Corona-Maßnahmen in Leipzig haben sich deutlich weniger Menschen beteiligt, als zunächst erwartet. Hunderte Gegendemonstranten stellten sich den "Querdenker"-Autokorsos entgegen.

Der Protest von Gegnern der Corona-Politik ist in Leipzig viel kleiner ausgefallen als angekündigt. Zugleich stießen die Autokolonnen aus mehreren Städten Sachsens und Sachsen-Anhalts am Samstag auf breiten Widerstand.

Hunderte Demonstranten waren auf Fahrrädern in der Stadt unterwegs, um sich auf und entlang der Routen zu postieren. Die Polizei schätzte die Teilnehmer der verschiedenen Aktionen unter dem Motto "Querdenken ausbremsen" auf mehr als 1.000. Nach Blockaden auf einer der Routen musste einer der Autokorsos mit etwa 160 Fahrzeugen umgeleitet werden – er war erst mit mehr als zweistündiger Verspätung im Stadtteil Grünau gestartet.

Zahlreiche Fahrzeuge stehen vor Beginn eines Autokorsos auf einem Parkplatz an der Autobahn 4: Die Teilnehmer wollten in Leipzig gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren. (Quelle: dpa/Sebastian Kahnert)Zahlreiche Fahrzeuge stehen vor Beginn eines Autokorsos auf einem Parkplatz an der Autobahn 4: Die Teilnehmer wollten in Leipzig gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa)

Heftige Gegenproteste in Halle 

In der Stadt waren für Samstag rund 1.000 Fahrzeuge in mehreren Autokorsos angemeldet worden. Doch letztlich konnten die Initiatoren weit weniger Unterstützer mobilisieren. Die Polizei sprach von etwa 350 Autos. Sie waren in Begleitung der Polizei unter anderem aus Naumburg, Dresden und Limbach-Oberfrohna (Landkreis Zwickau) nach Leipzig gefahren. An ihre Autoscheiben hatten sie Plakate geheftet, auf denen sie ihren Unmut etwa gegen die Impfungen äußerten. Laut Polizei hatten mehrere Teilnehmer an dem Startpunkt in Leipzig-Grünau ihre Autokennzeichen abgeklebt. Dagegen seien die Einsatzkräfte vorgegangen, hieß es.

Eine Teilnehmerin eines Autokorsos klebt auf einem Parkplatz an der Autobahn 4 ein Schild mit der Aufschrift "Impfen tötet" auf die Heckscheibe eines Fahrzeugs: An den Protest-Korsos beteiligten sich deutlich weniger Menschen als erwartet. (Quelle: dpa/Sebastian Kahnert)Eine Teilnehmerin eines Autokorsos klebt auf einem Parkplatz an der Autobahn 4 ein Schild mit der Aufschrift "Impfen tötet" auf die Heckscheibe eines Fahrzeugs: An den Protest-Korsos beteiligten sich deutlich weniger Menschen als erwartet. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa)

Nach heftigem Gegenprotest war ein solcher Autokorso am Vormittag in Halle beendet worden. Etwa 100 Menschen verhinderten teils mit Gewalt, dass sich die Fahrzeuge in der Stadt überhaupt versammeln konnten, wie eine Sprecherin der Polizei Halle mitteilte. Die Polizei habe "Maßnahmen" gegen die Gegendemonstranten ergriffen. Auf beiden Seiten sei es zu Sachbeschädigungen gekommen, hieß es. Ein weiterer Konvoi in Plauen wurde laut Polizei vom Veranstalter am Vormittag abgesagt. Hierfür waren der Versammlungsbehörde rund 200 Teilnehmer avisiert worden. Wegen der hohen Corona-Inzidenz im Vogtland war für ihn nur eine Strecke in der Region genehmigt worden.

Hunderte Gegendemonstranten auf Fahrräder und Motorrädern

In Leipzig hatte ein Bündnis aus Vereinen, Initiativen, Parteien und Gewerkschaften dazu aufgerufen, sich den Gegnern der Corona-Maßnahmen entgegenzustellen. Aus verschiedenen Stadtteilen hatten sich Demonstranten per Fahrrad und Motorrad auf ins Zentrum zu einer Kundgebung auf dem Augustusplatz gemacht. Irena Rudolph-Kokot vom Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz. Der Zustrom sei so groß gewesen, dass Teilnehmer weggeschickt werden mussten. Sie sprach von mehr als 1.500 Menschen.

Ein gepanzertes Fahrzeug der Polizei fährt an der Leipziger Messe entlang, in der sich ein Impfzentrum befindet: Wegen Demos gegen die Corona-Maßnahmen und geplanten Gegenaktionen hatte sich die Polizei auf einen Großeinsatz vorbereitet. (Quelle: dpa/Sebastian Willnow)Ein gepanzertes Fahrzeug der Polizei fährt an der Leipziger Messe entlang, in der sich ein Impfzentrum befindet: Wegen Demos gegen die Corona-Maßnahmen und geplanten Gegenaktionen hatte sich die Polizei auf einen Großeinsatz vorbereitet. (Quelle: Sebastian Willnow/dpa)

Die Polizei war mit einem Großaufgebot in der Stadt im Einsatz, auch damit sich die Geschehnisse vom November nicht wiederholen. Damals war eine Demonstration von Kritikern der Corona-Maßnahmen aus dem Ruder gelaufen und hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Mehrere zehntausend Teilnehmer hatten sich in der Innenstadt versammelt und reihenweise gegen Corona-Auflagen verstoßen. Als die Stadt die Versammlung auflöste, erzwangen die Demonstranten einen Marsch über den Leipziger Innenstadtring, obwohl das verboten war.

Das Konzept ist dieses Mal offensichtlich aufgegangen. Es habe keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben, hieß es am Abend aus der Pressestelle der Polizeidirektion Leipzig. Bei dem Einsatz waren auch Polizisten aus anderen Bundesländern sowie Hubschrauber im Einsatz; am Impfzentrum der Stadt war ein gepanzertes Fahrzeug stationiert.

Verwendete Quellen:

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