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Bundestagswahl in Sachsen: Wahlbeteiligung von 116 Prozent – wie kann das sein?

Bundestagswahl in Sachsen  

116 Prozent Wahlbeteiligung – wie kann das sein?

30.09.2021, 16:20 Uhr | t-online, mtt

Bundestagswahl in Sachsen: Wahlbeteiligung von 116 Prozent – wie kann das sein?. Stimmzettel und Briefwahlunterlagen zur Bundestagswahl 2021: In einigen Gemeinden Sachsens kam es zu ausgewiesenen Wahlbeteiligungen von über 100 Prozent. (Quelle: imago images/3S PHOTOGRAPHY)

Stimmzettel und Briefwahlunterlagen zur Bundestagswahl 2021: In einigen Gemeinden Sachsens kam es zu ausgewiesenen Wahlbeteiligungen von über 100 Prozent. (Quelle: 3S PHOTOGRAPHY/imago images)

In sozialen Netzen werden Screenshots vom Bundestagswahlergebnis in der sächsischen Gemeinde Panschwitz-Kuckau geteilt: Dort lag die Wahlbeteiligung bei 115,7 Prozent. Viele fühlen sich an die DDR erinnert.

"Erich wäre neidisch und stolz zugleich gewesen auf ein derartiges Ergebnis", findet ein Facebook-User. Ein anderer schreibt: "115 Prozent gab‘s nicht mal in der DDR."

Stein des Anstoßes ist das auf der Seite von Sachsens Landeswahlleiter veröffentlichte Bundestagswahlergebnis für die Gemeinde Panschwitz-Kuckau im Landkreis Bautzen. Die dort veröffentlichten Zahlen sind tatsächlich irritierend – allerdings nur auf den ersten Blick.

255 mehr Wähler als Wahlberechtigte: Die Erklärung steht in einer Fußnote, wurde aber von vielen nicht verstanden. (Quelle: Screenshot/wahlen.sachsen.de)255 mehr Wähler als Wahlberechtigte: Die Erklärung steht in einer Fußnote, wurde aber von vielen nicht verstanden. (Quelle: Screenshot/wahlen.sachsen.de)

Schwarz auf Weiß sind dort 1.620 Wahlberechtigte ausgewiesen. Gewählt haben aber 1.875 Menschen. Das ergibt eine Wahlbeteiligung von 115,7 Prozent.

Sachsens Landeswahlleiter erklärt die Diskrepanz

Die Erklärung erfolgt zwar noch direkt danach, scheint aber von vielen nicht auf Anhieb verstanden worden zu sein: "Gemeinde führte Briefwahl ebenfalls für Crostwitz, Nebelschütz, Räckelwitz und Ralbitz-Rosenthal durch", heißt es in einer Fußnote unter den Wählerzahlen.

Was diese Formulierung genau bedeutet und inwiefern die Briefwahlregelung dazu führte, dass in Panschwitz-Kuckau mehr Wähler als Wahlberechtigte erfasst wurden, hat Landeswahlleiter Martin Richter in einer gesonderten Pressemitteilung erklärt.

Briefwahl führte zur seltsam anmutenden Wahlbeteiligung

Weil nicht jede kleine Gemeinde eine eigene Briefwahlstelle hat, werden die per Brief eingeschickten Stimmen an zentralen Orten gesammelt. Im konkreten Fall wurde jede in den vier kleineren Orten bei Panschwitz-Kuckau abgeschickte Stimme in die größere Gemeinde gesendet und dort gezählt.

"Die Briefwähler und ihre abgegebenen Stimmen gehen dann in das Gemeindeergebnis der durchführenden Gemeinde ein", schreibt Landeswahlleiter Richter. "Da sich die Zahl der Wahlberechtigten in dieser Gemeinde aber nicht verändert, kann es zu einer Wahlbeteiligung von über 100 Prozent kommen."

Die vom Landeswahlleiter veröffentlichten Wahlergebnisse mögen also zunächst erstaunlich wirken – einen Betrugsverdacht nähren sie allerdings nicht.

Verwendete Quellen:

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