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Nach Antisemitismus-Skandal: Hotel engagierte offenbar Security aus rechter Szene

Antisemitismus-Eklat um Gil Ofarim  

"Westin Leipzig" engagierte offenbar Security aus der rechten Szene

06.10.2021, 18:50 Uhr | t-online, mtt

Nach Antisemitismus-Skandal: Hotel engagierte offenbar Security aus rechter Szene. "Pro GSL"-Mitarbeiter vor dem "Westin Leipzig": Dieses Foto teilte die Sicherheitsfirma bei Facebook. (Quelle: Screenshot/Facebook)

"Pro GSL"-Mitarbeiter vor dem "Westin Leipzig": Dieses Foto teilte die Sicherheitsfirma bei Facebook. (Quelle: Screenshot/Facebook)

Das Hotel "Westin Leipzig" bemüht sich nach dem Antisemitismus-Skandal um Gil Ofarim um ein positiveres Image. Doch um das Haus bei einer Demo abzusichern, beauftragte man eine einschlägig bekannte Firma.

Nach dem Davidstern-Eklat um Gil Ofarim haben am Dienstagabend Hunderte Menschen vor dem "Westin Leipzig" gegen Antisemitismus demonstriert. Vor dem Hotel waren Mitarbeiter der Leipziger Sicherheitsfirma "Pro GSL" postiert. "Heute mal auf die Schnelle das 'Westin' abgesichert", brüstet sich das Unternehmen bei Facebook. Doch dieses Engagement wirft nun Fragen auf.

Denn "Pro GSL" ist ein Unternehmen, das von Personen geleitet wird, die tief in der rechten Szene verankert sind. Einer ihrer Geschäftsführer, Tobias B., war im Januar 2016 beim sogenannten "Sturm auf Connewitz" dabei. Damals fielen rund 250 Neonazis in den als linksalternativ bekannten Leipziger Stadtteil ein, zertrümmerten mit Äxten, Latten und Eisenstangen Scheiben, zündeten einen Sprengsatz in einem Dönerimbiss, demolierten 19 Autos, verwüsteten Geschäfte und bedrohten und verletzten Menschen.

Gericht verurteile Geschäftsführer wegen "Sturm auf Connewitz" 

Demo vor dem Hotel "Westin Leipzig": Hunderte Menschen protestierten dort Dienstagabend gegen Antisemitismus. (Quelle: dpa/Dirk Knofe)Demo vor dem Hotel "Westin Leipzig": Hunderte Menschen protestierten dort am Dienstagabend gegen Antisemitismus. (Quelle: Dirk Knofe/dpa)

Er habe den Linken zeigen wollen, "dass Connewitz nicht nur ihnen gehört", sagte B. später vor Gericht. Dort behauptete er, bloß dabei gewesen zu sein, ohne selbst zuzuschlagen. Im März 2021 wurde er zu elf Monaten Bewährung und 2.500 Euro Geldstrafe verurteilt.

Der andere "Pro GSL"-Geschäftsführer, Oliver R., war unter anderem Ordner bei Veranstaltungen des Leipziger Pegida-Ablegers Legida. Zudem sind viele weitere Verbindungen von B. und R. ins militante Neonazimilieu dokumentiert.

Und: Als sich im November 2016 eine Antifa-Demo gegen "Pro GSL" richtete, skandierten Augenzeugen zufolge gewaltbereite Neonazis auf dem Dach der Firma "NSU! NSU!" Pikant: Im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages war "Pro GSL" in jenem Jahr auch Thema. Ein Zeuge hatte damals den Kontakt eines der Geschäftsführer zu einer Schlüsselfigur im Umfeld der rechtsterroristischen Gruppe thematisiert. 

Verwendete Quellen:

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