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Antisemitismus-Vorwürfe in Leipzig: Gil Ofarim will gegen Hotelmitarbeiter aussagen

Antisemitismusvorwürfe in Leipzig  

Ofarim will gegen Hotelmitarbeiter aussagen – Zeuge spricht

11.10.2021, 14:53 Uhr | pb, mtt, AFP

Antisemitismus-Eklat: Gil Ofarim erhebt schwere Vorwürfe

Der Sänger Gil Ofarim wandte sich am Dienstag mit einem Video an seine Instagram-Follower. Darin berichtet er von einem Vorfall, den er kurz zuvor in einem Leipziger Hotel erlebte. (Quelle: t-online/Social)

Antisemitismus-Vorwürfe: In diesem Video schilderte Gil Ofarim sein Erlebnis in einem Leipziger Hotel. (Quelle: t-online)


Die vierte Anzeige nach den Antisemitismusvorwürfen von Gil Ofarim steht an. Der Sänger will nun auch gerichtlich gegen den beschuldigten Hotelmitarbeiter vorgehen. Zudem gibt es eine Zeugenaussage.

Der Sänger Gil Ofarim will nach seinen Antisemitismusvorwürfen gegen zwei Mitarbeiter des Hotels "Westin" in Leipzig nun auch selbst Strafanzeige stellen. Das sagte seine Managerin Yvonne Probst der "Leipziger Volkszeitung" (LVZ). Zudem wolle sich der 39 Jahre alte TV-Star als Zeuge äußern.

Probst sagte demnach zur "LVZ": "Gil hat sich als Zeuge angeboten und hat hierzu Dienstag einen Termin in München, wie es jetzt ausschaut. Dort wird er nicht nur als Zeuge aussagen, sondern auch selbst und persönlich Anzeige stellen wegen aller in Betracht kommender Delikte."

Der aus Sendungen wie "Let's Dance" und "The Masked Singer" bekannte Ofarim hatte in einem Instagramvideo am Dienstag von einem antisemitischen Vorfall in der Lobby des Hotels im Zentrum der Stadt berichtet. Beim Einchecken in das Hotel sei er von Mitarbeitern nicht berücksichtigt worden. Grund dafür sei der Davidstern gewesen, den er an dem Abend an einer Kette getragen hatte.

Gil Ofarim in Leipzig: TV-Star will Hotelmitarbeiter anzeigen

Der Davidstern ist eines der bekanntesten Symbole, die mit dem Judentum verbunden werden. Ein Hotelmitarbeiter habe immer wieder andere Personen Ofarim vorgezogen – und schließlich gesagt: "Packen Sie Ihren Stern ein". Seit dem Mittelalter schmückt der Davidstern Synagogen und seit 1948 die Flagge des Staates Israel. Während des Nationalsozialismus wurde der Davidstern den Juden als Stigma ("Judenstern") aufgezwungen.

Dies wäre nicht die erste Anzeige in dem Streit, sondern bereits die vierte. Bislang ging bei der Polizei eine Anzeige eines Unbeteiligten wegen Volksverhetzung gegen den beschuldigten Hotelangestellten ein.

Der Hotelmitarbeiter selbst hat zudem zwei weitere Anzeigen erstattet: eine wegen Verleumdung, eine weitere wegen Bedrohung, weil sich Menschen in den sozialen Netzwerken völlig entfesselt gegenüber dem Hotelpersonal geäußert hätten. Die Staatsanwaltschaft prüft die gegen einen Mitarbeiter des Hotels erhobenen Vorwürfe.

Hotelgast reagiert auf Schilderungen von Ofarim

Die "LVZ" zitierte am Donnerstag auch einen Zeugen, den das Hotel selbst offenbar ausfindig gemacht habe. Der 74-jährige Mann gibt an, am Montagabend ebenfalls in der Lobby des Hotels gewesen zu sein. Über das Verhalten von Gil Ofarim sagt der Hotelgast: "Er redete, gestikulierte, wollte offensichtlich auf sein Zimmer." Anschließend habe er das Hotel verlassen, an die Davidstern-Äußerung des beschuldigten Mitarbeiters kann sich der Zeuge nicht erinnern.

Der Hotelchef selbst hat nach eigenen Angaben "alle Gäste kontaktiert, die in der Schlange hinter Herrn Ofarim standen". Die Ergebnisse sollen demnach in einigen Tagen öffentlich gemacht werden.

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