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Untersuchungsausschuss fragt nach AblÀufen in der Flutnacht

Von dpa
25.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Wolfram Leibe
Wolfram Leibe, (SPD) OberbĂŒrgermeister von Trier, sitzt bei der TV-Spendengala "Ein Herz fĂŒr Kinder". (Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/pool/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Der Trierer OberbĂŒrgermeister Wolfram Leibe, LandrĂ€tin Julia Gieseking aus der Vulkaneifel und der Beigeordnete des Eifelkreises, Rudolf Rinnen, haben wĂ€hrend der Flutkatastrophe eng mit ihren jeweiligen Einsatzleitungen zusammengearbeitet. Das berichteten mehrere Vertreter aus den drei Regionen, die neben dem Kreis Ahrweiler von dem verheerenden Unwetter Mitte Juli 2021 betroffen waren, am Freitag in Mainz.

Rinnen sei bei dem Hochwasser Mitte Juli "stĂ€ndig vor Ort gewesen", sagte der stellvertretende Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Eifelkreises Bitburg-PrĂŒm, Willi Schlöder, im Untersuchungsausschuss Flutkatastrophe des Landtags. "Es war eine riesige UnterstĂŒtzung, die wir von ihm erfahren haben." Rinnen hatte nach dem Wechsel von Landrat Joachim Streit (beide Freie WĂ€hler) in den Landtag die AmtsgeschĂ€fte ĂŒbernommen.

Die LandrĂ€tin des Kreises Vulkaneifel, Gieseking (SPD), die zur Zeit der Katastrophe erst dreieinhalb Monate im Amt war, sagte: "Meine Aufgabe war die Einsatzleitung." Es sei darum gegangen, gemeinsam Entscheidungen zu treffen, als Kontaktperson zu den Verbandsgemeinden zu fungieren und "moralische UnterstĂŒtzung" zu leisten. Der ehrenamtliche Beigeordnete des Kreises, Alois Manstein (CDU), lobte den Einsatz der SPD-Politikerin, "obwohl ich nicht im selben Verein bin". "Wir stehen in der Vulkaneifel eng zusammen."

"Die Menschen haben kein GefĂŒhl mehr fĂŒr Gefahren", konstatierte der Trierer OB Leibe (SPD), der in der Flutnacht in Trier-Ehrang an mancher TĂŒr vergeblich Menschen aufgefordert hatte, ihre Wohnungen zu verlassen. Auch Schlöder berichtete, viele Menschen seien der Meinung gewesen, sie sĂ€hen schon, wenn es kritisch werde. "Aber dann kam es schneller, als man die HĂ€user verlassen kann." Die Einsatzleitung habe telefonisch Campingplatz-Betreiber gewarnt und Lautsprecher-Durchsagen in betroffenen Gemeinden veranlasst.

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Kritik an fehlenden Wetterwarnungen oder der UnterstĂŒtzung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Ă€ußerten die Zeugen nicht. "Wir haben im Vorfeld natĂŒrlich sĂ€mtliche Warnungen gehabt", berichtete Leibe und lobte die Berufsfeuerwehr in Trier. "Das ist die Chance fĂŒr mich als OB, dass ich mich auf Profis verlassen kann. Deshalb war alles vorbereitet."

Der SPD-Politiker betonte auch, wie wichtig die Freiwillige Feuerwehr im Stadtteil Ehrang mit ihren Ortskenntnissen etwa ĂŒber befahrbare Wege gewesen sei. "Die Entscheidung muss vor Ort getroffen werden." Dass das Krankenhaus, das eigentlich als völlig sicher galt, evakuiert werden musste, sei auch ihm vor Ort klar geworden. "Wir haben das Wasser gerochen. Es bestand aus Heizöl und Scheiße."

"Ortskenntnisse sind von unschĂ€tzbarem Wert", bestĂ€tigte Schlöder - insbesondere im Eifelkreis, dem flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸten in Rheinland-Pfalz. "Es kann sein: Bei uns in Bitburg scheint die Sonne und in PrĂŒm haben die 15 Zentimeter Schnee", erlĂ€uterte der ehrenamtliche Brand- und Katastropheninspekteur des Kreises, JĂŒrgen Larisch. Am Tisch der Einsatzleitung im Kreis Bitburg-PrĂŒm sĂ€ĂŸen Personen in verschiedenen Funktionen aus verschiedenen Verbandsgemeinden. Dazu gehöre auch die Bundeswehr und der Landesbetrieb MobilitĂ€t, "fĂŒr uns ein Joker".

Im Kreis Ahrweiler waren bei der verheerenden Sturzflut Mitte Juli 134 Menschen ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den damaligen Landrat, JĂŒrgen Pföhler (CDU), und den ehrenamtlichen Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Kreises. Ein weiterer Mensch starb im Kreis Bitburg-PrĂŒm. Der Untersuchungsausschuss des Landtags will aufklĂ€ren, wie es zu der Katastrophe kam.

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