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Vogelschutzwarte soll sich auch um Schutz von Uhus k├╝mmern

Von dpa
24.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Uhu
Der Uhu "Klaus" ist bei der Flugshow im Vogelpark zu sehen. (Quelle: Jens B├╝ttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Die geplante neue Vogelschutzwarte Rheinland-Pfalz soll sich auch um den Schutz von Eulen, Greifv├Âgeln oder St├Ârchen in der Umgebung von Stromleitungen k├╝mmern. Nach dem Fund eines toten Uhus in der Eifel sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Mainz: "Insgesamt erhoffen wir uns dadurch wieder einen besseren ├ťberblick, um dann noch notwendige Ma├čnahmen proaktiv anzugehen."

Zum zweiten Mal in diesem Jahr kam in diesem Monat ein Uhu an einem Strommast in Rheinland-Pfalz ums Leben. Weil die Vogelschutzvorkehrungen an dem Mast bei Plaidt (Kreis Mayen-Koblenz) nicht korrekt montiert worden seien, habe der Uhu einen t├Âdlichen Stromschlag erlitten, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE), Stefan Br├╝cher.

Der erste tote Uhu wurde im Januar in Kusel unter einem Strommast gefunden. Zuvor hatte die EGE den letzten derartigen Fall 2019 bei Polch (Kreis Mayen-Koblenz) registriert. Br├╝cher sprach sich daf├╝r aus, dass die zust├Ąndigen Beh├Ârden die Umsetzung der vorgeschriebenen Schutzma├čnahmen besser kontrollieren sollten.

In den vergangenen Jahren habe es "regelm├Ą├čig wenige solcher F├Ąlle" gegeben, hei├čt es im Umweltministerium in Mainz. Schwerpunkte seien die Eifel, Rheinhessen und der Westerwald. Bei Neubauten f├╝r das Leitungsnetz seien Vogelschutzeinrichtungen mittlerweile Stand der Technik. Im Einzelfall seien aber immer wieder Verbesserungen notwendig, insbesondere bei alten Anlagen.

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An dem Mittelspannungsmast bei Plaidt fand zuletzt 2019 eine ├ťberpr├╝fung statt. "Der Fehler an diesem Mast wurde hierbei bedauerlicherweise ├╝bersehen", sagte eine Sprecherin des Netzbetreibers Westnetz. Der Mast werde jetzt umgehend umgebaut, entsprechend der derzeit g├╝ltigen VDE-Anwendungsregel "Vogelschutz an Mittelspannungsmasten". F├╝r die Bergung des toten Vogels und die Umbauten muss die Freileitung zeitweise abgeschaltet werden; die angeschlossenen Haushalte und Unternehmen werden dann ├╝ber ein Notstromaggregat versorgt.

Eulenexperte Br├╝cher fand den Uhu am Montag vergangener Woche nach dem Hinweis eines Anwohners. Der Mast liegt zwischen vier Brutpl├Ątzen der weltweit gr├Â├čten Eulenart in Steinbr├╝chen und an Naturfelsen. An drei Pl├Ątzen habe er bereits Jungv├Âgel beringt, sagt der Eulensch├╝tzer. Der vierte blieb in diesem Jahr ohne Nachwuchs. Die Jungv├Âgel sind zur Sicherung ihrer Ern├Ąhrung auf beide Eltern angewiesen. Wenn nur noch die Mutter erjagte M├Ąuse zum Brutplatz bringt, kann es kritisch werden.

Zum Jagen brauchen die Uhus erh├Âhte Pl├Ątze wie einen Strommast. Grundprinzip ihrer Sicherung sei es, die gef├Ąhrlichste Stelle zu versperren und eine sichere Stelle anzubieten, erkl├Ąrt Br├╝cher. Aber an dem Strommast, der dem Uhu zum Verh├Ąngnis wurde, waren nach seinen Angaben alle Stellen mit einem sogenannten Andreaskreuz versperrt gewesen. "Hier wurde versucht, mit vier Kreuzen den gesamten Mast unattraktiv zu machen, was erfahrungsgem├Ą├č nicht funktioniert - erst recht nicht, wenn der Mast auf freiem Feld zwischen vier Uhu-Brutpl├Ątzen liegt. Dann wollen die jagen und suchen sich eine erh├Âhte Stelle."

Nachdem der Uhu in den 1970er Jahren in Rheinland-Pfalz ausgestorben war, wurde er mit inzwischen 300 bis 400 Brutpaaren erfolgreich wiederangesiedelt. "Der Bestand ist mindestens stabil, wenn nicht leicht wachsend", sagt Br├╝cher zu den Brutergebnissen der vergangenen Jahre. Sorge bereiten ihm die zunehmend verbreiteten Waschb├Ąren, die jungen Uhus nachstellen.

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