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"Woke Cancel Culture": Tübingens OB Palmer kritisiert Studenten scharf

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Von Michael Ströbel

Aktualisiert am 06.07.2022Lesedauer: 2 Min.
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Boris Palmer (Archiv): Der Oberbürgermeister von Tübingen ist für seine klaren und oft kontroversen Meinungen bekannt. (Quelle: IMAGO/ulmer)
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In Tübingen ist ein Streit um die Umbenennung der Universität entbrannt. Oberbürgermeister Boris Palmer kritisiert die "woke Cancel Culture".

Im Jahr 1477 wurde die Universität in Tübingen von Graf Eberhard im Bart gegründet. Ihren heutigen Namen erhielt sie 1769 von Herzog Karl Eugen von Wüttemberg, der ihn um seinen eigenen Namen erweitertet. Geht es nach der Hochschulgruppe der Jusos in Tübingen, dann soll sich die Hochschule von ihrem Namensvater trennen: Sie fordern eine Umbenennung. Grund dafür ist die Vergangenheit der beiden Namensgeber.

Graf Eberhard im Bart sei "ein überzeugter Antisemit" gewesen, "der die Gründung der Universität erst zuließ, nachdem die Bürge Tübingens sich dafür erklärten, alle Juden aus der Stadt zu vertreiben", schreibt die Juso-Hochschulgruppe Tübingen auf ihrer Webseite. Im Rahmen der Gremienwahlen werden dort aktuell die Mitglieder des Studierendenrats neu gewählt. Die Kritik ist also auch als eine Art Wahlprogramm zu verstehen.

Tübingen: Jusos sprechen von "Antisemiten und Menschenhassern"

Auch der zweite Namensgeber kommt bei der Jugendorganisation der SPD nicht gut weg: "Herzog Karl Eugen war neben einem ausschweifenden Lebensstil auf Kosten der öffentlichen Hand vor allem dafür bekannt, Kinder seiner Untergebenen zur Finanzierung seiner Ausgaben als Soldaten an ausländische Armeen zu verkaufen."

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Eine Fahne der Eberhard Karls Universität Tübingen weht am Tübinger Schlossberg: Geht es nach der Hochschulgruppe der Jusos, heißt die Universität bald anders. (Quelle: imago stock&people)
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Die Jusos fordern deshalb eine Diskussion über den Namen der Tübinger Universität. "Wir wollen uns nicht mit Antisemiten und Menschenhassern identifizieren!", schreiben sie. Und schlussfolgern: "Deswegen fordern wir eine Namensänderung unserer Universität." In einem Prozess sollen dafür Namensvorschläge gesammelt und bei der Universität eingereicht werden.

Tübingens Oberbürgermeister Palmer kontert mit heftiger Kritik

Boris Palmer passt diese Diskussion gar nicht. Der Oberbürgermeister von Tübingen schreibt auf Facebook zur Umbenennung der Eberhard Karls Universität: "Die Forderung danach entspringt erkennbar der woken Cancel Culture, also dem Bedürfnis, sich selbst über andere zu erheben und von deren Verfehlungen zu distanzieren, indem man ihre gesellschaftliche Stellung beseitigt oder die Erinnerung an sie tilgt", ordnet er die Debatte aus seiner Sicht ein.

Palmer ergänzt: "Eigenartigerweise wird diese Löschung der Geschichte als verantwortungsvoller Umgang mit der Geschichte bezeichnet." In der Folge zitiert er aus einem Gutachten der Historikerkommission der Universität.

"Ohne Graf Eberhard gäbe es keine Universität und Tübingen wäre heute ein relativ unbedeutende Mittelstadt im Schatten Stuttgarts", schreibt Palmer. Er sei "ohne Zweifel (...) Gründer der Universität Tübingen". Auch die "Judenfeindschaft Eberhards" sei "im Kontext der Zeit keineswegs drastisch". Palmer schreibt, er habe "ein ganz konkretes und nachvollziehbares Motiv für die Festlegung, keine Schutzjuden mehr in Tübingen zuzulassen" gehabt, da er verhindern wollte, dass "Studenten sich durch die Aufnahme von Krediten bei Juden und anderen Geldverleihern verschuldeten".

Palmer: "Verfehlungen wird man bei jedem finden"

Palmer schließt die weiteren Ausführungen und Relativierungen der Judenfeindlichkeit Eberhard im Barts mit dem Satz: "Wenn also die Universität Tübingen den Namen ihres Gründers nicht mehr führen soll, dann müssten alle alten deutschen Universitäten die Namen ihrer Gründer ablegen."

Der Oberbürgermeister hält das für "grundlegend verfehlt" und schreibt weiter: "In letzter Konsequenz dürften wir überhaupt keine Personen mehr für eine Namensgebung heranziehen. Irgendeine Verfehlung wird man bei jedem finden."

Mit Verweis auf die eigene jüdische Ahnenschaft schließt Palmer mit dem Satz, dass es "kein Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus (sei), Eberhards Namen zu tilgen".

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