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Stuttgarter S-Bahn soll zuverlässiger werden – bis 2025

Bald keine Verspätungen mehr?  

Stuttgarter S-Bahn soll zuverlässiger werden

Von Uwe Roth

07.10.2020, 11:21 Uhr
Stuttgarter S-Bahn soll zuverlässiger werden – bis 2025. Eine S-Bahn am Bahnhof Stadtmitte: Die Bahn will mit Hilfe neuer Technik Verspätungen im Nahverkehr vermeiden. (Quelle: imago images/Lichtgut/Max Kovalenko/Archivbild)

Eine S-Bahn am Bahnhof Stadtmitte: Die Bahn will mit Hilfe neuer Technik Verspätungen im Nahverkehr vermeiden. (Quelle: Lichtgut/Max Kovalenko/Archivbild/imago images)

Fahrgäste beschweren sich über verspätete Züge in Stuttgart – Bahn und Verkehrsverbund haben mit der Technik zu kämpfen. Ein vollkommen neues System soll Abhilfe schaffen.

Die in den 1970ern gebaute 2,6 Kilometer lange S-Bahnröhre unter der Stuttgarter Innenstadt ist für den Verkehrsträger längst ein ärgerliches Flaschenhals-Problem. Im Internet protokollieren verärgerte Fahrgäste jede Verspätung, um sie der Deutschen Bahn und dem Verband Region Stuttgart (VRS) regelmäßig vorzuhalten.

Die Bahnbetreiber haben aktuelle Verspätungsmeldungen rasch wieder aus dem Internet entfernt, weil diese die Fahrgäste nur zornig machten. Weiterhin gemeldet werden technische Störungen und Bauarbeiten. Auch davon gibt es genug.

Engerer Takt für die Stuttgarter S-Bahn geplant

Für die veraltete Infrastruktur ist die Deutsche Bahn zuständig – diese will sie bis zum Jahr 2025 digital aufrüsten. Statt alle zweieinhalb Minuten können die S-Bahnen künftig im Abstand von zwei Minuten in die unterirdischen Haltestellen einfahren, sofern die Digitaltechnik die Erwartungen erfüllt.

Um die Zeiteinsparung von 30 Sekunden zu erreichen, investieren Bahn und Bund eine gewaltige Summe. Von einer halben Milliarde Euro ist die Rede. Über die genauen Kosten schweigen sich die Verantwortlichen noch aus. Doch die Finanzierung soll nach langen Verhandlungen nun weitgehend gesichert sein, heißt es aus dem VRS.

Fernverkehrstechnik für Stuttgarter S-Bahn

Die Technik, die aus dem Flaschenhals ein weitgehend verspätungsfreies S-Bahnnetz machen soll, trägt den Namen ETCS (European Train Control System). Im Fernverkehr ist dieses bereits europaweit im Einsatz. In Baden-Württemberg soll ETCS aber erstmals im Nah- und Regionalverkehr installiert werden.

Komponenten eines ETCS: Das System soll demnächst auch in Stuttgart eingesetzt werden. (Quelle: imago images/Belga/Symbolbild)Komponenten eines ETCS: Das System soll demnächst auch in Stuttgart eingesetzt werden. (Quelle: Belga/Symbolbild/imago images)

Die digitale Steuerung ersetzt die klassischen Signalanlagen. In den kommenden drei Sommerferien wird die sogenannte Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof und Schwabstraße entsprechend modernisiert. Dafür muss der Tunnel in diesen Wochen teilweise gesperrt werden.

Fahrgastzahl steigt in Stuttgart

Die knapp 160 S-Bahnzüge, die im Netz des Verkehrsverbunds Stuttgart unterwegs sind, gehören dem VRS. 24 Stück verkehren pro Richtung und Stunde auf der Stammstrecke mit ihren fünf Haltestellen.

Damit die beim Ein- und Aussteigen täglich etwa 435.000 Fahrgäste nicht noch mehr Verspätung verursachen, stehen junge S-Bahnhelfer an den Türen. Sie sollen eine Traubenbildung verhindern. Eine Prognose sieht bis 2030 einen Zuwachs um weitere 30.000 Fahrgäste täglich. Mit analoger Signaltechnik lassen sich die Kapazitäten nicht erweitern, ist man sich bei VRS und Verkehrsministerium des Landes einig.

Ronald Pofalla,, Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn AG und rechts daneben Fritz Kuhn, Grüner Oberbürgermeister von Stuttgart: Ende 2018 haben sie das ETCS-Pilotprojekt vorgestellt. (Quelle: imago images/Arnulf Hettrich/Archivbild)Ronald Pofalla,, Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn AG und rechts daneben Fritz Kuhn, Grüner Oberbürgermeister von Stuttgart: Ende 2018 haben sie das ETCS-Pilotprojekt vorgestellt. (Quelle: Arnulf Hettrich/Archivbild/imago images)

Im Tunnel sind die herkömmlichen Signale identisch mit Ampeln – rot, gelb und grün. Damit der Lokführer Zeit zum Reagieren hat, sind die Leuchtzeichen weit voneinander entfernt. Das Stellwerk hält die S-Bahnzüge auf einem Abstand von mindestens 500 Metern. Dagegen überwacht das ETCS den Weg und die Geschwindigkeit des Zuges lückenlos. Ein ebenfalls digitales Stellwerk wacht im Hintergrund: Es signalisiert dem ETCS, wie Gleisabschnitte belegt und Weichen gestellt sind. Der Lokführer sieht über das Display, wo sich sein Zug befindet und wie schnell er fahren darf.

Angepeilt – aber noch ohne konkreten Zeitplan – ist als nächster Schritt, die S-Bahnen weitgehend autonom fahren zu lassen. Ein Lokführer soll aber an Bord bleiben.

Verwendete Quellen:

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