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"The Hateful 8“: Die großen acht Werke von Quentin Tarantino

"The Hateful 8“  

Ein Blick auf Tarantinos bisheriges Kino-Schaffen

28.01.2016, 12:34 Uhr | t-online.de

"The Hateful 8“: Die großen acht Werke von Quentin Tarantino. Quentin Tarantino bei der Deutschlandpremiere von "The Hateful 8". (Quelle: Imago)

Quentin Tarantino bei der Deutschlandpremiere von "The Hateful 8". (Quelle: Imago)

Mit dem Winter-Western "The Hateful 8" startet am 28. Januar der achte Film von Quentin Tarantino in den deutschen Kinos. Erst der achte? Zeichnet Tarantino nicht eigentlich für viel mehr Filme verantwortlich? Ja und nein.

"The Hateful 8" ist tatsächlich erst die achte Regiearbeit des Großmeisters. Sein vielfältiges Wirken in der Filmbranche führt aber häufig dazu, dass ihm auch andere Werke zugeschrieben werden. Ein populärer Irrglaube ist es beispielsweise, Tarantino sei für den Vampir-Splatter-Streifen "From Dusk Till Dawn" aus dem Jahr 1996 verantwortlich. In Wahrheit saß sein guter Kumpel Robert Rodriguez auf dem Regiestuhl. Tarantino verfasste das Drehbuch und verkörperte die Figur Richard Gecko.

Auch die beiden Gangster-Epen "True Romance" (1993) und "Natural Born Killers" (1994) werden immer wieder mit Tarantino in Verbindung gebracht. Schräge Charaktere und als Stilmittel eingesetzte Brutalität legen diesen Schluss nahe. Doch auch hier lieferte Tarantino lediglich das Skript. "Natural Born Killers" sollte ursprünglich auch sein Regiedebüt werden. Da die Finanzierung aber scheiterte und Tarantino später keine Interesse mehr am Projekt hatte, erwarb schließlich Oliver Stone die Rechte am Drehbuch. Nach einigen inhaltlichen Änderungen wollte Tarantino eigentlich nicht mehr mit dem fertigen Film in Verbindung gebracht werden, entschied sich später aber um.

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Vier Regisseure in einem Film

Auch der Episoden-Film "Four Rooms" (1995) landet in der Filmsammlung gerne in der Tarantino-Ecke. Das ist teilweise richtig, denn Tarantino ist neben Allison Anders, Alexandre Rockwell und Robert Rodriguez einer von vier Regisseuren. Jeder von ihnen inszenierte einen von vier "Räumen", die mit einer Rahmenhandlung verbunden wurden. Um den Film realisieren zu können, traten alle vier aus der "Director's Guild of America" aus. Deren Statuten sehen nämlich vor, das jeder Film nur einen Regisseur nennen darf.

Und was ist mit "Sin City" (2005)? Hatte Tarantino da nicht seine Finger im Spiel? Bedingt. Als Gast inszenierte er eine Szene und erhielt dafür von Regisseur Robert Rodriguez einen Dollar Gage. Zuvor hatte Rodriguez die Filmmusik für Tarantinos "Kill Bill Vol. 2" beigesteuert; ebenfalls für einen Dollar.

Hier nun die Filme, die Tarantino nach eigener Zählung tatsächlich als Regisseur auf die Leinwand gebracht hat:

"Reservoir Dogs" (1992)

Sein Debüt als Kinoregisseur feierte Tarantino mit dem Heist-Film um Mr. White (Harvey Keitel), Mr. Orange (Tim Roth) Mr. Pink (Steve Buscemi) & Co. In machen Werklisten wird "My Best Friend’s Birthday" aus dem Jahr 1987 als Tarantinos erster Film angegeben. Allerdings war der Streifen niemals im Kino zu sehen. Er entstand mit winzigem Budget, während Tarantino noch in einer Videothek arbeitete. Zwei der Filmrollen wurden bei einem Brand zerstört.


Pulp Fiction (1994)

Die verschachtelt erzählte Geschichte um die Killer Vincent (John Travolta) und Jules (Samuel L. Jackson), den Boxer Butch (Bruce Willis) und die Gangster-Gattin Mia Wallace (Uma Thurman) begründete den Ruf des Regisseurs als Meister poplastiger Dialoge und schräger Charakterinszenierungen, gewürzt mit einer üppigen Prise Gewalt. Für die Regiearbeit wurde Tarantino für einen Oscar nominiert.


Jackie Brown (1997)

Tarantinos dritter Film entfachte nicht die Begeisterungsstürme, die noch "Pulp Fiction" hervorgerufen hatte. Er handelt von der titelgebenden Stewardess Jackie (Pam Gier), die bei der Geldübergabe für einen Gangsterboss verhaftet wird. Tarantino schrieb das Skript seiner Hauptdarstellerin auf den Leib und besetzte Samuel L. Jackson auf die Rolle des Gangsters Ordell Robbie.


Kill Bill - Volume 1 & 2 (2003 und 2004)

Streng genommen handelt es sich bei dem opulenten Rache-Epos im japanischen Samurai-Stil um zwei Filme, weshalb "The Hateful 8" bei korrekter Zählung eigentlich Tarantinos neuntes Werk wäre. Allerdings zählt der Regisseur selbst die beiden "Kill Bill"-Teile als einen Film, der aufgrund seiner Länge in zwei Abschnitte aufgeteilt werden musste.


"Death Proof - Todsicher" (2007)

"Death Proof" ist die zweite Hälfte des so genannten "Grindhouse", ein gemeinsames Projekt von Tarantino und Robert Rodriguez. In einer Doppelvorstellung lief zunächst der von Rodriguez inszenierte Zombiestreifen "Planet Terror", im Anschluss folgte der Road-Movie-Thriller "Death Proof". Das Konzept entlehnten die Regisseure den 1970er Jahren. Viele Trash-Kinos boten damals Doppelvorstellungen an, in denen sie hintereinander zwei Filme verschiedener Genres zeigten. Allerdings fiel die Idee beim amerikanischen Publikum nicht auf fruchtbaren Boden, sodass die Filme in Europa getrennt gezeigt wurden.


"Inglourious Basterds" (2009)

In "Inglourious Basterds" schickt Tarantino einen von Brad Pitt angeführten Trupp jüdischer Soldaten hinter die feindlichen Linien des Zweiten Weltkrieges. Ihr Aufgabe: So viele Nazis töten wie möglich. Dabei nimmt sich einer wie Tarantino schon mal heraus, dass im Laufe der Handlung die Weltgeschichte grundlegend umgeschrieben wird. Für die Darstellung des SS-Standartenführers Hans Landa erhielt Christoph Waltz seinen ersten Oscar. Durch die Zusammenarbeit mit Tarantino stieg der vorher international eher unbekannte Österreicher zum Weltstar auf.


"Django Unchained" (2012)

Mit "Django Unchained" feierte Tarantino sein Western-Debüt, in dem er sich mit der Zeit der Sklaverei in den USA auseinandersetzt. In blutig inszenierten Schießereien zieht der befreite Sklave Django (Jamie Foxx) gegen sadistische Sklavenhalter zu Felde, um seine Frau wiederzufinden. Seine zweite Zusammenarbeit mit Tarantino brachte Christoph Waltz auch seinen zweiten Oscar, den er für die Figur des deutschen Kopfgeldjägers Dr. King Schultz erhielt. Tarantino wurde für das beste Originaldrehbuch ausgezeichnet.


"The Hateful 8" (2015)

"The Hateful 8" ist also tatsächlich Tarantinos achter Film. Kurt Russell gibt darin den Kopfgeldjäger John Ruth, der die Mörderin Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) an den Galgen zu bringen will. In einem Wintersturm sitzen sie gemeinsam mit sechs Männern an einer Postkutschenstation in den Bergen fest. Anfänglich vertriebt man sich die Zeit mit Plaudereien, doch bald zeigt sich, dass die Zusammenkunft kein Zufall ist und einer der Anwesenden den ganzen Haufen umbringen will.

Kinostart "The Hateful 8": 28. Januar 2016

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