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Neues Urteil zu Winterreifen: Dieser Fehler wird richtig teuer

Neues Urteil  

Winterreifen: Dieser Fehler wird richtig teuer

08.10.2020, 11:34 Uhr
Neues Urteil zu Winterreifen: Dieser Fehler wird richtig teuer. Radwechsel in der Werkstatt: Kunden sollten unbedingt daran denken, die Schrauben später erneut festzuziehen. (Quelle: imago images/Panthermedia)

Radwechsel in der Werkstatt: Kunden sollten unbedingt daran denken, die Schrauben später erneut festzuziehen. (Quelle: Panthermedia/imago images)

Mit dem Beginn des Herbstes geht es in die Werkstatt zum Radwechsel. Wer aber meint, allein damit alles richtig gemacht zu haben, kann sich irren – mit teuren Folgen. Das entschied ein Gericht.

Wer haftet, wenn sich kurz nach dem Wechsel das Rad vom Auto löst? Darüber urteilte das Landgericht München II nach einem fast zweijährigen Verfahren.

Worum genau ging es?

Geklagt hatte ein Autofahrer, der in einer Werkstatt die Räder seines getunten Mercedes C 63 AMG (830 PS) wechseln ließ. Etwa 100 Kilometer später löste sich auf der Autobahn das linke Hinterrad. Beim anschließenden Unfall entstand an dem Auto ein Schaden von etwa 13.000 Euro, für den die Vollkaskoversicherung des Autofahrers aufkam.

Allerdings machte der Fahrer weitere, deutlich höhere Kosten geltend: Für Anwaltsgebühren, Transport, Selbstbeteiligung, Nutzungsausfall, Sachverständigenkosten, neue Felgen und Reifen und Wertminderung am Auto forderte er rund 25.000 Euro von der Werkstatt.

Was sagte das Gericht?

Das Landgericht München II kam zu einer anderen Ansicht. Grundsätzlich müsse die Werkstatt zwar für ihre Arbeit haften. In diesem Fall würde der Kunde aber ein Mitverschulden von 30 Prozent tragen. Der Grund: Er selbst hätte die Radmuttern nach 50 Kilometern Fahrt nachziehen müssen. Darauf habe ihn die Werkstatt zweimal hingewiesen – schriftlich auf der Rechnung und mündlich, als sie ihm das Auto übergeben hat. Außerdem würde es auf einem Aushang stehen.

Trotzdem hafte auch die Werkstatt. Denn sie habe die Schraube nicht fest genug angezogen beziehungsweise nicht kontrolliert. Deshalb trage sie eine MItschuld am Unfall – aber eben nicht die komplette Schuld.

Wie ging es aus?

Der Autofahrer bekam nur einen Bruchteil seiner Forderung zugesprochen, nämlich genau 1.650 Euro. Eine Wertminderung am Auto etwa sahen die Richter nicht, da es ein Einzelstück sei und es somit keine Vergleichsmöglichkeit gebe. Auch einen Nutzungsausfall ließen die Richter nicht gelten. Der Autofahrer habe nämlich ein Ersatzauto erhalten.

Verwendete Quellen:
  • gesetze-bayern.de
  • kfz-betrieb.vogel.de

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