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Bremsen quietschen: Ursachen und wie man sie beseitigt

  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk

Aktualisiert am 12.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Quietschende Bremse: Generell machen Anlagen mit Scheibenbremsen häufiger Geräusche als alte Systeme mit Trommelbremsen.
Quietschende Bremse: Generell machen Anlagen mit Scheibenbremsen häufiger Geräusche als alte Systeme mit Trommelbremsen. (Quelle: 4X-image/getty-images-bilder)
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Quietschende Bremsen nerven zwar gewaltig. Häufig sind sie aber kein Grund zur Sorge. Wie Sie das Geräusch abstellen können – und wann doch ein ernsteres Problem dahintersteckt.

Das Wichtigste im Überblick


Eine quietschende Bremse kann sehr verschiedene Ursachen haben. Einige von ihnen sind unbedenklich und lassen sich recht einfach beheben. Dazu zählt Verschmutzung durch Staub und Pollen im Sommer oder durch Streusalz im Winter. Auch leichter Rost nach längerer Standzeit ist kein Problem. Andere Auslöser hingegen muss ein Experte beseitigen.

Bremsen quietschen – das können die Ursachen sein

  • Bremsstaub und Verschmutzung
  • Lange Standzeit des Autos
  • Neue Bremse noch nicht eingefahren
  • Bremse war überlastet und überhitzt
  • Einbaufehler der Werkstatt
  • Bauteile sind nicht kompatibel
  • Abnutzung der Bremsbeläge

Bremsstaub

Feiner Abrieb von Bremsscheibe und Bremsbelag, der sogenannte Bremsstaub, kann zum Quietschen führen. Bei einer Autowäsche wird dieser Staub beseitigt. Falls Sie direkt nach der Wäsche die gewohnte Bremskraft vermissen: Bremsen Sie ein paarmal kontrolliert ab, dann steht wieder die volle Kraft bereit.

Lange Standzeit

Wenn das Auto länger nicht bewegt wird, setzt sich viel Schmutz auf den Bremsscheiben ab. Auch hier hilft eine Reinigung. Außerdem bildet sich leichter Rost auf den Scheiben, der zum Quietschen führt. Dieser Rost ist nicht problematisch, da er beim Fahren nach einigen Bremsvorgängen wieder verschwindet.

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Neue Bremse

Neuwagen fährt man behutsam ein. Das gilt auch, wenn lediglich die Teile wie etwa die Bremsanlage erneuert werden. Hier gilt: Auf den ersten 100 Kilometern bremsen Sie nach Möglichkeit nur sanft ab. Das Quietschen sollte sich von allein beheben.

Quietschen nach Überlastung

Wenn die Bremse stark beansprucht wird und dabei überhitzt, kann sie verglasen: Die Hitze lässt Gase und Harze austreten, die eine glasartige Schicht mit geringem Reibwert bilden. Durch die Belastung kann sich die Bremsscheibe außerdem verziehen. Wurden Teile der Bremse überlastet, müssen sie ausgetauscht werden.

Quietschen nach der Werkstatt

Das Auto kommt gerade aus der Werkstatt und trotzdem quietschen die Bremsen? Vielleicht liegt es an einem Fehler beim Einbau. Leider müssen Sie dann noch einmal die Werkstatt ansteuern, weil sich dieses Problem nicht anders finden beziehungsweise beheben lässt.

Ein Fehler kann etwa beim Ersetzen des Bremsbelags auftreten. Wenn nämlich nur der Belag ausgetauscht wird und nicht auch die Bremsscheibe, muss der Belag angeraut werden. Sonst kann er ein Quietschen erzeugen.

Ungeeignete Teile

Auch wenn zwei Teile der Bremse nicht exakt zusammenpassen, kann ein Quietschen entstehen. Das kann etwa der Fall sein, wenn statt des teuren Originalteils ein etwas günstigeres Teil gewählt wird. Auftretende Geräusche zeigen, dass zwei Teile nicht zusammenpassen. Ein Austausch in der Werkstatt ist sinnvoll.

Abnutzung der Bremsbeläge

Die Abnutzung der Bremsbeläge hängt in erster Linie von Ihrer Fahrweise ab. Treten Sie öfter stark auf die Bremse, müssen Sie bereits nach 10.000 bis 15.000 Kilometern die Bremsbeläge wechseln. Fahren Sie hingegen vorausschauend und bremsen selten mit voller Kraft, legen Sie problemlos 100.000 Kilometer zurück, bevor Ihre Bremsbeläge abgenutzt sind und gewechselt werden müssen.

Sind Sie oft im Gebirge oder auf anderen unbefestigten Straßen unterwegs, sind Ihre Bremsen besonderen Belastungen ausgesetzt – achten Sie gerade hier auf eine bedachte, vorausschauende Fahrweise, um Ihre Bremsen zu schonen.

Bremsbeläge wechseln: Den richtigen Zeitpunkt bestimmen

Bremsbeläge sind schwierigen Bedingungen wie Reibung, Feuchtigkeit, Schmutz und Wärme ausgesetzt. Sie müssen deshalb unbedingt regelmäßig kontrolliert werden. Besonders wichtig ist ein Check der gesamten Bremsanlage vor jedem Urlaub. Diese Sorgfalt rettet im Notfall sogar Ihr Leben. Spätestens, wenn eine Kontrollleuchte aufblinkt, sollten Sie die Bremsbeläge wechseln. Ein Überblick, was die verschiedenen Warnleuchten bedeuten.

Den Zustand der Bremsbeläge können Sie zu Hause oder in einer Fachwerkstatt prüfen. Viele Autos haben eine farbige Verschleißmarke, die Ihnen deutlich anzeigt, wann die Bremsbeläge zu sehr abgenutzt sind und gewechselt werden müssen. Bei modernen Autos erkennen Sie den Zeitpunkt für einen notwendigen Wechsel durch eine elektronische Verschleißanzeige. Probleme mit der Bremse kündigen sich häufig an. Hier finden Sie die Anzeichen.

Reparatur der Bremse: Diese Kosten kommen auf Sie zu

Wie teuer eine Reparatur wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem:

  • Nötige Maßnahmen
  • Art der Bremse
  • Qualität der Ersatzteile
  • Fahrzeugtyp

Wenn nur die Bremsbeläge gewechselt werden, rechnen Sie mit Kosten ab 150 Euro. Dieser Preis gilt für zwei Beläge, da sie stets paarweise für beide Vorder- oder Hinterräder erneuert werden. Für den Wechsel der Bremsscheiben an einem Kompaktauto sollten Sie mindestens 400 Euro bereithalten. Je nach Größe des Fahrzeugs kann der Preis teils deutlich steigen. Auch für die Bremsscheiben gilt: Man erneuert immer beide Scheiben einer Achse. Übrigens: Deutschlands zehn beste Werkstätten finden Sie hier.

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Sicherheit geht vor

Liegt die Stärke des Bremsklotzes bei unter drei Millimetern, sollten Sie einen Wechsel des Bremsbelages veranlassen. Spätestens aber, wenn Sie ein schleifendes, kratzendes Geräusch während der Fahrt wahrnehmen, sind die Bremsbeläge abgefahren. Erneuern Sie dann am besten alle Bremsbeläge der Hinterrad- und Vorderradbremse.

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