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Zahnriemenwechsel: Wann ist er fällig?

Motorschaden vermeiden  

Zahnriemenwechsel: Wann ist er fällig?

12.04.2019, 16:31 Uhr | dpa, t-online.de, hs

Zahnriemenwechsel: Wann ist er fällig?. Zahnriemen: Anders als viele Steuerketten hält er kein ganzes Autoleben. (Quelle: dpa/Contitech)

Zahnriemen: Anders als viele Steuerketten hält er kein ganzes Autoleben. (Quelle: Contitech/dpa)

Wann wurde der Zahnriemen gewechselt? Das ist eine der ersten Fragen, die Händler bei der Inzahlungnahme eines Gebrauchten stellen. Autofahrer sollten den Riemen rechtzeitig austauschen. Denn reißt er, ist meist der Motor hin.

Der Zahnriemen ist ein Arbeitstier: Er muss mehrere zehntausend Kilometer ohne Beanstandung durchhalten, äußerst biegsam sein, sich aber trotzdem nicht in die Länge ziehen lassen. Und es dürfen ihm weder Feuchtigkeit noch extreme Temperaturen etwas anhaben. Reißt er doch einmal, ist der Motor fast immer erledigt.

Deswegen sind Autofahrer gut beraten, die von den Herstellern empfohlenen Wechselintervalle einzuhalten. 

Was ist der Zahnriemen?

Zahnriemen und Steuerketten übertragen die Kraft von der Kurbel- auf die Nockenwelle von Viertaktmotoren. So sorgen sie dafür, dass die Nockenwellen Öffnungs- und Schließvorgänge der Ein- und Auslassventile steuern können.

Wichtig dabei: Nockenwellen dürfen sich gegenüber der Kurbelwelle nicht verdrehen, denn der Motor muss im Takt bleiben. Das Luft-Kraftstoffgemisch wird angesaugt, dann verdichtet und verbrannt, und im vierten Takt werden die Abgase entlassen. Damit Kolben- und Ventilbewegungen synchron bleiben, ist es so wichtig, dass Riemen wie Kette nicht ausleiern.

Wann muss ich den Zahnriemen wechseln?

Der Zahnriemen hält anders als viele Steuerketten kein Autoleben lang. Die Hersteller empfehlen den turnusmäßigen Wechsel. Ein Austausch etwa alle 120.000 bis 180.000 Kilometer ist die Regel. 

Zeit zum Auswechseln: Wann Sie Zündkerzen austauschen sollten

Ist das Wechselintervall überschritten, sollte der Zahnriemen bald erneuert werden. Bis der Wagen in der Werkstatt steht, empfiehlt sich behutsames Fahren ohne allzu große Lastwechsel wie ruckartiges Gasgeben. Durch schonende Fahrweise lässt sich das Wechselintervall allerdings auf gar keinen Fall verlängern.

Was kostet ein Zahnriemenwechsel?

Ein Wechsel kostet rund 600 bis 1.000 Euro. Der Zahnriemen selbst macht dabei nur 80 bis 100 Euro aus, das Aufwendige ist die Montage. Weil dafür der gleiche Arbeitsaufwand notwendig sei, ließen Autofahrer am besten gleich die rund 60 bis 80 Euro teure Wasserpumpe mitwechseln.

Kann ich den Zahnriemen selbst wechseln?

Vom eigenhändigen Handanlegen sollten Hobbybastler absehen, warnt der ADAC. Es muss der Steuerkasten geöffnet werden, der Riemen runter, Kurbel- und Nockenwellen fachkundig in Position gebracht, und dann der neue Riemen eingepasst werden – das alles dauert mehrere Stunden.

Was passiert, wenn der Zahnriemen reißt?

Hält der Fahrzeugbesitzer die Wechselintervalle ein, umgeht er im Regelfall, dass der Zahnriemen reißt. Wenn das trotzdem passiert, ist der Motor kaputt. Denn dann kollidieren Ventile und Kolben, was zum kapitalen Motorschaden führt.

Kündigt sich ein Zahnriemenriss an?

Ein Zahnriemen reißt, ohne dass sich das vorher ankündigt. Je nach empfohlenem Intervall für den Austausch und der Laufleistung, wird das Thema Zahnriemenwechsel deshalb oft schon nach wenigen Jahren akut.

Beim Gebrauchtwagenkauf auf den Zahnriemen achten

Wann wurde der Zahnriemen gewechselt, und wurde er überhaupt gewechselt? Diese Fragen sollten potenzielle Käufer eines Gebrauchtwagens deshalb immer stellen. Ob ein neuer Gurt eingebaut wurde, können sie in den meisten Fällen im Serviceheft nachsehen. Alternativ können Rechnungen einen Wechsel belegen.

Hier geht es zu unserer Gebrauchtwagensuche.

Wer beim Gebrauchtkauf nicht nachfragt, hat unter Umständen das Nachsehen. Denn reißt der Zahnriemen später, haften selbst gewerbliche Händler nur, wenn sie eine Beschaffenheitsgarantie für den Zustand des Zahnriemens abgegeben oder die Fehlerhaftigkeit arglistig verschwiegen haben.

Da das nur selten eintreten dürfte, gilt der Regelfall – nämlich, dass der Verkäufer nicht dafür sorgen muss, dass das Fahrzeug nach dem Kauf fehlerfrei bleibt, sondern nur bei Übergabe keine nennenswerten Fehler hatte. Für Zahnriemen bedeute das: Wenn das Wartungsintervall überschritten war, lasse das noch nicht vermuten, dass der Riemen bereits fehlerhaft war.

Die meisten urteilenden Gerichte stufen einen Zahnriemenriss als Verschleiß ein und lehnen Gewährleistungsansprüche ab. Auch mit einer Gebrauchtwagengarantie dürften ein Zahnriemenriss und dessen Folgen kaum abgedeckt sein. Schließlich ist der Schaden auf ausgelassene Wartung zurückzuführen. Und das ist kein Garantiefall.

Zahnriemen und Steuerkette: Der Unterschied

Um den Zahnriemen zäh und zugfest zu machen, wird er aus speziellen Kunststoffen gefertigt, die Einlagen aus Stahlcord und Glasfasern erhalten. Die Steuerkette ist aus Metallgliedern gefertigt. 

Der Zahnriemen spart Bauraum gegenüber der Steuerkette. Deshalb werden bei kleineren Motoren in der Regel Zahnriemen eingesetzt, wogegen sich Steuerketten vor allem für größere Aggregate eignen.

Muss ich auch eine Steuerkette wechseln?

Weil eine Steuerkette im Prinzip haltbarer ist, geben die Hersteller dafür keine Wechselintervalle vor. Aber das heißt nicht, dass sie zwingend ein Autoleben lang hält. 
 

 
Anders als beim Zahnriemen kündigen sich Schwächen der Kette durch ein Rasseln beim Starten an. Das passiert zum Beispiel, wenn der Kettenspanner im Druck nachlässt. Die Folge: Die Kette längt sich. Lassen Sie Ketten und -spanner deshalb als Verschleißteile ab einer höheren Laufleistung regelmäßig überprüfen.


Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche

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