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Neuer ADAC-Test: Wie gut schützen Gurte wirklich?

Ehrlichster Test aller Zeiten  

Schützen Gurte wirklich vor dem Unfalltod?

01.09.2021, 15:32 Uhr
Neuer ADAC-Test: Wie gut schützen Gurte wirklich?. Verkehrsunfall: Der Sicherheitsgurt gilt im Auto als wichtigster Lebensretter. Zu Recht? (Quelle: lausitznews.de)

Verkehrsunfall: Der Sicherheitsgurt gilt im Auto als wichtigster Lebensretter. Zu Recht? (Quelle: lausitznews.de)

Jeder Mensch ist einmalig. Anders als die Standard-Dummys im Crashtest – sie sind immer männlich, wiegen 77 Kilo. Wie sicher sind Autos also für Frauen? Für Dicke und Dünne, für Große und Kleine? Das prüfte jetzt der ADAC.

Fast zehn Menschen sterben an jedem Tag auf deutschen Straßen. Zwar gab es früher deutlich mehr Verkehrstote. Es könnten aber auch deutlich weniger sein. Moderne Assistenten sollen dazu ihren Beitrag leisten. Wichtigster Lebensretter im Auto ist allerdings nach wie vor der Sicherheitsgurt. Aber auch Sicherheitssysteme wie Airbag und Gurt leisten nicht das Mögliche, sagen Kritiker. Denn in Crashtests sitzt standardmäßig immer nur einer am Steuer: der Dummy eines 77 Kilogramm schweren Mannes. Verschiedene Größen, Gewichte, Altersstufen? Spielt im Test alles keine Rolle – anders als auf der Straße. Wie wirken die Rückhaltesysteme hier? Das testete nun der ADAC.

Das sind die Testergebnisse

Der Test zeigt: Das Geschlecht allein spielt keine Rolle für die Unfallfolgen – im Gegensatz zum Alter. Denn mit den Jahren nimmt die Dichte der Knochen ab, die Muskeln werden schwächer und schützen dadurch weniger. Dadurch werden insbesondere jenseits der 60er die Verletzungen schwerer. Besonders betroffen: Kopf, Brustkorb und der Bauchraum.

Jung und alt, groß und klein, dick und dünn: Erstmals testete der ADAC mit verschiedenen Dummys, wie gut der Sicherheitsgurt beim Aufprall schützt. (Quelle: ADAC/Ralph Wagner)Jung und alt, groß und klein, dick und dünn: Erstmals testete der ADAC mit verschiedenen Dummys, wie gut der Sicherheitsgurt beim Aufprall schützt. (Quelle: Ralph Wagner/ADAC)

Wichtig: Der Gurt schützt nur optimal, wenn er eng anliegt, das Becken gut sichert und nicht am Hals einschneiden kann.

Schwächen auch bei adaptiven Systemen

Moderne, so genannte adaptive Rückhaltesysteme berechnen anhand von Sensoren blitzschnell die Wucht einer Kollision. Außerdem wissen sie, wie groß und schwer Fahrer und Beifahrer sind. Dadurch sollen sie immer den bestmöglichen Schutz bieten. Das gelingt laut des ADAC aber nur für drei Fahrer-Typen:

  • kleine Frau
  • ältere Frau
  • durchschnittlicher Mann

Große und schwere Fahrer können sie hingegen nicht ausreichend schützen – das schaffen nur Gurt und Airbags. Zusätzliche alternative Rückhaltesysteme wie ein Knieairbag oder eine mehrfache Gurtstraffung könnten hier mehr Sicherheit bieten, so der ADAC.

Info
1958 meldete ein schwedischer Ingenieur den Dreipunktgurt zum Patent an. Seit 1974 ist er bei uns Pflicht in allen Neuwagen, 1976 wurde die Gurtpflicht in der BRD eingeführt (DDR: 1980). Da sie häufig ignoriert wurde, folgte 1984 ein Bußgeld für Gurtmuffel (40 D-Mark). Seitdem nutzen mehr als 90 Prozent der Autofahrer den Gurt. Vorher waren es nur 60 Prozent.

So wurde getestet

Ein harter Tag für die Dummys: Insgesamt zwölf Crashtests mussten sie überstehen. Dabei nahmen verschiedene Dummys (Gewicht: 48 bis 125 Kilogramm, Größe: 1,51 bis 1,91 Meter) auf einem Schlitten Platz – einmal als Fahrer, einmal als Beifahrer. Dann ging die Post ab. Dabei wurde die Schutzwirkung von herkömmlichen und adaptiven Rückhaltesystemen untersucht und verglichen.

Fahren ohne Gurt: Diese Strafen drohen

VerstoßPunkteBußgeld
Ohne Gurt gefahren030 Euro
Ein Kind ohne Gurt mitgenommen030 Euro
Mehrere Kinder ohne Gurt mitgenommen035 Euro
Ein Kind komplett ungesichert mitgenommen (etwa kein Gurt, kein Kindersitz)160 Euro
Mehrere Kinder komplett ungesichert mitgenommen (etwa kein Gurt, kein Kindersitz)170 Euro

Von der Gesundheit mal ganz abgesehen, kann das Fahren ohne Gurt aber noch deutlich kostspieliger werden. Ihre Versicherung kann Sie dann nämlich in Mithaftung nehmen. Und dann werden Sie erfahren, wie teuer ein Krankenhausaufenthalt oder eine Therapie sein können.

Verwendete Quellen:
  • Verkehrsclub ADAC
  • bussgeldkatalog.org

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