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Billigtinte druckt gut, doch sie hat zwei Schw├Ąchen

Von dpa
Aktualisiert am 09.02.2019Lesedauer: 3 Min.
Die f├╝r den Farbdruck wichtigen drei Grundfarben Gelb, Magenta und Cyan: Manche Drucker haben neben dem normalen Schwarz auch noch eine Extrapatrone mit einem sogenannten Fotoschwarz.
Die f├╝r den Farbdruck wichtigen drei Grundfarben Gelb, Magenta und Cyan: Manche Drucker haben neben dem normalen Schwarz auch noch eine Extrapatrone mit einem sogenannten Fotoschwarz. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa-bilder)
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Druckerpatronen sind meist teuer. G├╝nstiger ist Tinte von Drittherstellern. Diese Billigpatronen liefern eine passable Qualit├Ąt, doch sind nur ein Drucker-Update davon entfernt, nutzlos zu werden.

Erst meckert der Drucker und fordert neue Tinte. Wer das ignoriert, hat irgendwann unsch├Âne Streifen im Druckbild. Dann wird es h├Âchste Zeit, neue Patronen zu kaufen oder die alten nachzuf├╝llen. Denn die empfindlichen Druckk├Âpfe k├Ânnen bei Druckversuchen ohne Tinte zerst├Ârt werden.

"Vom Nachf├╝llen rate ich au├čer bei sehr alten Druckern generell ab", sagt Rudolf Opitz vom "c't"-Fachmagazin. Der Vorgang sei je nach Patrone sehr kompliziert. "Besser ist es, eine wiederbef├╝llte Patrone im Fachgesch├Ąft zu kaufen. Hier kann man sich Rat holen, nicht funktionierende Patronen reklamieren und Leerpatronen zur├╝ckgeben."

Nachf├╝llger├Ąte eignen sich f├╝r Vieldrucker

Zum anderen gibt es die Option, Drucker mit einem festen Tintentank zu kaufen. Diese sind zwar in der Anschaffung teurer, amortisieren sich aber insbesondere f├╝r Vieldrucker wegen der niedrigen Folgekosten schnell. In der Regel gilt diese Variante als die g├╝nstigste, wenn es vor allem um den Farbdruck geht. "Originaltinte gibt es in Flaschen zum leichten Nachf├╝llen. Eine F├╝llung f├╝r 5.000 bis 6.000 Seiten kostet im Schnitt 45 Euro", so Opitz.

Wer sich dagegen auf dem freien Markt nach Tinte zum Nachf├╝llen seiner Tanks umsieht, st├Â├čt auf zwei Arten: Universaltinte, auch Dye-Tinte genannt, und Pigment-Tinte. "Generell gilt, dass man keine Universaltinte kaufen sollte", sagt Florian Rigotti vom Fachportal "Druckerchannel.de". Pigment-Tinte sei zwar teurer, sorge aber f├╝r eine bessere Qualit├Ąt beim Druck auf Normalpapier. Und weil die Druckerhersteller verschiedene Systeme und leichte Variationen der Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb nutzen, muss man beim Kauf der Tinte auf einen ausdr├╝cklichen Vermerk achten, f├╝r welchen Hersteller die Tinte gedacht ist.

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Billigpatronen ÔÇô Vorteile und Nachteile

Wer dagegen neue Patronen kauft, muss sich zwischen Originalersatz des Herstellers und Patronen anderer Anbieter entscheiden. Dazu stellt die Stiftung Warentest in ihrem j├╝ngsten Vergleich von Tintenpatronen fest: "Billigpatronen rechnen sich oft. Bis auf wenige Ausnahmen arbeiten die Ger├Ąte problemlos mit Fremdpatronen." Mit dem Kauf von Patronen anderer Anbieter w├╝rden Verbraucher meist viel Geld sparen ÔÇô und die Qualit├Ąt sei in der Regel passabel.

"Meist haben die alternativen Tinten zwei Schw├Ąchen", merkt Opitz an. "Sie sind nicht so lichtstabil ÔÇô bleichen also in der Sonne schneller aus ÔÇô und trocknen zudem schneller ein."

In der Vergangenheit ist es immer wieder einmal vorgekommen, dass Hersteller Fremdpatronen blockiert haben. Das ist zwar aktuell nicht mehr so. Aber weil es jederzeit wieder Firmwareupdates geben kann, die Patronen sperren, r├Ąt Florian Rigotti zu Vorsichtsma├čnahmen: "Man sollte sich beim Einsatz von Fremdpatronen also ├╝berlegen, dass man automatische Firmwareupdates ├╝ber den Drucker deaktiviert oder dem Drucker ├╝ber seinen Router auch den Internetzugang sperrt." Die ver├Âffentlichten Updates sollte man dann aber trotzdem im Blick behalten, um sehr wichtige Updates identifizieren und gegebenenfalls doch noch aufspielen zu k├Ânnen.

Wachsam sein bei besonders billigen Patronen

Einen gro├čen Bogen machen sollte man insbesondere um die allerbilligsten Fremdanbieter-Patronen machen, r├Ąt Rudolf Opitz. "Von vermeintlichen Schn├Ąppchen aus China sollte man die Finger lassen, da die Tintenqualit├Ąt oft fragw├╝rdig ist und sich je nach Charge ├Ąndern kann."

Auch Florian Rigotti warnt vor solchen schlechten Nachbauten: "Man erkennt diese Angebote meist recht einfach am unschlagbar g├╝nstigen Preis und an gro├čen Patronen-Bundles ÔÇô beispielsweise 40 Patronen zum Preis von 40 Euro", so der Experte. "Wir haben diese Billigpatronen schon ├Âfters getestet und festgestellt, dass sowohl die Verarbeitung der Tintenpatronen also auch die verwendete Tinte von geringer Qualit├Ąt sind."

Wie viel wird gedruckt?

Vor dem Druckerkauf sollte immer die ├ťberlegung zur H├Âhe des Druckaufkommens stehen: Denn es gibt auch Drucker mit einer Patronen-Druckkopf-Einheit. Ger├Ąte mit diesen sogenannten Kombipatronen, die es nur vom Hersteller gibt, eignen sich insbesondere f├╝r Wenigdrucker. Denn bei hoffnungslos verstopften D├╝sen oder einem defekten Druckkopf ist das Problem mit einer neuen Patrone gleich gel├Âst.

Bei h├Âheren Druckaufkommen ab etwa hundert Seiten pro Monat sollten Nutzer grunds├Ątzlich auf Drucker mit gro├čen Patronen und damit hoher Druckreichweite achten oder zu einem Tintentank-Modell greifen.

Tintenpatronen-Entsorgung richtig entsorgen

Ausgediente Tintenpatronen geh├Âren nicht in den Hausm├╝ll. Leere Originalpatronen k├Ânnen zum Hersteller zur├╝ckgeschickt werden ÔÇô ├╝ber deren Webseiten k├Ânnen Verbraucher dazu teils frankierte R├╝cksendeumschl├Ąge anfordern, erkl├Ąrt die Stiftung Warentest.

Diesen Service bieten auch einige Anbieter von Fremdpatronen an. Au├čerdem gibt es Aufk├Ąufer f├╝r leere Patronen, die aber nur Originalpatronen annehmen. Eine weitere Alternative ist der Wertstoffhof. Aber auch Onlineh├Ąndler oder Elektronikm├Ąrkte bieten einen Recycling-Service.

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