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Diese Prozessorchips machen Rechner zu Raketen

Von dpa
Aktualisiert am 06.08.2020Lesedauer: 3 Min.
Klein, aber wichtig: Ohne Prozessor lÀuft im Computer nichts.
Klein, aber wichtig: Ohne Prozessor lÀuft im Computer nichts. (Quelle: Karolin KrÀmer/dpa-tmn-bilder)
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In den meisten Rechnern sind Prozessorchips von Intel oder AMD verbaut. Doch die Unterschiede in Preis und Leistung im Sortiment der Hersteller sind zum Teil gewaltig. Unsere kleine Chip-Typologie erklÀrt, was ein leistungsfÀhiger Rechner braucht.

Prozessor? Klar, braucht jeder Rechner. Aber welcher genau: egal. Zum Arbeiten wird es ja wohl noch reichen. Auf diesem Standpunkt stehen viele KĂ€ufer – und Ă€rgern sich nachher, dass sie vor dem Kauf nicht geprĂŒft haben, welche Anforderungen sie eigentlich haben und welche Unterschiede es gibt.

In den vergangenen Jahren konnten Hersteller dabei die Leistungen der Recheneinheiten stark verbessern. Doch zwischen den Produzenten und den jeweiligen Prozessor-Familien gibt es große Unterschiede. Und ein Tausch des Prozessors ist bei Desktop-PCs oft sehr teuer und bei Notebooks selten möglich.

Was macht einen guten Prozessor aus?

Je mehr Befehle pro Sekunde ein Prozessor ausfĂŒhren kann, desto schneller ist er. Die tatsĂ€chliche LeistungsfĂ€higkeit einer CPU hĂ€ngt aber noch von vielen weiteren Faktoren ab, so zum Beispiel von der konkreten Architektur, der StrukturgrĂ¶ĂŸe – wobei kleinere Strukturen fĂŒr höhere Rechenleistung sorgen – , von der Prozessorkern-Zahl oder auch von Anzahl und GrĂ¶ĂŸe der Zwischenspeicher (Caches) auf dem Chip.

"Prozessoren haben in den letzten Jahren enorm an Leistung zugelegt, brauchen dafĂŒr aber entweder gleich viel Energie oder sogar weniger", erlĂ€utert Christian Hirsch vom Fachmagazin "c't". Sie arbeiten also deutlich effizienter als noch vor ein paar Jahren. Dabei seien die Taktfrequenzen nur geringfĂŒgig gestiegen. Heute könnten die Prozessoren durch mehr Kerne viel mehr Aufgaben parallel erledigen.

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Zusammenspiel ist wichtig

"Zudem ermöglichen die neuen CPU-Generationen die Umsetzung leistungsstarker Funktionen fĂŒr kĂŒnstliche Intelligenz auf Notebooks und PCs", sagt Roman Bansen vom IT-Branchenverband Bitkom. CPUs dĂŒrften nicht als isolierte Instanzen betrachtet werden. Es gelte, gezielt das Zusammenspiel von CPU und Peripherie durch abgestimmte Verbindungstechnologien, Speichermedien und Software zu optimieren.

Deshalb lĂ€sst sich auch nicht jeder Prozessor in jedem Rechner einsetzen – zumindest nicht sinnvoll. "Die Prozessoren sind fĂŒr ganz verschiedene Einsatzzwecke optimiert", erklĂ€rt Hirsch. Bei Mobil-CPUs steht die geringe Leistungsaufnahme an vorderster Stelle. Niemand will ja, dass nach einer Stunde der Akku bei seinem Notebook leer ist."

Deshalb laufen Mobilprozessoren mit deutlich niedrigerem Takt und haben meist auch weniger Kerne. "Deshalb sind sie trotz Ă€hnlicher Bezeichnung nicht so schnell wie Desktop-Prozessoren", sagt Hirsch. Außerdem sollen moderne Notebooks möglichst flach und schlank sein. Der meiste Platz im Inneren wird fĂŒr die Akkus genutzt.

Bei der Wahl der CPU ist der Anwendungszweck entscheidend. "FĂŒr Office-Anwendungen eignen sich sparsamere und gĂŒnstige Prozessoren", sagt Bansen. FĂŒr Entertainment und Gaming seien vor allem hoch taktende Prozessoren eine gute Wahl, bei Highend-Gaming kĂ€men die Topmodelle mit maximaler Leistung in Frage.

Die Kernfrage: Was bedeutet eigentlich "Quad-Core"?

"FĂŒr einfache Aufgaben wie Textverarbeitung, Video abspielen oder im Web surfen, reichen Prozessoren mit zwei Kernen aus, die auch als Dual-Core-CPUs bezeichnet werden", sagt Hirsch. Beispiele dafĂŒr sind die Athlon-Serie von AMD oder Intels Celeron- und Pentium-Serie.

Aber: "FĂŒr Allround-PCs und Gaming-Rechner sollte man mindestens einen Quad-Core verwenden, also eine CPU mit vier Kernen", so Hirsch. Zukunftssicherer seien derzeit Prozessoren mit sechs CPU-Kernen wie zum Beispiel der AMD Ryzen 5 3600 oder Intels Core-i5 9400F. "Profi-Anwender, die hochauflösende Videos schneiden oder 3D-Grafiken oder -Filme rendern, benötigen Prozessoren mit sehr vielen Kernen. Da gibt es nach oben kaum Grenzen", weiß Christian Hirsch.

Inzwischen gebe es Desktop-CPUs wie den AMD Ryzen Threadripper 3990X mit 64 Kernen, der dann aber auch mit rund 4.000 Euro zu Buche schlĂ€gt. Bei den verschiedenen Prozessorfamilien biete fast immer das gĂŒnstigste Modell einer Serie das beste Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis, sagt Hirsch. Also etwa besagter AMD Ryzen 5 3600 als gĂŒnstiger Sechskerner. Oder Intels Core-i-3 9100F als gĂŒnstiger Vierkerner. "Die schnelleren CPUs kosten immer ĂŒberproportional mehr", so Hirsch.

Und was ist mit den gĂŒnstigeren Prozessorfamilien? Hier bieten Intels Celeron G oder AMDs Athlon genug Alltagsperformance fĂŒr Office und Web, weiß Hirsch. Aber: "Bei Celeron N und AMD A muss man schon deutliche Einbußen hinnehmen, der Seitenaufbau im Browser braucht dann lĂ€nger."

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