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Online-Shopping: So manipulieren Händler ihre Produktpreise

Produktpreise variieren je nach Kunde  

So tricksen Online-Shops beim Preis

22.11.2021, 15:46 Uhr | t-online, ARG

Online-Shopping: So manipulieren Händler ihre Produktpreise. Onlineshopping: Die Ware ist nur ein paar Klicks entfernt. (Quelle: Getty Images/tolgart)

Onlineshopping: Die Ware ist nur ein paar Klicks entfernt. (Quelle: tolgart/Getty Images)

Ein Standardpreis für alle? Im Online-Handel gilt das nicht. Welche Faktoren Einfluss auf die Preisgestaltung haben und wie man diese beeinflussen kann, klärt dieser Beitrag. 

Wer kennt es nicht: Man ist online auf der Suche nach einem bestimmten Produkt. Bevor man zuschlägt, möchte man noch eine Nacht drüber schlafen. Am nächsten Morgen kostet das Produkt plötzlich mehr. Wie kann das sein?

Die Antwort ist einfach: Dynamische Preisgestaltung. Online-Händler variieren ihre Preise je nach Uhrzeit und Zielgruppe. Einheitspreise gibt es in den seltensten Fällen, Produkte sind stetigen Preisschwankungen unterworfen.

Drei Punkte, die den angezeigten Preis bestimmen können, sind laut Verbraucherschützern der Zeitpunkt des Kaufs, das verwendete Endgerät und auch der eigene Wohnort. So kann es leicht passieren, dass Freunde und Verwandte im selben Shop andere Preise und teils auch andere Produkte zu Gesicht bekommen.

Aus diesem Grunde haben sich mehrere Verbraucherschutzzentralen zusammengetan und den fiktiven Online-Shop Wasistdeinpreis.de entwickelt. Dieser soll Aufschluss darüber geben, wie Preisgestaltung im Internet funktioniert und wie Online-Shops ihre Preise an der jeweiligen Zielgruppe ausrichten.

Fiktiver Shop soll Aufklärung verschaffen

Besucht man den fiktiven Shop Wasistdeinpreis.de, kann man zwischen vier Profilen wählen. Von der technikversierten Schülerin Lisa, die nur wenig Geld zur Verfügung hat, bis hin zur Rentnerin Jutta, für die Online-Shopping eher die Ausnahme ist.

Die vier Profile sollen einen Querschnitt der Durchschnittskunden zeigen und anhand ihrer Vorlieben das individuelle Shopping-Erlebnis nachzeichnen. 

Die vier Nutzerprofile im fiktiven Online-Shop: Lisa, Tarik, Jutta und Michael. (Quelle: Verbraucherschutzzentrale)Die vier Nutzerprofile im fiktiven Online-Shop: Lisa, Tarik, Jutta und Michael. (Quelle: Verbraucherschutzzentrale)

Ziel des Projekts: Klarheit schaffen und Käufern die Preisdynamik beim Onlineshopping erklären. Der Shop zeigt je nach Nutzerprofil die unterschiedlichen Preise der Produkte an – und diese können teils stark variieren.

So kostet die Handtasche, die laut Shop zuvor mit einem Preisschild von 99,99 Euro versehen war und jetzt im Angebot ist, für die Schülerin Lisa nur noch 49,99 Euro. Die Rentnerin Jutta müsste für die selbe Handtasche jedoch 69,99 Euro bezahlen.

Mögliche Gründe für diesen Unterschied? Lisa hat weniger Geld zur Verfügung als Jutta. Zudem wohnt Jutta in einem noblen Stadtviertel. Aus diesem Grund vermutet der Online-Shop auch, dass Jutta grundsätzlich bereit ist, mehr Geld für die Handtasche auszugeben, als Lisa. 

Was beeinflusst die Preisgestaltung?

Die Betreiber der Online-Shops greifen auf sehr vielfältige Mittel und Wege zurück, um den jeweiligen angezeigten Verkaufspreis zu ermitteln. Die Verbraucherschützer haben die wichtigsten Einflussfaktoren gesammelt und zusammengetragen:

Persönliche Interessen:

Auf Basis der Bestellhistorie filtern die Shops gewisse Produkte und zeigen Empfehlungen an. So wird versucht, die persönlichen Interessen des Kunden anzusprechen. Wer gerne Technik kauft, dem werden grundsätzlich zuerst immer Technikangebote angezeigt. Haben Kaufinteressenten bisher keinen Such- oder Bestellverlauf im jeweiligen Shop, werden die allgemeinen Topseller und Angebote angezeigt.

Tageszeit:

Online-Shops passen ihre Preise nicht nur an konkurrierende Shops an, sondern auch an die Tageszeit. Dies ist meist auf eine veränderte Nachfrage zurückzuführen. So sind Technikprodukte abends generell teurer als morgens, da mehr Kunden im späteren Tagesverlauf einkaufen und somit die Nachfrage steigt.

Jahreszeit:

Hier verhält es sich prinzipiell wie beim stationären Handel: Saisonale Produkte sind dann teurer, wenn sie gebraucht werden. Bademode im Sommer, Wintermode im Winter. Bei Online-Shops verhält es sich genauso. Wer Bademode im Winter kauft, spart grundsätzlich.

Surfverhalten:

Durch Cookies wissen Betreiber von Online-Shops ganz genau, welche Interessen potenzielle Kunden aufweisen. Diese umfassen meist nicht nur persönliche Interessen, sondern auch den eigenen Standort, Kaufrecherchen und auch die eigene Kaufkraft. Wer sich keinen Luxuswagen leisten kann, wird auch keine Empfehlung für ein Oberklasseauto im Internet erhalten.

Wohnlage:

Anhand von Standortdaten können Shop-Betreiber Rückschlüsse auf das Kaufverhalten von Kunden ziehen. Wer hohe Mietpreise bezahlt oder in einer Gegend wohnt, in der es viele Eigentumshäuser gibt, ist grundsätzlich wohlhabender und eher bereit, mehr Geld für ein Produkt auszugeben. Wie die Verbraucherschützer angeben, hat der Wohnort auch Auswirkungen auf die angebotenen Zahlmethoden.

Endgerät:

Wer die Internetseite des Shops über ein teures Smartphone oder einen teuren Computer besucht, hat möglicherweise auch größeres Interesse an hochpreisigen Produkten. Der Einfluss des Endgeräts wird derzeit zwar noch als gering bewertet, dennoch gibt es dadurch sichtliche Preisunterschiede.

Tipps fürs Online-Shopping

Die Verbraucherschützer bieten auch ein paar Tipps an, wie sich der beste Preis herausschlagen lässt:

  • Kaufverhalten zeitlich ausrichten: Kaufen sie saisonale Produkte nicht in der Hauptsaison, Technikprodukte nicht am späten Nachmittag oder Abend.
  • Preise im Blick behalten: Vergleichsportale helfen dabei, Preisschwankungen für das gewünschte Produkt zu überprüfen. Zudem liefern diese stets den günstigsten Produktpreis zum Zeitpunkt der Nutzung.
  • Vorsicht vor besonderen Aktionen: Aktionen, Rabatte oder spezielle Angebote sind meistens mehr Schein als Sein. Bevor Sie hier zuschlagen, sollten Sie ein Vergleichsportal oder eine Preissuchmaschine nutzen.

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