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Bettwanzen erkennen und richtig bekämpfen – so geht's

Hartnäckige Schädlinge  

Bettwanzen: Wie Sie sie erkennen, bekämpfen und vorbeugen

25.03.2021, 11:15 Uhr | fsch, t-online, agr

Achtung Bettwanzen: Was bei dem Parasitenbefall zu tun ist

Bettwanzen sind auf dem Vormarsch. Schädlingsbekämpfer haben wegen der Parasiten immer mehr Einsätze und setzen mittlerweile auch speziell ausgebildete Spürhunde ein. So erkennen Sie, ob Sie betroffen sind und das sollten Sie dann tun. (Quelle: t-online.de / Getty Images / Imago)

Achtung Bettwanzen: So erkennen Sie, ob Sie betroffen sind und das sollten Sie dann tun. (Quelle: t-online.de / Getty Images / Imago)


Bettwanzen sind lästig und vermehren sich schnell. Um die Parasiten wieder loszuwerden, sollten Sie Insektizide und Bettwanzenspray nicht ohne professionelle Hilfe anwenden. Was Sie tun können.

Bettwanzen können sich bei Ihnen zu Hause einnisten und zu unliebsamen Mitbewohnern werden. Eine zuverlässige Vorsorge gibt es zwar nicht, aber Möglichkeiten, die lästigen Tiere wieder loszuwerden. Dafür sollten Sie sich unbedingt an professionelle Schädlingsbekämpfer wenden.

"Wir beobachten seit Jahren einen steigenden Zuwachs an Bettwanzenbehandlung", erklärt Adam Tesmer, Schädlingsbekämpfer aus Berlin t-online. In den letzten Jahren würden sich immer mehr Menschen bei ihm melden, weil sie Hilfe beim Bettwanzenbefall benötigen. 

Wie fängt man sich Bettwanzen ein?

Bettwanzen (Cimex lectularius) gehören zur Familie der Plattwanzen. Die Schädlinge können Sie in Koffern aus dem Urlaub eingeschleppt haben. Auch durch alte Möbelstücke oder Kleidung, die Sie auf dem Flohmarkt oder im Internet kaufen, können Sie Bettwanzen oder deren Eier zu sich nach Hause holen.

Zudem sind Vogelnester wahre Brutstätten von Bettwanzen. Da sie Häuserwände entlang krabbeln können, kann es geschehen, dass sie von einem Nest oder auch von einem von Haustauben bewohnten Dachboden aus in die Wohnung gelangen können.

So sehen Bettwanzen aus

Bevor Sie sich an die Bekämpfung von Bettwanzen machen, sollten Sie zunächst sichergehen, dass es sich auch wirklich um Bettwanzen handelt. Ausgewachsene Schädlinge erkennen Sie mit bloßem Auge. Sie erreichen eine Körperlänge von vier bis neun Millimeter, je nachdem ob sie mit Blut vollgesogen sind oder nicht.

Bettwanze: Sie ist vier bis neun Millimeter lang, sechsbeinig, behaart und rotbraun gefärbt. (Quelle: smuay/Getty Images) (Quelle: Getty Images/smuay)Bettwanze: Sie ist vier bis neun Millimeter lang, sechsbeinig, behaart und rotbraun gefärbt. (Quelle: smuay/Getty Images)

Charakteristisch für die behaarten, sechsbeinigen Parasiten ist ihre rotbraune Färbung und die sehr flache Körperform, die die Quälgeister auch ihren umgangssprachlichen Namen "Tapetenflunder" zu verdanken haben.

Nicht nur im Bett: Verstecke von Bettwanzen aufspüren

Bevorzugte Behausungen der Wanzen sind Betten und Matratzen. In der Nacht werden sie von Wärme, Geruch und Atem des menschlichen Körpers angelockt. "Bettwanzen bewegen sich meistens im Bett und in Bettnähe. Erst wenn der Befall sehr stark ist, weitet er sich aus", erklärt Schädlingsbekämpfer Tesmer.

Dann verstecken sich die Blutsauger auch hinter Bildern, Tapeten, Fußleisten, Lichtschaltern sowie in Ritzen und Spalten von Möbeln. Steckdosen, Elektrogeräte, Jalousien und Gardinen sind ebenfalls beliebte Aufenthaltsorte der Schädlinge, wie das Umweltbundesamt (UBA) erklärt.

Einen Befall erkennen die meisten Menschen erst dann, wenn sie von den Parasiten gebissen wurden. Denn Bettwanzen sind nachtaktiv und verstecken sich während ihrer Ruhepausen. 

Zu einem Abwandern in andere Räume kommt es nur, wenn keine Nahrungsquelle mehr vorhanden ist. Doch das UBA warnt: Bettwanzen sind in der Lage mehrere Monate zu hungern. Deshalb können auch Räume, die längere Zeit unbewohnt waren und nicht fachgerecht saniert wurden, mit den Wanzen befallen sein.

Weitere Anzeichen für Bettwanzen

Es gibt Anzeichen, an denen Sie erkennen, ob sich in Ihrem Zuhause Bettwanzen eingenistet haben.

  • Wanzenstraße: Wenn Sie von Bettwanzen gebissen worden sind, ist eine reihenartige Anordnung sichtbar, auch Wanzenstraße genannt.
  • Blutspuren: Beißt eine Wanze zu, tritt in der Regel Blut aus. Ein paar Tropfen gelangen dabei auch auf das Bettlaken oder den Bettbezug.
  • Kotspuren: Bei kleinen schwarzen Punkten kann es sich um Kot von Bettwanzen handeln.
  • Tote Wanzen (Nymphenhäute): Neben lebenden Bettwanzen können auch tote Tiere – Bettwanzen leben zwischen sechs und zwölf Monaten – oder abgestorbene Nymphenhäute auf einen Befall hinweisen.

Bettwanzenbisse erkennen: So unterscheiden sie sich von Flohbissen

Im Volksmund heißt es irrtümlich, dass Bettwanzen Stiche verursachen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um Bisse, denn die Wanzen ernähren sich ausschließlich von Blut. Der Akt des Blutsaugens dauert drei bis zwanzig Minuten, je nach Entwicklungsstadium der Wanze. Bettwanzenbisse bleiben zunächst oft unbemerkt, da die Tiere ein betäubendes Sekret absondern. 

Rücken mit Bissen von Bettwanzen: Die Bisse der Bettwanzen sind nicht bei allen Menschen sichtbar, doch wenn, dann treten sie meist in einer Reihe, der Wanzenstraße, auf.  (Quelle: Getty Images/Joel Carillet)Rücken mit Bissen von Bettwanzen: Die Bisse der Bettwanzen sind nicht bei allen Menschen sichtbar, doch wenn, dann treten sie meist in einer Reihe, der Wanzenstraße, auf. (Quelle: Joel Carillet/Getty Images)

Laut UBA reagieren Menschen unterschiedlich auf Bettwanzenbisse. Während bei einigen Personen Quaddeln und Rötungen auftreten, zeigen sich bei anderen keine Symptome. Unbedeckte Körperbereiche, wie Arme, Beine, Füße, Schultern, Nacken, Hals und Gesicht, werden vor allem in der Nacht von den Tierchen heimgesucht.

Es ist gar nicht so einfach, Bettwanzenbisse von Flohbissen zu unterscheiden: Beide Insekten zählen zu den Blutsaugern und hinterlassen mehrere Bisse. Im Gegensatz zu Wanzenbissen jucken Flohbisse aber in der Regel stärker und verursachen teilweise Papeln – erbsengroße Verdickungen – auf der Haut.

Tipp: Wenn Sie keine Haustiere besitzen, liegt es nahe, dass es sich um Bettwanzen handelt – Flöhe werden hierzulande größtenteils durch Hunde und Katzen übertragen.

Behandlung von Bettwanzenbissen

"Bettwanzen übertragen keine Krankheiten", erklärt der Schädlingsbekämpfer Tesmer. In den meisten Fällen lassen sich die Bisse mit rezeptfreien Salben oder Medikamenten behandeln. Je nach Stärke des Juckreizes und Art der Reaktion können Wirkstoffe wie Cortison oder Hydrocortison eingesetzt werden. Im Zweifelsfall sollten Sie einen Arzt kontaktieren.

Wenn die betroffenen Stellen geschwollen sind, starken Juckreiz auslösen und sich Quaddeln bilden, könnte eine allergische Reaktion dahinterstecken: Die Inhaltsstoffe aus dem abgegebenen Speichel führen zu diesen Symptomen. Kontaktieren Sie in diesem Fall einen Arzt.

Hinweis: Auch wenn es sehr unangenehm ist, sollten Sie die juckenden Stellen nicht aufkratzen. Denn im schlimmsten Fall könnte eine kleine Wunde entstehen, in der Bakterien eine Entzündung verursachen.  

Bettwanzenbekämpfung: Wie werden Sie sie los?

Es empfiehlt sich, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu kontaktieren. Nur so können Sie sichergehen, dass die Tiere restlos beseitig werden und sich auch keine Eier mehr in Ihrer Wohnung befinden. Diese sind nur etwa einen Millimeter groß und milchig-weiß. Die Weibchen legen pro Tag etwa zwölf Eier – in ihrem ganzen Leben bis zu 200. 

Sollten Sie das Gefühl haben, es könnten sich Bettwanzen eingenistet haben, empfiehlt Tesmer deshalb als ersten Schritt, mit einem Kammerjäger zu sprechen. Dieser klärt ab, ob es sich tatsächlich um Bettwanzen handelt und welche Maßnahmen notwendig sind. Wie ein Spürhund Bettwanzenbefall erkennt, erfahren Sie hier.

Insektizide

"Wir empfehlen, eine Spritzbehandlung mit Insektiziden durchzuführen. Durch die Langzeitwirkung der Mittel können wir so alle Stadien der Bettwanze zerstören. Ein Problem sind nämlich die Eier der Bettwanze: Die können wir derzeit mit keinem Mittel direkt zerstören. Bei Insektiziden warten wir einfach, bis die Bettwanzen schlüpfen. Sie vergiften sich, wenn sie mit dem Mittel in Berührung kommen", erklärt der Berliner Schädlingsbekämpfer.

Für Menschen und Wirbeltiere wie Katzen und Hunde seien die Insektizide nicht giftig. Es könne jedoch zu allergischen Reaktionen wie Husten und Schnupfen kommen. 

Insektizide, auch im Internet beworbene, sollten Sie nicht im Alleingang verwenden, warnt das Umweltbundesamt. Nur professionelle Schädlingsbekämpfer können diese adäquat anwenden. Fehlerhafte Anwendung könnte unter Umständen sogar gesundheitsschädlich wirken. 

Temperaturmethode

Da Wanzen, wie andere Schädlinge auch, zunehmend resistent gegen Pestizide werden, setzen Schädlingsbekämpfer die sogenannte Hitzemethode als Alternative gegen die Insekten ein. Dabei wird der befallene Raum mit circa 50 Grad heißer Luft befüllt. Im Laborversuch des Berliner Umweltbundesamts hat sich gezeigt, dass Bettwanzen bei 45 Grad schon nach 20 Minuten absterben. Grund dafür ist, dass die Eiweißverbindungen ab dieser Temperatur in den Enzymen denaturieren (umwandeln) und die Stoffwechselvorgänge stoppen. Auch Temperaturen unter -18 Grad überleben die Tiere nicht.

Eine Behandlung mit Wärme oder Kälte sei aber schwierig, wenn sie in bewohnten Räumen durchgeführt werde. Außerdem sei es schon zu Bauschäden in alten Gebäuden beim Einsatz von Wärmesystemen gekommen, erklärt der Experte.

Kosten der Bettwanzenbekämpfung

Die Kosten hängen von der Art und Anzahl der Behandlungen ab. Eine Behandlung durch Insektizide ist meist günstiger, für die Behandlung mit Wärme und Kälte fallen höhere Kosten an. Je stärker der Befall, desto mehr Behandlungen sind notwendig. Die Bekämpfung kann sich dann über mehrere Wochen erstrecken.

Kammerjäger in der Nähe finden Betroffene zum Beispiel auf den Internetseiten des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband (DSV).

Tipp: Fragen Sie den Eigentümer von Haus oder Wohnung, ob er eventuell für die Kosten aufkommt.

Unterstützende Maßnahmen selbst durchführen

Um den professionellen Schädlingsbekämpfer zu unterstützen, können Sie selbst kleine Maßnahmen durchführen. Sie können Bettwanzen aufsaugen, indem Sie beispielsweise das befallene Bett absaugen. Den Staubsaugerbeutel oder Auffangbehälter sollten Sie dann in einer Plastiktüte verschließen und im Tiefkühlfach einfrieren.

Kleidung kann bei 60 Grad gewaschen oder im Wäschetrockner ebenfalls bei 60 Grad von den Parasiten befreit werden. Gegenstände wie Bücher, die nicht mit Insektiziden in Berührung kommen sollen, können Sie für drei Tage ins Gefrierfach legen.

Bettwanzen vorbeugen: So halten Sie die Parasiten fern

Es ist schwierig, Bettwanzen vorzubeugen. Es gibt keine Methode, sich garantiert vor den Schädlingen zu schützen. Sie können aber einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um das Risiko eines Befalls zu senken. 

  1. Bevor Sie ein Zimmer in einem Hotel oder einer Jugendherberge beziehen, überprüfen Sie es auf Anzeichen von Bettwanzen und verlangen Sie gegebenenfalls eine andere Unterbringung. 
  2. Schaffen Sie sich gebrauchte Möbel erst dann an, wenn Sie durch eine gründliche Inspektion ausschließen können, dass Bettwanzen darin am Werk sind. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie die Möbelstücke im Winter bei Frost auch für zwei Tage nach draußen stellen.
  3. Stellen Sie Ihren Koffer im Hotelzimmer nicht auf den Boden oder in die Nähe des Betts und halten Sie ihn stets verschlossen. 
  4. Lagern Sie auf Reisen getragene Kleidung in luftdichten Beuteln beziehungsweise speziellen Aufbewahrungsbehältern. Bettwanzen orientieren sich nach dem menschlichen Geruch und nisten sich deshalb oft in getragener Kleidung ein.
  5. Waschen Sie Ihre Kleidung nach dem Urlaub außerdem bei mindestens 60 Grad. Ebenso gehen Sie vor, wenn Sie gebrauchte Kleidung im Internet oder auf dem Flohmarkt kaufen. Alles, was in der Waschmaschine nicht bei 60 Grad gewaschen werden kann, können Sie alternativ auch 48 Stunden lang einfrieren. 
Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Umweltbundesamt (UBA)
  • Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg Vorpommern
  • Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband (DSV)
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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