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Im Winter richtiges Lüften: Tipps gegen Schimmel in der Wohnung

Schimmel vermeiden  

Lüften ist auch im Winter Pflicht

15.12.2018, 21:40 Uhr | db , dpa-tmn, t-online.de

So langsam wird es kühler: Wir geben Tipps zum Heizen und Lüften. (Quelle: imago / Waldmüller)
So heizen und lüften Sie richtig

Was ist die beste Raumtemperatur, wie kann ich beim Heizen sparen? Wir geben Tipps! (Quelle: inFranken.de)

Bevor es kühler wird: Zehn Tipps zum richtigen Heizen und Lüften. (Quelle: inFranken.de)


Sobald die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, ist allein der Gedanke an geöffnete Fenster ungemütlich. Doch trotz behaglicher Wärme im Haus ist Lüften im Winter notwendig, um Schimmel zu vermeiden. Wir erklären, wie Sie in der kalten Jahreszeit richtig lüften. 

Richtig lüften verhindert Schimmel

Durch die gute Isolierung, die heute fast überall Standard ist, bleiben die Innenwände auch im Winter verhältnismäßig warm. Dringt nun kalte und feuchte Luft von außen ein, kondensiert die Feuchtigkeit an den warmen Wänden. Sie kann nicht mehr entweichen und zieht unter anderem in die Wände. Für Schimmelsporen sind das ideale Wachstumsbedingungen.

Im Sommer greift allerdings der Umkehreffekt: Warme, feuchte Luft dringt ein und kondensiert an den kühlen Wänden. Hierdurch ist ebenfalls die Schimmelgefahr erhöht.

Trotz Kälte im Winter richtig lüften

Das Problem des kondensierenden Wassers betrifft vor allem Stellen mit schlechter Luftzirkulation. Hier ist der Luftaustausch sehr begrenzt, weshalb die warme Innenluft diese Stellen nicht erreicht und Schimmel entsteht.

Wie oft täglich gelüftet werden muss, hängt von der Raumnutzung ab. Zimmer in denen Sie sich häufiger aufhalten, müssen regelmäßiger gelüftet werden. Dabei gilt: Mehrmals täglich stoßlüften. Im Idealfall werden gegenüberliegende Fenster gleichzeitig für fünf bis zehn Minuten geöffnet. So entsteht ein Luftzug, der die verbrauchte Luft nach draußen transportiert. 

Vermeiden Sie, Fenster über mehrere Stunden nur auf Kipp zu öffnen. Die Luft wird so nicht ausreichend ausgetauscht und die Räume kühlen aus. Diese wieder aufzuheizen, kostet mehr Energie

Wie lange bei Minusgraden lüften?

Ja, auch wenn es draußen eisig kalt ist, muss gelüftet werden. Allerdings können Sie die Zeit hier verkürzen. Die Beratungsgesellschaft co2online empfiehlt folgende Lüftungszeiten:

JahreszeitLüftungszeit
Dezember bis Februar4 bis 6 Minuten
März8 Minuten
April bis Oktober12 bis 15 Minuten
November 8 bis 10 Minuten

Küche, Badezimmer und Schlafzimmer lüften

In Küche und Badezimmer entwickelt sich beim Kochen und Duschen mehr Feuchtigkeit als in anderen Räumen. Diese muss durch regelmäßiges Lüften abtransportiert werden. Wenn Sie im Bad kein Fenster haben, öffnen Sie die Tür und lüften den Rest der Wohnung. Im Schlafzimmer sollten Sie morgens nach dem Aufstehen stoßlüften. 

Beachten Sie auch, dass Sie häufiger Lüften müssen, wenn Sie Wäsche trocknen oder viele Pflanzen haben. Kondenswasser an den Scheiben ist ein Hinweis, dass Sie zu wenig lüften.

Lüften in Treppenhaus und Keller?

Für Treppenhaus und Keller gelten die gleichen Empfehlungen wie für Wohnräume. Oftmals sind die Fenster im Treppenhaus ständig auf Kipp geöffnet. Dies begünstigt Schäden durch Frost und Regen sowie Schimmelbildung. Zudem zieht die Kälte bis in die Wohnungen.

Der Winter ist zudem die ideale Zeit, um Keller trocken zu lüften. Der "Bund-Heidelberg" empfiehlt dazu, über den Tag mehrmals zu lüften. Die kalte Außenluft nimmt beim Erwärmen Feuchtigkeit auf. Am nächsten Tag wird die Luft gegen frische, kalte Luft ausgetauscht. Diese kann dann wieder Feuchtigkeit aufnehmen. 

Vorsicht bei zweifachverglasten Fenstern

Neue Fenster sind in der Regel energieeffizienter. Zum einen verhindern sie durch die Zweifach- oder Dreifachverglasung Wärmeverluste in Gebäuden. Mehrere Dichtungen verhindern zum anderen, dass warme Raumluft wie bei alten Fenstern unkontrolliert entweichen kann und kalte Luft hereinströmt. Der Haken: Bewohner müssen deutlich mehr lüften.

Helfen kann hier eine Lüftungsanlage, erklärt das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau. Sie tauschen feuchte, verbrauchte Luft gegen frische aus, senken das Schimmelrisiko und können durch Wärmerückgewinnung Heizenergie sparen. Werden mehr als ein Drittel der Fensterflächen erneuert oder bei Einfamilienhäusern mehr als ein Drittel der Dachfläche neu abgedichtet, schreibt die DIN-Norm 1946-6 ein Lüftungskonzept sogar vor.

Die Kosten für Lüftungsanlagen bei Einfamilienhäusern liegen je nach Ausstattung zwischen 2000 Euro bei reinen Abluftanlagen und bis 15 000 Euro für kontrollierte Lüftungen. Wichtig zu wissen: In Gebäuden, die vor dem 1. Februar 2002 errichtet wurden, fördert die KfW den Einbau einer Wohnungslüftung mit einem Zuschuss von bis 7500 Euro pro Wohneinheit. Die Förderung erfolgt im Rahmen des Programms "Energieeffizient Sanieren" (Programm 430).

Richtig lüften im Sommer

Lüften Sie im Sommer nur in den frühen Morgen- und späten Abendstunden, wenn Außen- und Innentemperatur weitestgehend angeglichen sind. Lüften Sie nicht über Stunden, lieber öfter und dafür kurz. Das Stoßlüften durch die Fensterlüftung gilt insbesondere für Kellerräume. Sind die Temperaturen auch nachts nicht deutlich niedriger als tagsüber, sollten Sie ganz aufs Lüften verzichten.

Weitere Tipps für Lüften im Neubau lesen Sie hier.

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