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Kosten für den Einbruchschutz sind überschaubar

Nicht an der falschen Stelle sparen  

Wirksamer Einbruchschutz kostet keine Unsummen

22.10.2018, 10:04 Uhr | rw, jb, t-online.de

Kosten für den Einbruchschutz sind überschaubar. Abschließbare Fenster (Quelle: Getty Images/Devenorr)

Abschließbare Fenster: Lassen Sie die Schutzmaßnahmen von einem Fachmann installieren. Nur dann sind die Produkte auch wirkungsvoll. (Quelle: Devenorr/Getty Images)

Der Schutz vor Einbrechern wird beim Hausbau und beim Umbau von Bestandsimmobilien fast immer vernachlässigt. Darauf weist die Initiative für aktiven Einbruchschutz "Nicht bei mir!" hin. Aus Kostengründen werde an der Sicherheit gespart.

In ein ungesichertes Haus dringen Einbrecher binnen weniger Sekunden ein und können es ausräumen. Die Kosten für wirksamen Einbruchschutz sind überschaubar: Eine einbruchhemmende Haustür inklusive eines VdS-geprüften Schließzylinders mit Sicherungskarte sowie einbruchhemmende Fenster mit Pilzkopfbeschlägen im Erdgeschoss – das sei das Minimum der notwendigen Sicherheitstechnik, so die Initiative.

Mehrkosten für wirksame Einbruchschutzmaßnahmen

Für diese Grundausstattung entstehen bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus je nach Größe Mehrkosten zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Noch umfassenderen Schutz biete darüber hinaus eine einfache Alarmanlage, die mit etwa 2.000 Euro zu Buche schlage. 

"Eine gute Einbruchmeldeanlage erkennen Sie an der Zertifizierung 'VDS' oder an der europäischen Norm '50131 Klasse 2'", erklärte Dirk Struckmeier, Kriminalhauptkommissar bei der Polizei Gütersloh.

Um finanzielle Hürden zu senken, wird der Einbruchsschutz staatlich gefördert. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bezuschusst den Einbau von einbruchhemmenden Türen und Fenstern, Alarmanlagen sowie Beleuchtungs- und Zugangskontrollsystemen. 

Einbruchschutz beim Hausbau berücksichtigen

"Einbruchsicherheit beginnt schon beim Neubau", mahnt auch der Verband privater Bauherren (VPB). Türen und Fenster sollten der Normen DIN EN 1627ff entsprechen. Die Polizei empfiehlt die Widerstandsklasse RC 2.

Wenn in der Baubeschreibung lediglich unkonkret vom Einbau einbruchsicherer Türen die Rede sei, reiche das nicht aus, warnt der VPB. Häuslebauer sollten darauf achten, dass DIN-Zertifizierung und Widerstandsklasse explizit genannt werden. Am Bau sollte dann überprüft werden, ob die vertraglich vereinbarte Qualität auch wirklich geliefert wurde.

Einbruchschutz sinnvoll nachrüsten

Auch wer in einem alten Haus wohnt, der ist dunklen Gestalten nicht schutzlos ausgeliefert. Jedes Haus lässt sich nachrüsten. Einbrüche werden in Mehrfamilienhäusern zu 56 Prozent über die Wohnungstür verübt. 81 Prozent der Einbrüche bei Einfamilienhäusern erfolgen über die Fenster und Fenstertüren.

Vor allem an diesen Punkten sollte man also nachrüsten. Mit Aufschraubsicherungen oder dem Einbau von Pilzkopfzapfenbeschlägen kann man Fenster und Terrassentüren nachträglich einbruchsicher machen.

Zur nachträglichen Sicherung der Wohnungstür kommen Querriegelschlösser, Stangenschlösser, Bandsicherungen und Kastenzusatzschlösser infrage. Allerdings taugen viele dieser Produkte wenig, wie die Stiftung Warentest 2017 herausfand. Beim Test von 15 Türsicherungen zum Nachrüsten fielen neun Produkte mit "mangelhaft" durch. Von Kastenzusatzschlössern raten die Prüfer komplett ab.

Achtung
Wenn Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus Nachrüsten wollen, sollten Sie darauf achten, dass die Produkte an den Türen oder Fenstern jeweils aufeinander abgestimmt sind. 

Übersicht der Maßnahmen und Kosten

Für das Fenster ist das Nachrüsten mit folgenden Produkten sinnvoll:

  • abschließbare Fenstergriffe
  • Aufschraubsicherungen
  • Pilzkopfzapfen (je nach Fenstergröße bis zu acht Stück pro Fenster).

Die Kosten belaufen sich dabei pro Fenster auf etwa 200 Euro an Materialkosten zuzüglich Kosten für die fachgerechte Montage.

Wer noch mehr Sicherheit wünscht, kann bei seinen Fenstern auch Fenstergitter (etwa 200 Euro Materialkosten bei einer Maßanfertigung) oder Fensterstangenschlösser (etwa 150 Euro Materialkosten) montieren lassen.

Neben den Fenstern sollten Sie auch Ihre Türen nachrüsten lassen. Hierfür werden folgende Produkte empfohlen:

  • Zylinderschloss (Mehrfach- oder Einfachverriegelung mit Hakenschwenkriegel)
  • Profilzylinder mit Bohrschutz
  • Schutzbeschlag
  • Fallensperre
  • Türspion
  • Bändersicherungen über Hintergreifhaken (je nach Größe der Tür bis zu vier Stück)

Für ein gutes Zylinderschloss sollten Sie mit mindestens 150 Euro und für den Profilzylinder mit etwa 70 Euro an Materialkosten rechnen. Schutzbeschläge gibt es ab 50 Euro. Für eine Fallensperre können bis zu 200 Euro an Materialkosten anfallen. Ein Türspion ist hingegen schon ab 15 Euro (Materialkosten) erhältlich.  Pro Bändersicherung fallen bis zu 12 Euro pro Stück reine Materialkosten an. Hinzu kommen noch die Kosten für die Montage durch den Fachmann.

Vergessen Sie darüber hinaus nicht, auch diese Sicherung der Terrassentür, der Kellertür sowie der Garagentore.

Welche Sicherheitstechnik im Einzelfall am sinnvollsten ist, darüber beraten die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen kostenlos und oft sogar vor Ort im eigenen Zuhause

Einbruchschutz in professionelle Hände geben

Ob in der Bauplanung oder für die Nachrüstung – effektiver Einbruchschutz bedarf Fachwissen und Erfahrung. Der Einbau von Sicherheitstechnik sollte daher immer vom Fachmann erfolgen, denn eine fehlerhafte Installation macht die hochwertigsten Vorrichtungen wirkungslos. 

Geeignete Profis können die polizeilichen Beratungsstellen empfehlen. Viele Landeskriminalämter bieten auf ihren Webseiten auch Herstellerverzeichnisse und Errichterlisten zum Download an. Darin werden sowohl vertrauenswürdige Produkte als auch qualifizierte Fachbetriebe für deren Einbau aufgelistet.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche
  • K-Einbruch.de
  • Netzwerk "Zuhause sicher"
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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