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Johannisbeerstrauch: Tipps zur Pflege und Behandlung gegen Schädlinge

t-online, THU

Aktualisiert am 22.04.2021Lesedauer: 4 Min.
Rote Johannisbeeren: Entfernen Sie erst nach dem Waschen die Früchte von den Stielen.
Rote Johannisbeeren: Entfernen Sie erst nach dem Waschen die Früchte von den Stielen. (Quelle: LisaValder/getty-images-bilder)
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Johannisbeeren sind beliebt als Frucht für Marmelade, im Kuchen oder im Dessert. Die kleinen Früchtchen sind große Lieferanten von Vitamin C. Dies gilt vor allem für die schwarze Johannisbeere. Außerdem werden im Garten auch weiße und rote Johannisbeeren angepflanzt.

Das Wichtigste im Überblick


  • Rot, Weiß, Schwarz – alles zu den einzelnen Sorten
  • Johannisbeeren ernten
  • Johannisbeeren – der ideale Standort
  • Das ist beim Düngen und Schnitt zu beachten
  • Haltbarkeit der Früchte
  • Was tun gegen Läuse und Pilzbefall?

Rot, Weiß, Schwarz – alles zu den einzelnen Sorten

Am bekanntesten ist die rote Johannisbeere ((Ribes rubrum). Es gibt sie in unzähligen Sorten. Weiße Johannisbeeren sind milder und nicht ganz so sauer im Geschmack wie die roten, und auch nicht so aromatisch wie die schwarzen Beeren. Schwarze Johannisbeeren (Ribes nigrum) sind diejenigen mit dem höchsten Gehalt an Vitamin C. Ihr Geschmack ist herber, aber nicht so sauer wie der der roten und weißen Verwandten.

Rote Johannisbeeren Weiße Johannisbeeren Schwarze Johannisbeeren
Erntezeit Teilweise Ende Juni bis Mitte Juli Teilweise ab Mitte Juni reif Große Beeren
Geschmack Feinsäuerliches
Mild bis säuerlich Intensiv
Beeren sind gut geeignet für Marmelade, Saft Marmelade, Gelees, Sofortverzehr Marmelade, Saft, Likör
Pflege Teilweise anspruchsvoll Regelmäßiger Rückschnitt nach der Ernte notwendig Geschützter Standort nötig Teilweise frostempfindlich Anfällig für Krankheiten Regelmäßiger Rückschnitt nach der Ernte notwendig Halbschattiger Standort Robuste Pflanze Starker Rückschnitt der Hauptriebe nach der Ernte Teilweise nicht selbstfruchtbar – sie benötigt eine andere Sorte, um Früchte zu bilden. Sonniger Standort Teilweise unempfindlich gegenüber Frost
idealer Boden Leicht säuerlicher Boden Humusreiche Erde Leicht säuerlicher Boden Humusreiche Erde Sandiger Lehmboden Humusreiche Erde
Vitamin-C-Gehalt bei 100 Gramm Früchten 30 bis 50 mg 30 bis 50 mg 170 mg

Johannisbeeren ernten

Johannisbeeren können zwischen Juni und Juli geerntet werden. Ideal ist der späte Vormittag. Dann enthalten die Beeren noch ausreichend Feuchtigkeit und Kraft von der Nacht. Sie sollten die Beeren etwa alle drei Tage ernten. Andernfalls können sie an Frische und Aroma verlieren. Allerdings sollten Sie dabei nur reife Beeren mitnehmen. Denn anders als beispielsweise Äpfel reifen Johannisbeeren nicht nach.

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Achtung
Kontrollieren Sie beim Ernten den Strauch auch auf schimmelige Beeren und entfernen Sie diese am besten umgehend.

Entfernen Sie beim Ernten immer den gesamten Fruchtstand.

Johannisbeeren – der ideale Standort

Johannisbeerpflanzen bevorzugen windgeschützte Standorte. Die Lage kann sonnig oder halbschattig sein. Der Standort beeinflusst den Geschmack der Beeren. Ein sonniger Standort sorgt für einen höheren Zuckergehalt. Die Früchte sind somit süßer.

Der Boden sollte weder besonders trocken noch staunass sein. Optimal ist ein Boden mit einem neutralen bis schwach sauren pH-Wert. In sonnigen Lagen sind die Erträge des Beerenstrauchs in der Regel besonders ergiebig.

Schwarze Johannisbeeren: Die dunklen Früchte haben einen hohen Vitamin-C-Gehalt.
Schwarze Johannisbeeren: Die dunklen Früchte haben einen hohen Vitamin-C-Gehalt. (Quelle: Beata Haliw/getty-images-bilder)

Übrigens
Die Jostabeere ist eine Mischung aus der Schwarzen Johannisbeere und der Stachelbeere. Sie gehört aber zu den Stachelbeergewächsen, auch wenn ihre Früchte eher einer Johannisbeere ähneln.

Das ist beim Düngen und Schnitt zu beachten

Die Anreicherung des Bodens mit Kompost unterstützt den Wachstumsprozess. Zwischen Herbst und Frühjahr können die Setzlinge jederzeit eingesetzt werden, solange der Boden frostfrei ist. Wer eine Heckenkultur bevorzugt, wählt Abstände von 50 Zentimeter. Für eine Buschkultur sind 1,5 bis 1,8 Meter Abstand notwendig. Damit Heckensträucher gerade wachsen, bekommen sie am besten einen Stab als Unterstützung.

Die kräftigste Rute bildet den Hauptstamm; er wird nicht oder nur bei starken Schädlingsbefall gestutzt. Die anderen Triebe werden knapp über dem Boden zurückgeschnitten. Auch die Seitentriebe werden gekürzt. Zwei Knospen können übrig bleiben und werden mittels einer weichen Schnur mit dem Stützstab verbunden.

Weiße Johannisbeeren: Die hellen Früchte haben nur eine milde Säure.
Weiße Johannisbeeren: Die hellen Früchte haben nur eine milde Säure. (Quelle: Annimei/getty-images-bilder)

Johannisbeeren vermehren

Das Obstgehölz können Sie ganz einfach durch Steckholz oder Stecklinge vermehren. Der ideale Zeitpunkt ist der Herbst.

Für die Vermehrung über Steckholz werden kräftige Triebe aus der vorherigen Saison verwendet. Schneiden Sie diese in etwa zehn bis 15 Zentimeter lange Stücke. Binden Sie anschließend mehrere Triebe in einem Bündel zusammen und tief in die Erde gesteckt. Lediglich eine Daumenbreite sollte von dem Steckholz noch zu sehen sein.

Gießen Sie das Steckholz regelmäßig, die Erde sollte nicht austrocknen. Hilfreich ist es auch, das Steckholz an einen schattigen Ort in die Erde zu stecken, da hier der Boden nicht so schnell austrocknet.

Im Frühjahr können Sie das Steckholz aus der Erde holen. Haben sich Wurzeln gebildet, können Sie sie entsprechend ins Beet pflanzen.

Haltbarkeit der Früchte

Sie können reife Johannisbeeren relativ lange am Busch hängen lassen, sie halten sich dort gut. Wenn Sie die Beeren gepflückt haben, sollten Sie sie dagegen möglichst verzehren. Die Lagerungszeit beträgt nur etwa zwei bis drei Tage. Dazu werden die Beeren auf einem großen Teller verteilt und mit Klarsichtfolie abgedeckt. Zudem sind Johannisbeeren nicht klimakterisch – das heißt, sie reifen nach der Ernte nicht nach.

Tipp
Alten Sie den Fruchtstand oben mit den Fingern fest, sodass die Beeren auf ihre natürliche Art und Weise herunterhängen – wie am Strauch. Nun können Sie mit den Fingern der anderen Hand vorsichtig am Fruchtstiel langfahren und so die Beeren ohne Stiel mühelos entfernen.

Waschen sollten Sie die Johannisbeeren immer mit Stiel. Wird der Stiel vorher entfernt, verlieren sie zu viel Saft. Wer sie für später aufbewahren will, sollte sie allerdings nicht waschen.

Um Johannisbeeren einzufrieren, werden sie gewaschen und von den Stielen mit einer Gabel abgestreift. Dann verteilt man sie großflächig auf einem Tablett und gibt sie so ins Gefrierfach. Erst in gefrorenem Zustand werden sie platzsparend in ein Gefäß umgefüllt. Um aus den Beeren Saft oder Gelee herzustellen, können die Rispen und Stiele ruhig mitgekocht werden. Sie enthalten reichlich Gerbsäure und geben darum viel Aroma.

Was tun gegen Läuse und Pilzbefall?

Der größte Feind beim Anbau der Früchte ist die weiße Johannisbeerblasenlaus. Am besten schützt man die Johannisbeerpflanze durch eine ausgewogene Düngung. Auch gründliches Mulchen sowie regelmäßiges Schneiden helfen den Johannisbeeren, gesund zu bleiben. Sollte sich jedoch ein weißfilziger Belag gebildet haben, sind die Sträucher von der Maulbeerschildlaus befallen. Dagegen helfen regelmäßiges Bürsten der Pflanze und das abspritzen mit einem härteren Wasserstrahl.

Johannisbeeren sind nicht nur von Ungeziefer befallen, auch für die Rotpustelkrankheit und Echten Meltau ist die Beere anfällig. Durch eine Unterpflanzung mit Wermut wird die Pflanze widerstandsfähiger. Gegen Pilzkrankheiten helfen vorbeugend Brennnessel- oder Schachtelhalmbrühe.

Johannisbeerblätter verwenden

Neben den Beeren können Sie auch die Blätter der Johannisbeere verwenden. Der Geschmack ist leicht herb. Daher werden sie vorwiegend getrocknet und als Tee zubereiten. Aber auch in Milchshakes oder zur Dekoration von Desserts können Sie Johannisbeerblätter verwenden. Da sie Vitamin C, Flavonoide und Polyphenole enthalten, sind sie in Maßen sogar gesund.

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Häufig werden hierfür Blätter der Schwarzen Johannisbeere verwendet. Am besten werden diese im Frühling geerntet.

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