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Komposteimer: So stinkt er garantiert nicht mehr

t-online, pg

Aktualisiert am 06.05.2021Lesedauer: 4 Min.
Küchenabfälle: Wenn sie im Biomülleimer landen, riecht es oft streng.
Küchenabfälle: Wenn sie im Biomülleimer landen, riecht es oft streng. (Quelle: imagebroker/begsteiger/imago-images-bilder)
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Er ist praktisch und nachhaltig, stinkt aber oft: der Biomülleimer in der Küche. Dabei gibt es mittlerweile Kompostbehälter, die mit einem einfachen Trick gut belüftet werden und Gerüche neutralisieren.

Das Wichtigste im Überblick


  • Warum stinken Biomülleimer?
  • Was darf in den Komposteimer?
  • Was gehört nicht in den Biomüll?
  • Welche Komposteimer gibt es?
  • Welche Alternativen sind sinnvoll?

Komposteimer in der Küche sind eigentlich eine gute Idee. Denn in ihnen wird organischer Bioabfall gesammelt. Dieser wird nicht wie Rest- oder Hausmüll verbrannt, sondern vergoren und später zu Biogas umgewandelt. Das ist klimafreundlich und nachhaltig.

Und im Übrigen genauso sinnvoll wie das Sammeln von Rasenschnitt, Laub oder zerkleinerten Ästen auf dem Komposthaufen im Garten. Aus diesen Abfällen entsteht mit wenig Aufwand organischer Dünger, oder besser gesagt: ein Nachschub an humoser Erde. Die können Sie für Balkonpflanzen oder Blumenbeete verwenden. So legen Sie einen Kompost richtig an.

Warum stinken Biomülleimer?

Doch im Gegensatz zum Garten, wo sich der Komposthaufen – fernab von Augen und Nase – in einer entlegenen Ecke versteckt, steht der heimische Komposteimer mitten in der Küche. Besonders im Sommer, wenn die Temperaturen steigen, verbreitet sich dann oftmals ein ekliger Geruch.

Biomüll aus der Küche: Er wird später in der großen Biotonne entsorgt.
Biomüll aus der Küche: Er wird später in der großen Biotonne entsorgt. (Quelle: Enters/imago-images-bilder)

Dieser entsteht, weil sich Essensreste und Küchenabfälle schneller zersetzen. Wird der Biomüll dann noch gepresst, entwickelt sich Ausdünstungen. Zudem vermehren sich Pilze und Bakterien unter diesen feuchtwarmen Bedingungen rascher. Auch Insekten wie Fruchtfliegen kreisen dann gern um den Komposteimer.

Was darf in den Komposteimer?

Oftmals liegt der Gestank aber auch am Inhalt. Denn das Meiste was im Komposteimer entsorgt werden kann, ist nach einigen Tagen alles andere als geruchsneutral. Folgende Abfälle können Sie zum Beispiel in den Bio-Mülleimer werfen:

  • Obst- und Gemüseabfälle (Schalen, Griepsch, Kerngehäuse)
  • Küchenkräuter (auch mit Topfballen, aber ohne Topf)
  • Teebeutel und -reste
  • Kaffeesatz und -filter
  • Nuss- und Eierschalen
  • verwelkte Blumen und Balkonpflanzen (mit Erde)
  • Küchenpapier, Papierhandtücher und Taschentücher, Servietten
Biomülleimer: Pflanzenreste werden hier entsorgt.
Biomülleimer: Pflanzenreste werden hier entsorgt. (Quelle: Enters)

Zudem können Sie den Komposteimer mit Speiseresten befüllen, sowohl rohe, gekochte, gebratene als auch verdorbene Lebensmittelmittel. Reste von Brot und sonstigen Backwaren sind ebenso erlaubt.

Info
Als kompostierbare Küchenabfälle gelten in einigen Kommunen auch Fleisch-, Wurst- und Fischreste sowie Milchprodukte. Doch Fliegen fühlen sich gerade von diesen tierischen Abfällen magisch angezogen und legen dort ihre Eier ab. Zudem setzt faulendes Fleisch Buttersäure und Schwefelwasserstoff frei. Das stinkt besonders stark.

Was gehört nicht in den Biomüll?

Sogenannte nicht kompostierbare Abfälle dürfen nicht im Biomüll entsorgt werden. Darunter zählen zum Beispiel:

  • Fette (Bratenfett, Kokosfett)
  • Öle (Frittieröl)
  • Zigarettenkippen
  • Verpackungsreste
  • Plastikabfälle
  • Glasscherben
  • Steine und Ton
  • Folie aus Metall und Plastik

Welche Komposteimer gibt es?

Der Geruch, der mit dem Zersetzen der Bioabfälle einhergeht, macht manch guten Vorsatz zunichte, auch etwas im Alltag für den Klimaschutz zu tun. Doch es gibt Möglichkeiten, mit denen organische Abfälle in der Küche klug gesammelt und entsorgt werden können. Dabei lässt sich der unangenehme Geruch mit ein paar einfachen Tricks leicht eindämmen.

Kleinerer Mülleimer – häufiger leeren

Allgemein gilt die Faustregel: häufig leeren – am besten alle ein bis zwei Tage – und den Abfall in der großen Biotonne im Hof entsorgen, die von Recyclingfirmen abgeholt wird. Zudem ist es ratsam, von vornherein kleinere Komposteimer in der Küche zu verwenden, die schon aufgrund ihres Fassungsvermögens öfter geleert werden müssen. Empfehlenswert sind zum Beispiel drei bis fünf Liter.

Komposteimer aus Kunststoff

Biomülleimer aus Kunststoff mit Deckel gibt es in verschiedenen Größen, Farben und Formen. Sie sind günstig im Preis, leicht an Gewicht und lassen sich unkompliziert per Hand oder in der Geschirrspülmaschine reinigen.

Allerdings sind die Plastikbehälter in den meisten Fällen eher einfach gefertigt und kein Hingucker in der Küche. Zudem hinterlassen stark färbende Lebensmittel wie Rote Bete hässliche Flecken in den Innenwänden. Und: Aufgrund des dicht verschlossenen Deckels kommt es im Eimer zu Gärungsprozessen, bei denen stinkende Flüssigkeiten entstehen. Diese sammeln sich zumeist am Boden.

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Komposteimer aus Edelstahl und Emaille

Hochwertiger im Design sind Biomülleimer aus Edelstahl oder emaillierte Komposteimer – oftmals im Vintage-Stil mit Holz-Tragegriff und Beschriftung. Allerdings sind diese Modelle aufgrund ihres Materials auch schwerer. Zudem kann es passieren, dass die Emaille-Schicht mit den Jahren abplatzt und das Metall bei Feuchtigkeit schnell rostet. Auch hier entstehen im luftdicht verschlossenen Komposteimer üble Gerüche.

Einbau-Komposteimer in Küchenzeile

Wer eine Einbauküche besitzt, findet darin oft einen Biomülleimer, der unsichtbar im Schrank integriert ist. Das spart gerade in kleinen Küchen Platz. In den meisten Fällen ist der Komposter mit Behältern für Restmüll und Papier kombiniert.

Ein Nachteil ist allerdings, dass der Eimer häufig einen Deckel mit Gummiabdichtung besitzt. Der Inhalt kann nicht atmen – und wenn der Müllschrank geöffnet wird, kommt einem schon der Geruch entgegen.

Komposteimer mit Aktivkohlefilter

Viele Komposteimer – ob aus Kunststoff, Edelstahl oder Emaille – sind im Handel mit einem gelöcherten Deckel und einem sogenannten austauschbaren Aktivkohlefilter erhältlich.

Das Prinzip dahinter: Die Geruchsstoffe lagern sich sowohl auf der durchlässigen Oberfläche der Aktivkohle als auch in den Zwischenräumen ab. Dabei befindet sich der Filter im Deckel des Eimers, hält Gerüche zurück und sichert die Sauerstoffzufuhr. So faulen die Abfälle unter dem Luftabschluss nicht mehr.

Welche Alternativen sind sinnvoll?

Neben den klassischen Komposteimern gibt es noch Alternativen, die Bio- und Küchenabfälle zuhause direkt verarbeiten:

  • Wurmkiste
    Ist auch als Wurmkomposter bekannt. Eine Holzkiste, die mit Karton und Erde ausgelegt ist, wird mit speziellen Kompostwürmern befüllt. Sie verwerten die organischen Bio- und Küchenabfälle, indem sie mit ihren Ausscheidungen einen Wurmhumus produzieren. Wurmkisten können in der Wohnung, im Keller oder auf dem Balkon aufgestellt werden. Gerüche bilden sich dabei nicht.

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  • Bokashi-Eimer
    Die Idee kommt aus Japan. Ins Deutsche übersetzt heißt Bokashi soviel wie "fermentiertes Allerlei". Das bedeutet: Die Bio- und Küchenabfälle werden weder zersetzt noch kompostiert, sondern fermentiert. Dazu braucht man spezielle luftdicht abgeschlossene Kompostbehälter (Bokashi-Eimer), die den Fermentationsprozess in Gang bringen. Das erledigen spezielle Mikroorganismen und dauert etwa zwei bis drei Wochen. Der entstandene Flüssigdünger kann verdünnt (10 ml auf 500 ml Wasser) an Pflanzen gegeben werden.
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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Beetfrisch
  • Plantura Magazin
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