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Für pralle Früchte: Wie Sie Ihre Tomaten richtig ausgeizen

Für pralle Früchte  

Wie Sie Ihre Tomaten richtig ausgeizen

04.07.2020, 18:53 Uhr | dpa-tmn, jb

Für pralle Früchte: Wie Sie Ihre Tomaten richtig ausgeizen. Pralle Früchte: Das Ausgeizen und Rankhilfen helfen, eine gute Ernte zu bekommen. (Quelle: imago images/Peter Widmann)

Pralle Früchte: Das Ausgeizen und Rankhilfen helfen, eine gute Ernte zu bekommen. (Quelle: Peter Widmann/imago images)

Damit die Tomaten aus dem eigenen Anbau möglichst prall und groß werden, muss man rechtzeitig vorsorgen. Die wichtigste Maßnahme ist das regelmäßige "Ausgeizen". Was ist es und worauf ist zu achten?

Wer pralle, rote Tomaten ernten will, sollte die Pflanzen zwischen Juni und September regelmäßig ausgeizen. Als Ausgeizen bezeichnet man dabei das regelmäßige Wegbrechen der Geiztriebe der Tomatenpflanzen. Die Geiztriebe wachsen meistens in der Achse zwischen dem Haupttrieb und einem Blatt. 

Tomaten ausgeizen: ja oder nein?

Das Ausgeizen hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Positiv an dieser Methode ist, dass die Früchte größer werden, die Pflanze in Form bleibt und zudem weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten sein soll.

Verzichtet man auf das Ausgeizen, bildet die Tomatenpflanze außerdem zu viele starke Seitentriebe, die in Konkurrenz zum Haupttrieb stehen. Die Seitenwüchse bilden zwar ebenfalls Früchte aus, diese sind jedoch nur sehr klein und reifen nicht. Durch die Last der Tomaten verliert die Pflanze zudem an Stabilität. Zweige können abknicken. 

Der Nachteil des Ausgeizens ist, dass durch das Entfernen der Geiztriebe Wunden an den Pflanzen entstehen, die – zumindest für einen kurzen Augenblick – das Risiko eines Pilzbefalls erhöhen können. Es ist daher wichtig, mit sauberen Hilfsmitteln zu arbeiten. Darüber hinaus kann durch das Entfernen falscher Triebe die Ernte ausbleiben. Es ist daher wichtig zu wissen, welche Teile der Tomate entfernt werden dürfen und welche nicht.

Welche Tomaten sollten man ausgeizen?

Nur bestimmte Tomatensorten müssen ausgegeizt werden. Bei Stabtomaten und anderen Sorten, die eher in die Höhe wachsen und beispielsweise auch eine Rankhilfe benötigen, ist dieser Vorgang sinnvoll. Zu den Stabtomaten zählen unter anderem Fleischtomaten.

Welche Tomaten sollte man nicht ausgeizen?

Bei Wildtomaten, Buschtomaten und Balkontomaten können Sie auf das Ausgeizen verzichten. All diese Sorten sind darauf ausgelegt, dass sie in die Breite und nicht nur in die Höhe wachsen. Somit reifen die Früchte auch an den Seitentrieben. Dennoch sollten Sie diese Tomatensorten ab und zu ausdünnen. Sonst werden durch den dichten Wuchs nicht alle Triebe – und somit später auch Früchte – ausreichend mit Licht versorgt. Sie gedeihen dann schlechter. 

Wann sollte man Tomaten ausgeizen?

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn rät, die Geiztriebe möglichst schon zu entfernen, wenn sie noch klein sind – bis auf maximal zehn Zentimeter Länge.

Eine gute Zeit zum Entfernen der Triebe ist morgens, da dann die Wunden am schnellsten eintrocknen. Zudem sollte es möglichst trocken und sonnig sein. Das beschleunigt die Wundheilung.

Wie geizt man Tomaten aus?

Die einfachste Methode ist es, die überschüssigen Seitentriebe einfach mit zwei Fingern wegzubrechen. Unsere Fotoshow zeigt, worauf Sie achten sollten. 

  1. Gießen Sie die Pflanze am Vortag ausreichend. Dadurch verbessert sich die Wundheilung.
  2. Untersuchen Sie am nächsten Morgen die Pflanze nach neuen Trieben.
  3. Haben Sie einen Geiztrieb entdeckt, umfassen Sie diesen mit Ihrem Daumen und Ihrem Zeigefinger.
  4. Bewegen Sie den Trieb langsam nach oben und unten, sodass er sich lockert und sauber bricht. 
  5. Knicken Sie ihn nun sanft weg.

Alternativ können Sie auch mit dem Daumen- und dem Zeigefingernagel den Trieb abknipsen. Hierdurch wird er allerdings nicht an der Sollbruchstelle entfernt, es entsteht eine größere Wunde und Bakterien und Schmutz, die sich unter Umständen unter den Nägeln befinden, können in die Wunde der Pflanze gelangen.

Tomatenpflanze: Der Geiztrieb wächst zwischen dem Haupt- und dem Seitentrieb. (Quelle: imago images/Westend61)Tomatenpflanze: Der Geiztrieb sollte möglichst früh entfernt werden. (Quelle: Westend61/imago images)

Tipp: Tragen Sie beim Ausgeizen möglichst saubere und keimfreie Handschuhe. Beim Ausgeizen fließt der Pflanzensaft, der mit einem Farbstoff versehen ist, auf die Haut. Dieser lässt sich später nur schwer entfernen. Wer lieber ohne Handschuhe arbeitet, kann sich alternativ auch die Hände dick eincremen. Dann lässt sich der Farbstoff später leichter wieder abwaschen.

Blühen die Triebe bereits oder sind sie sehr dick, können Sie sie auch abschneiden.

Tomatenpflanze nach dem Ausgeizen stützen

Ausgeizen ist notwendig, weil die Triebe den Tomaten Wachstumsenergie entziehen, und je größer die Triebe sind, desto größere Wunden entstehen beim Ausbrechen. Durch das Entfernen der Geiztriebe hängen dann allerdings alle Früchte am Haupttrieb. Damit der beim Wachsen nicht unter der Last abknickt, braucht er eine Rankhilfe. Hierfür bieten sich die im Fachhandel erhältlichen Spiralstäbe aus Aluminium oder Edelstahl an, die auch dekorativ aussehen.

Wie oft sollte man Tomaten ausgeizen?

Ihre Tomatenpflanzen sollten Sie am besten regelmäßig ausgeizen. Ideal ist ein Zeitraum von einmal pro Woche.  

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Mein schöner Garten
  • Lubera
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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