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Was Ihr Buchsbaum jetzt dringend braucht

Von dpa-tmn, jb, hs

Aktualisiert am 17.04.2022Lesedauer: 6 Min.
Buchsbaum trimmen: Die Schere sollte möglichst scharf sein, damit die Triebe nicht gequetscht werden.
Buchsbaum trimmen: Die Schere sollte möglichst scharf sein, damit die Triebe nicht gequetscht werden. (Quelle: Science Photo Library/imago-images-bilder)
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Sie ist zwar pflegeleicht, trotzdem sollten Hobbygärtner die Hecke hin und wieder trimmen. Dabei müssen sie auf die richtigen Wetterbedingungen achten, um braunen Stellen oder Infektionen vorzubeugen.

Das Wichtigste im Überblick


Der Buchsbaum ist beliebt, weil er sich gut in Form bringen lässt und pflegeleicht ist. Allerdings haben Hobbygärtner immer wieder mit Schädlingsbefall besonders durch Pilze oder den Buchsbaumzünsler zu kämpfen. Immergrüne Nadelgehölze sind daher eine gute Alternative zu dem Laubgehölz.


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Welcher Buchs für welchen Zweck?

Es gibt etwa 70 verschiedene Buchsbaumsorten, von denen Gärtner in Deutschland aber nur wenige anpflanzen. Für niedrige Hecken eignen sich schwach wachsende Sorten wie "Suffruticosa" oder der "Blaue Heinz". Sie sind zwar anfällig für den Pilz Cylindrocladium buxicola, gelten dafür aber als besonders frosthart.

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Universell einsetzbar ist der "Buxus sempervirens". Er dient als Hecke, Sie können ihn aber auch einzeln anpflanzen. Als Solitär ist auch "Rotundifolia" mit seinen großen runden Blättern gut geeignet.

Buchsbaum mit Setzlingen vermehren

Da sie sehr langsam wachsen, sind große Buchsbäume im Gartencenter vergleichsweise teuer. Wer die Kosten scheut, kann die Büsche über Stecklinge recht einfach selbst vermehren.

  • Schneiden Sie im Herbst einen etwa zehn Zentimeter langen, nicht mehr ganz jungen Zweig ab. Die Rinde sollte an der Schnittstelle schon leicht bräunlich sein.
  • Entfernen Sie die untersten Blätter und stecken Sie den Setzling in die Blumenerde. Bei Zimmertemperatur ohne direkte Sonneneinstrahlung fängt der Setzling bald an zu wachsen. Sie können ihn dann in einen Topf setzen oder im Frühjahr nach draußen pflanzen.
  • Wässern Sie den Buchsbaum vor dem Umpflanzen gründlich. Dann kann er am neuen Standort schon von einem Wasservorrat in seinen Wurzeln zehren.
  • Bis der Busch vollständig angewachsen ist, braucht er täglich Wasser. Die Erde darf in dieser Zeit auf keinen Fall vollständig austrocknen.

Buchsbaum richtig gießen: Auch im Winter wässern

Der Buchsbaum kann selbst bei Trockenheit lange überleben – sofern er nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist. Trotzdem sollten Sie möglichst dafür sorgen, dass der Wurzelballen niemals komplett austrocknet.

Das gilt auch im Winter. Die immergrünen Pflanzen verdunsten Wasser auch in der kalten Jahreszeit über ihre Blätter. Besonders bei trockener, sonniger Kälte, wenn aus dem gefrorenen Erdreich kein Nachschub kommt, drohen Trockenschäden. Dann werden die Blätter braun und ganze Triebe sterben ab.

Halten Sie Buchsbäume in Kübeln feucht, aber nicht zu nass. Im Sommer braucht der Buchsbaum im Topf jeden Tag Wasser. Im Winter reicht es, ihn einmal in der Woche zu gießen.

Wie oft sollte man einen Buchsbaum düngen?

Die meisten Buchsbäume wachsen nur sehr langsam. Deshalb braucht die Pflanze vergleichsweise wenig Nährstoffe – zumindest, wenn sie im Freien steht. Dann genügen ihr Kalk, Eisen und einige Hornspäne. Dünger mit viel Stickstoff kann sogar die Gefahr einer Pilzinfektion erhöhen.

Düngen Sie Ihre Heckenpflanze im Frühjahr, März oder April, mit etwas Langzeitdünger. Das sollte ihr für die nächsten Monate genug Nährstoffe zum Wachsen geben. Ende August oder Anfang September können Sie noch einen Kalimagnesia-Dünger ausbringen. Ob Sie düngen müssen, zeigt eine einfache Bodenanalyse.

Als Topfpflanze hat der Buchsbaum einen höheren Nährstoffbedarf. Von Mitte April bis August können Sie wöchentlich ein wenig Dünger in das Gießwasser geben.

Wie lange kann man den Buchsbaum schneiden?

Ob Kugeln, Pyramiden oder gar komplizierte Tierfiguren – der Buchsbaum lässt sich problemlos in jede Form zurechtstutzen. Er eignet sich zum Schnitt deshalb so gut, weil er auch kräftige Rückschnitte verträgt und sogar im Inneren noch grüne Blätter hat.

Wer keine Figuren herausarbeiten will, sollte trotzdem die Triebe vom vergangenen Jahr zurückschneiden. Denn durch diesen Pflegeschnitt wird das Blattwerk dichter. Vertrocknete Zweige müssen ebenfalls entfernt werden, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Bringen Sie Ihren Buchsbaum zwischen März und September in Form. Später besteht die Gefahr, dass die nach dem Schnitt ausgebildeten Neutriebe nicht mehr rechtzeitig vor dem Wintereinbruch ausreifen und erfrieren. Zwar kann man den Buchsbaum auch noch im Oktober schneiden, dabei sollte es sich jedoch nur um minimale Eingriffe handeln. Den Grund erfahren Sie hier.

Die besten Bedingungen für den Buchsbaumschnitt herrschen an einem trockenen aber bedeckten Tag. Ist es zu heiß, werden die Schnittstellen braun, ist es zu nass, droht Pilzbefall.

Allgemein gilt: Ein Buchsbaumschnitt regt immer zu neuem Wachstum an.

Schnittarten

Beim Buchsbaum gibt es verschiedene Schnittarten.

Grobschnitt

Der Grobschnitt erfolgt vor dem Neuastrieb, also zwischen März und April. Er dient der Formkorrektur.

Feinschnitt

Nach dem Grobschnitt kann der Feinschnitt oder auch Formschnitt erfolgen. Ideal ist hierfür der Monat April Mit ihm werden die Feinheiten herausgearbeitet.

Pflegeschnitt

Zwischen Mai und September – also nahezu den Sommer über – erfolgt der Pflegeschnitt. Durch ihn wird die Form des Buchsbaumes bewahrt. Zwischen den Pflegeschnitten sollten mindestens vier Wochen liegen, damit sich die Pflanze erholen kann.

Info
Das Schnittgut sollten Sie sammeln und im Biomüll entsorgen. Fällt zu viel Rückschnitt an, können Sie auch einen zusätzlichen Behälter beziehungsweise Container bei den Entsorgungsbetrieben ordern.

Der richtige Standort für den Buchsbaum

Buchsbäume fühlen sich das ganze Jahr über im Schatten oder Halbschatten am wohlsten – allerdings bringt Sonne die robusten mediterranen Gewächse auch nicht um. Ist es längere Zeit warm, freut sich der Strauch über eine gelegentliche Dusche, die den Staub von den Blättern spült.

Der Buchsbaum gedeiht gut in Blumenerde, die mit Kompost durchmischt ist. Der Boden sollte möglichst kalkhaltig und humusreich sein.

Die richtige Schere für den Formschnitt finden

Bei der Wahl der Heckenschere gibt es verschiedene Kriterien, die Sie abwägen können: Das Gewicht zum Beispiel macht sich bei einer längeren Hecke auf jeden Fall bemerkbar. Folgende Heckenscheren stehen zur Auswahl:

  • Elektrische Heckenscheren: Sie sind leichter und leiser als benzinbetriebene Geräte. Allerdings wird manchmal ein sehr langes Kabel benötigt.
  • Akku-Scheren: Sie sind leicht, handlich, und leise. Sie sind allerdings nicht geeignet für lange Hecken, da der Akku meist nicht einmal eine Stunde hält.
  • Benzin-Heckenscheren: Die leistungsfähigste Schere zum Schneiden von Buchsbäumen – jedoch auch schwer und laut.

Die Schere sollte zudem möglichst scharf sein, damit die Triebe nicht gequetscht werden. Wenn Sie den Buchsbaum vor dem Schnitt gießen, schneidet es sich leichter.

Klassiker aus der Antike: Die Gartenschere eignet sich für behutsames Nachtrimmen.
Formschnitt: Die Gartenschere eignet sich für behutsames Nachtrimmen. (Quelle: BdB/dpa-tmn-bilder)

Formschnitt für den Buchsbaum

Wenn Sie Ihren Buchsbaum in eine geometrische Figur schneiden möchten, dann nutzen Sie dafür eine Schablone. Fertigen Sie für eine Kugel eine Pappschablone an, die die Form eines Halbkreises hat. Legen Sie sie am Buchsbaum an und schneiden Sie die überstehenden Triebe ab. Für kompliziertere Figuren finden Sie vorgefertigte Drahtschablonen im Gartencenter.

Im Zweifelsfall gilt: Schneiden Sie lieber weniger ab, damit kein Loch entsteht. Später können Sie noch einmal nachschneiden.

Buchsbaum Krankheiten: Pilze und Schädlinge

Buchsbaum mit Pilzbefall: Die Infektion färbt seine Blätter braun.
Buchsbaum mit Pilzbefall: Die Infektion färbt seine Blätter braun. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn-bilder)

Vor allem bei anhaltend feuchter Witterung findet der Pilz Cylindrocladium buxicola optimale Bedingungen. Die Sporen werden durch Wind verbreitet und dringen in die Triebe und Blätter ein. Das sogenannte Buchsbaum-Triebsterben. Nach einem Rückschnitt ist der Buchsbaum besonders empfindlich. Die Folge eines Befalls sind braune Blattflecken an den Trieben. Danach sterben ganze Triebe, Äste und die Pflanzen ab.

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Erste Anzeichen für einen Befall sind nur schwer zu erkennen. Zunächst färben sich die Blätter braun. Zudem werden auf der Unterseite der Blätte kleine, weiße Sporen sichtbar. Wenn Blätter abfallen und ganze Triebe absterben, ist der Befall bereits weit fortgeschritten. Dann hilft nur noch ein kräftiger Rückschnitt.

Wichtig: Desinfizieren Sie die Schnittwerkzeuge anschließend gründlich. Dafür eignet sich zum Beispiel 70-prozentiger Alkohol.

Entsorgen Sie erkrankte Pflanzenteile über den Hausmüll. Entfernen Sie auch die oberste Erdschicht, da der Pilz mehrere Jahre im Boden überdauern kann. Beseitigen Sie stark erkrankte Buchsbaumpflanzen komplett.

Das Buchsbaum-Triebsterben können Sie verhindern, indem Sie Ihren Buchs regelmäßig bewässern und düngen und für einen geeignete Standort sorgen. Dieser sollte luftig und sonnig zugleich sein.

Ein weiterer Schädling für den Buchsbaum ist der Buchsbaumblattfloh (Psylla buxi). Das Larven des Flohs bohren ihre Rüssen in die Blätter und saugen somit den Pflanzensaft aus. Das schwächt den Baum.

Einen Befall erkennen Sie unter anderem durch eingerollte Buchs-Blätter, weiße Wachsfäden an den Zweigen sowie eine klebrige Schicht auf den Pflanzenteilen. Bei letzterem handelt es sich um die Ausscheidung (Honigtau) der Tiere, die die Anfälligkeit des Buchsbaums für Krankheiten erhöhen kann. Einen Befall des Buchsbaum-Flohs können Sie eindämmen, indem Sie alle betroffenen Pflanzenteile der Hecke entfernen. Die Reste sollten in einer Tüte luftdicht verpackt und dann im Hausmüll entsorgt werden, um eine weitere Verbreitung einzudämmen.

Robuste Buchsbäume

Einige Buchsbaumsorten sind nicht so anfällig für den Pilz. Der traditionelle Einfassungsbuchs ("Buxus sempervirens Suffruticosa") ist eine der empfindlichsten Sorten. Ebenso ist die Sorte "Blauer Heinz" häufig betroffen.

Widerstandsfähiger gegen Krankheiten ist die Standardsorte Buxus sempervirens var. arborescens, sogar verhältnismäßig unempfindlich sind "Faulkner" und "Herrenhausen".

Gefahr durch den Buchsbaumzünsler

Buchsbaum: Der Zünsler kann in der Hecke große Schäden anrichten.
Buchsbaum: Der Zünsler kann in der Hecke große Schäden anrichten. (Quelle: Marius Schwarz/imago-images-bilder)

Auch von Schädlingen droht dem Buchsbaum immer wieder Gefahr. Die Pflanze verkraftet schlechte Pflege zwar recht gut, gegen den Buchsbaumzünsler ist das robuste Gewächs allerdings machtlos.

Der aus China stammende Schädling konnte sich in den vergangenen Jahren hierzulande verstärkt ausbreiten, da er hier keine natürlichen Feinde hat.

Buchsbaumzünsler: Er ist zwar giftig, stellt aber keine große Gefahr für Mensch und Tier dar.
Buchsbaumzünsler: Er ist zwar giftig, stellt aber keine große Gefahr für Mensch und Tier dar. (Quelle: blickwinkel/imago-images-bilder)

Buchsbaumzünsler bekämpfen: Alle Infos gibt es hier.

Innerhalb kurzer Zeit verwandeln die gefräßigen Raupen den Busch in ein kahles Gerippe. Dabei ernähren sich die Schädlinge nicht nur von den Blättern, sondern fressen bei Bedarf auch die Rinde ab.

Sammeln Sie die Raupen des Zünslers ab, sobald erste Anzeichen für einen Befall sichtbar sind. Entfernen Sie auch die Gespinste, in denen die Raupe überwintert hat.

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Alternativen für den Buchsbaum

Weil der Buchsbaum seit einigen Jahren vielerorts von Schädlingen und Krankheiten befallen ist, greifen immer mehr Hobbygärtner als Alternative zu immergrünen Nadelgehölzen.

Viele Arten und Sorten haben ein ähnliches Wuchsverhalten. Außerdem lassen sie sich genauso wie der Buchsbaum durch Schnitte leicht in Form halten. Gute Gewächse als Sichtschutz sind Wacholder (Juniperus), Eibe (Taxus) oder Scheinzypresse (Chamaecyparis).

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