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Bogenhanf richtig pflegen: So gedeiht die Sansevieria perfekt

Besondere Pflanze  

Bogenhanf: Deshalb sollte er im Schlafzimmer stehen

13.01.2021, 12:29 Uhr | tj, t-online, ron

Bogenhanf richtig pflegen: So gedeiht die Sansevieria perfekt. Bogenhanf (Sansevieria): Er gilt als gute Wahl für Zimmerpflanzen-Anfänger. (Quelle: Getty Images/Adél Békefi)

Bogenhanf (Sansevieria): Er gilt als gute Wahl für Zimmerpflanzen-Anfänger. (Quelle: Adél Békefi/Getty Images)

Er gehört wohl zu den bekanntesten Zimmerpflanzen: der Bogenhanf. Vielleicht auch, weil er recht pflegeleicht ist. Dabei steckt in der Sansevieria viel mehr. Sie steigert unser Wohlbefinden. Das ist der Grund.

Ihr wohlklingender Name Sansevieria geht auf einen italienischen Fürsten von Sanseverino zurück. Hierzulande ist die Zimmerpflanze aber besser bekannt als Bogenhanf, weil aus einigen Arten Bastfasern gewonnen werden – mit denen man Sehnen für Jagdbogen fertigen kann.

Hin und wieder hört man zudem die wenig schmeichelhafte Bezeichnung Schwiegermutterzunge. Der Name zielt spöttisch auf die spitze Zunge der Mutter des Ehepartners ab, die den ebenso spitz zulaufenden zungenartigen Blättern ähneln soll.

Herkunft, Wuchs, Arten

Der Bogenhanf gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Seine ursprüngliche Heimat sind die trockenen Savannen Westafrikas. Auch Südasien und die arabischen Halbinseln zählen zu seinem Zuhause. Hier werden die langen, schwertförmigen, aufrecht stehenden Blätter bis zu einen Meter lang. Als Zimmerpflanze dürfte diese Länge allerdings nicht erreicht werden.

Die Sansevieria wächst nur sehr langsam und kann viele Jahre alt werden. Obgleich es über 70 Arten dieser Blattsukkulenten gibt, haben sich in der Zimmerkultur vor allem die Arten Sansevieria trifasciata mit ihren Sorten 'Laurentii' (kräftig gelb umrandete Blätter) und 'Hahnii' (kurze gedrungene Blätter) durchgesetzt.

Bogenhanf (Sansevieria): Die Sorte 'Laurentii' punktet mit kräftig gelb umrandeten Blättern. (Quelle: Getty Images/jchizhe)Bogenhanf (Sansevieria): Die Sorte 'Laurentii' punktet mit kräftig gelb umrandeten Blättern. (Quelle: jchizhe/Getty Images)

Standort: Warm und sonnig

Bogenhanf fühlt sich fast überall wohl, gedeiht aber am besten an einem möglichst sonnigen Standort. Als Zimmerpflanze kann der Bogenhanf deshalb an einem Südfenster stehen. Dennoch gedeiht er auch in Wohnungen mit ausschließlich Nordfenstern oder eher dunklen Räumen. Hier kommt er allerdings kaum zur Blüte.

Tipp
In dunklen Räumen sollten Sie lieber zu klassisch grünen Sorten greifen, rät der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG). Sorten mit gelben oder gefleckten Blättern brauchen mehr Licht.

Als Kind der Savanne liebt der Bogenhanf die Wärme. Deshalb sollte die Zimmertemperatur im Winter nicht unter zwölf Grad fallen. Bei 18 bis 20 Grad fühlt er sich am wohlsten. Zugluft sollte allerdings vermieden werden.

Schlafzimmer-Pflanze

Es gibt Zimmerpflanzen, die sich besonders für Schlafzimmer eignen. Dazu gehören neben dem Geldbaum, dem Gummibaum oder der Bergpalme auch der Bogenhanf. Warum? Seine Blätter erhöhen den Sauerstoffgehalt, weil er Schadstoffe aus der Luft filtert und auch nachts Sauerstoff abgibt. Das unterscheidet ihn von anderen Zimmerpflanzen, die für die Produktion von Sauerstoff Tageslicht benötigen und nachts Kohlendioxid abgeben. Zudem regelt die Pflanze auf natürlichem Wege die Luftfeuchtigkeit.

Blüte: Duft wie Honigsaft

Ältere Exemplare des Bogenhanfs bilden im Frühjahr hohe Blütentrauben aus. Die kleinen weißen Blüten duften süß nach Honigsaft.

Bogenhanf (Sansevieria): Die Sorte 'Laurentii' zeigt kleine weiße Blüten. (Quelle: Getty Images/Marina Denisenko)Bogenhanf (Sansevieria): Die Sorte 'Laurentii' zeigt kleine weiße Blüten. (Quelle: Marina Denisenko/Getty Images)

Gießen: Staunässe vermeiden

Die Wüstenpflanze Sansevieria kommt naturgemäß mit sehr wenig Feuchtigkeit aus. Deshalb sollten Sie sie – besonders im Winter – nur gelegentlich gießen und Staunässe in jedem Fall vermeiden. Obwohl kurzfristige Trockenheit dem Bogenhanf nicht schadet, sollte die Topferde im Sommer dennoch nicht allzu sehr austrocknen.

Tipp
Eine Drainageschicht aus Tongranulat schützt die Pflanze vor zu viel Nässe.

Düngen: Einmal im Monat

Wenn Sie Ihren Bogenhanf zur Pflege düngen möchten, reicht es aus, wenn Sie dem Gießwasser einmal im Monat etwas Flüssigdünger hinzufügen.

Umtopfen: Nur bei zu kleinem Topf

Der beste Zeitpunkt, um die Zimmerpflanze umzutopfen, ist das Frühjahr (März und April) – aber immer erst, wenn die Sansevieria den Topf vollkommen durchwurzelt hat und das alte Gefäß zu klein geworden ist. Laut dem Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) wächst der Bogenhanf am besten in einem flachen, aber breiten Topf. Denn er bildet dicke Rhizome (Sprosse), die sich flach unter der Erdoberfläche ausbreiten.

Bogenhanf (Sansevieria): Im Sommer darf die Zimmerpflanze auch auf den Balkon. (Quelle: Getty Images/PIKSEL)Bogenhanf (Sansevieria): Im Sommer darf die Zimmerpflanze auch auf den Balkon. (Quelle: PIKSEL/Getty Images)

Teilen oder Vermehren

Während des Umtopfens können Sie den Wurzelstock der Mutterpflanze gleich teilen, um daraus Tochterpflanzen zu gewinnen. Dabei kann jedes unterirdische, verdickte Rhizom beziehungsweise jeder Ableger, an dem jeweils ein Blatt sitzt, zu einem neuen Bogenhanf heranwachsen.

Die Sansevieria können Sie auch durch Blattstücke vermehren. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  1. Schneiden Sie aus einem Blatt circa fünf Zentimeter lange Stecklinge.
  2. Bestreuen Sie die Schnittflächen mit Holzkohlepulver.
  3. Stecken Sie die Stecklinge flach in einen Topf mit Anzuchterde oder in eine mit feuchtem Sand gefüllte Schale.
  4. Stülpen Sie jeweils ein Glas darüber.

Bei einer Temperatur von 20 bis 25 Grad sollten sich nach drei bis fünf Wochen kleine Wurzeln und an dem Blattsteckling neue kleine Bogenhanfblätter bilden.

Info
Die Sorte 'Laurentii' lässt sich nur durch das Wurzelstock-Teilen vermehren, andernfalls bilden sich keine gelbrandigen Tochterpflanzen. Und bei der Sorte 'Hahnii' können Sie – aufgrund der geringen Größe – ganze Blätter als Stecklinge verwenden.

Bogenhanf (Sansevieria): Die Sorte 'Hahnii' hat kurze, gedrungene Blätter. (Quelle: Getty Images/Suprecha Krujaroengit/EyeEm)Bogenhanf (Sansevieria): Die Sorte 'Hahnii' hat kurze, gedrungene Blätter. (Quelle: Suprecha Krujaroengit/EyeEm/Getty Images)

Ist der Bogenhanf giftig?

Die Zimmerpflanze ist schwach giftig. Das bedeutet: Verzehren Erwachsene etwa Pflanzenteile, kann es zu Unwohlsein kommen. Dagegen können bei Kindern Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Krämpfe auftreten. Auch für Haustiere wie Katzen und Hunde wird der Bogenhanf als schwach giftig eingestuft.

Pflanzen-Lexikon

Bogenhanf (Sansevieria)
Standorthell, warm, sonnig
Blüteim Frühjahr (nur ältere Exemplare)
Gießensehr wenig
Düngennur monatlich
UmtopfenFrühjahr (März/April)
VermehrenWurzelstock teilen oder via Stecklinge
BesonderheitPflanzenteile schwach giftig
Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Needon, Christoph: Pflanzen in unserer Wohnung. 3. Auflage. Leipzig, 1982, S. 42–44.
  • Bertelmann Universal-Lexikon in 20 Bänden. Gütersloh, 1992.
  • Plantura
  • Mit Material von Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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