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Baumpflege und Baumschutz im Winter

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Gehölze noch im Winter setzen?  

Das sollten Sie bei der Baumpflege im Winter beachten

22.01.2018, 07:22 Uhr | rw, BGL, t-online.de, jb

Baumpflege und Baumschutz im Winter. Baumpflege (Quelle: Getty Images/ueuaphoto)

Baumpflege: Für Kernobstbäume wie Apfel, Birne oder Quitte empfiehlt sich der Rückschnitt im Winter. (Quelle: ueuaphoto/Getty Images)

Ob eisig oder mild, ob regnerisch, schneereich oder trocken: Für Bäume und Gehölze sind die Wintermonate eine Herausforderung. Zum Schutz vor Frostschäden raten Experten beispielswiese zum Weißanstrich. Frostfreie Tage sollte man nutzen, um seine Obstbäume in Form zu schneiden. Diese Tipps für die Baumpflege im Winter sollte man beachten

Für Kernobstbäume wie Apfel, Birne oder Quitte empfiehlt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK) den Rückschnitt im Winter. In dieser Zeit befinden sich die Bäume in ihrer Ruhephase und tolerieren Schnittmaßnahmen besser. Es tritt weniger Pflanzensaft an den Schnittstellen aus und der Baum hat genügend Zeit, sich bis zur nächsten Wachstumsphase im Frühjahr zu erholen.

Allerdings sollte man den Obstbaumschnitt im Winter nicht bei Temperaturen von minus fünf Grad oder noch stärkerem Frost durchführen. Eine Behandlung der Schnittflächen mit speziellen Wundverschlussmitteln ist nicht notwendig.

Um einem Befall mit Obstbaumkrebs vorzubeugen, sollten besonders anfällige Apfelbäume nur bei trockenem Wetter geschnitten werden. Laut dem Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee sind das Cox-Orange, Berlepsch, Gala, Rubens, Topaz, Elstar, Idared, Braeburn, Goldparmäne und Fiesta.

Bei Frost und Sonne drohen Spannungsrisse in der Baumrinde

Insbesondere wenn Minus-Temperaturen mit Sonnenschein einhergehen, ist die Gefahr von Frostschäden groß. Auf der Sonnen- und der Schattenseite eines Baumes kann an solchen Wintertagen ein erheblicher Temperaturunterschied herrschen. Wenn sich die sonnenzugewandte Seite des Stamms erwärmt, dehnt sich das dortige Rindengewebe aus, die sonnenabgewandte Seite bleibt hingegen gefroren. Die dadurch entstehenden Spannungen können die Rinde reißen lassen. Auch wenn Tages- und Nachttemperaturen sehr unterschiedlich ausfallen, kann es zu solchen Spannungsrissen kommen.

Die Wunden sind dann häufig Einfallstor für Bakterien, Pilze und Schädlinge. Junge Obst- und Ziergehölze, die noch keine Borke gebildet haben, sind besonders gefährdet. "Bäume, die bereits eine Borke gebildet haben, sind im Winter nicht mehr anfällig für Spannungsrisse in der Rinde", erklärt der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL).

Weißanstrich schützt Bäume und und Gehölze im Winter

Die Experten raten zum Weißanstrich mit einer speziellen Farbe, die in jedem Gartencenter und -fachhandel erhältlich ist. "Der helle Farbton reflektiert die Sonnenstrahlen, verhindert so eine zu starke Erwärmung der Rinde und beugt dadurch Spannungsrissen vor", so der BGL. Vor dem Anstrich muss man den Stamm vorsichtig von Moos und Flechten befreien. Die Farbe sollte bei frostfreiem Wetter mit einem Pinsel aufgetragen und bei Bedarf im fortgeschrittenen Winter einmal erneuert werden.

Bäume und Gehölze können im Winter leicht verdursten

Immergrüne Gehölze wie Ölweiden, Glanzmispeln und Kirschlorbeer haben auch im Winter Durst – besonders wenn die Sonne strahlend scheint. Sie verdunsten über ihre Blätter sehr viel Wasser. Damit die Pflanzen nicht verdursten, muss man sie an trockenen und frostfreien Wintertagen ausreichend gießen.

Herrschen nun aber gleichzeitig über einen längeren Zeitraum Minustemperaturen, können die Wurzeln aus der gefrorenen Erde kein Wasser ziehen. Einzelne Triebspitzen der Gehölze färben sich plötzlich braun und die Pflanzen drohen tatsächlich zu vertrocknen. Besonders gefährdet sind frisch gepflanzte Gehölze, welche mit ihren Wurzeln noch nicht in tiefere, frostfreie Bodenschichten vorgedrungen sind. Dieses Phänomen wird von Fachleuten Frosttrocknis genannt.

Der BGL empfiehlt, die Blätter der Pflanzen mit Schattiernetzen vor extremer Wintersonne zu schützen. Als Sonnenschutz können auch im Handel erhältliche Reet- oder Weidematten dienen, die um die Pflanze herumgestellt und mit Bambusstäben stabil gehalten werden. Wenn dort hinein noch Laub gefüllt wird, können Frost und Sonne der Pflanze nichts mehr anhaben.

Wie lange darf man im Winter Gehölze setzen?

Für viele Gehölze liegt der optimale Pflanzzeitpunkt im Herbst. Meist ist die Pflanzung sogar bis in den Winter hinein möglich, solange der Boden nicht gefroren ist. In milden Jahren ist das recht lange der Fall. Die Herbst- oder Winterpflanzung hat Vorteile zum Beispiel bei Obstbäumen und Obststräuchern. Wenn ihr Laub abgefallen ist, ruht die Pflanze. Das hat zur Folge, dass sie weniger Energie und Nährstoffe braucht. Zugleich wachsen aber die Wurzeln unterirdisch weiter, wenn der Boden warm ist, erklärt die Bayerische Gartenakademie.

Diese Umstände helfen neu gepflanzten Gehölzen
Sie können ihre Energie ins Einwurzeln statt in das Wachstum von Ästen, Blättern und Früchten stecken und bekommen so einen Startvorteil im Frühling - sie sind dann schon besser eingewachsen und bilden direkt einen kräftigen Austrieb. Außerdem regnet es im Herbst und Winter viel, was die noch kleinen Wurzeln gut versorgt.

Pflanzen können Sie im Herbst und teilweise noch im frühen Winter nicht frostempfindliche Obstgehölze wie

  • Apfelbaum,
  • Beerensträucher 
  • Birnenbaum.

Im Frühjahr können Sie dann die empfindlichen Obstarten wie

  • Aprikose,
  • Brombeere,
  • Pfirsich und
  • Tafeltraube

einpflanzen.

Mehr Tipps rund um die Gartenpflege im Winter finden Sie hier.

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