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Bienensterben: So können Sie die Biene retten

Problem für Umwelt und Wirtschaft  

Bienensterben: So können Sie den Bienen helfen

10.10.2018, 12:08 Uhr | Silke Ahrens, dpa, t-online.de

Bienensterben: So können Sie die Biene retten. Biene auf einer Blume: Die Landwirtschaft ist von den Bienen abhängig, die Blüten bestäuben. (Quelle: Getty Images/RugliG)

Biene auf einer Blume: Die Landwirtschaft ist von den Bienen abhängig, die Blüten bestäuben. (Quelle: RugliG/Getty Images)

Jedes Jahr überleben viele Bienenvölker den Winter nicht. Das Insektensterben kann zu einem großen Problem für Umwelt und Wirtschaft werden. Tipps, wie Sie den einheimischen Bienen helfen können.

Zwar hängt das Bienensterben auch mit ungünstigen Wetterbedingungen sowie dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zusammen, der Hauptgrund für das Sterben der Bienen im Winter ist jedoch ein anderer.

Grund für das Bienensterben

"Die Kombination von Varroamilben und Viren ist der Hauptgrund für die sogenannten Winterverluste, das heißt, dass die Bienen den Winter nicht überleben", erklärt Prof. Dr. Kaspar Bienefeld, Leiter des Instituts für Bienenkunde an der Humboldt Universität Berlin, t-online.de.

Sobald die Milben das Virus in die Lymphe der Bienenlarven (das "Blut" der Biene) spritzen, erkranken diese und es kommt zu Symptomen wie einem verkürzten Hinterleib und Flügeldeformationen sowie zu einer verkürzten Lebenserwartung. "Auch der Speichel der Milbe scheint das Immunsystem der Biene negativ zu beeinflussen, sodass alles gegen die Biene zusammenarbeitet und zu den dramatischen Folgen führt", sagt der Experte.

Imker bekämpfen Parasiten

Im Kampf gegen die Varroamilbe setzen Imker meist Ameisensäure ein. Diese kann beispielsweise auf ein Schwammtuch aufgetragen werden, das auf dem Bienensitz, also dem "Wohnsitz" des Bienenvolkes, platziert wird. Durch die Dampfkonzentration der Säure werden die in der verdeckelten Brut lebenden Milben getötet. "Wenn das effizient und zur richtigen Zeit gemacht wird, ist das einigermaßen erfolgreich", weiß Bienefeld. Der nachhaltige und bessere Weg ist aber, Bienen zu züchten, die mit der Milbe zurechtkommen.

Milbe auf einer Bienenlarve: Der größte Feind der Biene ist die Varroamilbe. (Quelle: imago/Frank Sorge)Milbe auf einer Bienenlarve: Der größte Feind der Biene ist die Varroamilbe. (Quelle: imago/Frank Sorge)

"Wir züchten Bienen, die die Varroamilben in den verdeckelten Brutzellen erkennen und bemerken, dass sie sich gerade vermehren. Sie öffnen dann die Zelldeckel, reißen die Brut heraus und hindern den Parasiten somit an der Vermehrung. Und ein Parasit, der permanent bei der Vermehrung gestört wird, ist kein gefährlicher Parasit mehr. Wenn die Bienen das dauerhaft machen würden, ist das Problem Varroa gelöst", sagt der Experte.

So können Sie die Bienen unterstützen

Was der einzelne Mensch tun kann, um den einheimischen Bienen zu helfen, sei ganz einfach, erläutert Bienefeld: "In Deutschland werden pro Jahr ungefähr 100.000 Tonnen Honig verzehrt, aber nur 25.000 Tonnen werden von deutschen Bienenvölkern produziert. Es gibt die Tendenz, dass im Supermarkt nur auf den Preis geschaut wird. Deswegen wird dann eher der Honig gekauft, der meist aus Südamerika oder Asien stammt."

"Es wäre eine große Hilfe, wenn Sie den einheimischen Honig, das heißt den Honig beim Imker in der Nähe kaufen. Damit unterstützen Sie die einheimische Imkerschaft und fördern somit die Bienenhaltung", sagt der Experte.

Honigwabe neben einem Glas Honig: Mit einheimischem Honig unterstützen Sie die Imkerei. (Quelle: Getty Images/natapetrovich)Honigwabe neben einem Glas Honig: Mit einheimischem Honig unterstützen Sie die Imkerei. (Quelle: natapetrovich/Getty Images)

Früher sei es zudem öfter vorgekommen, dass sich Menschen über Imker in der Nachbarschaft beschwert hätten. "Der Nachbar, der Bienen hält, sollte nicht als Störenfried angesehen werden, sondern als jemand, der Tiere hält, die allgemein von sehr großem Nutzen sind." Viele hätten aber mittlerweile erkannt, dass Bienen einen großen Nutzen haben und würden sich freuen, wenn Bienen in der Nähe sind.

Darüber hinaus können Sie eine Wasserschale mit essbaren Blüten auf Ihren Balkon stellen. Dies ist nicht nur schön anzusehen, sondern bietet den fleißigen Insekten auch eine ideale Möglichkeit zu trinken. Zusätzlich dienen Kapuzinerkresse, Ringelblumen oder Boretsch als Nahrungsquelle für die Bienen.

Wie wichtig sind Bienen?

Nimmt das Bienensterben weiter zu, sieht der Experte ein Problem: "Nehmen wir einmal an, wir hätten kaum noch Bienen, dann wäre unser Nahrungsangebot deutlich eingeschränkt, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Es gäbe deutliche Verluste in der Nahrungsmittelproduktion."

Die Bedeutung der Biene sollte zudem nicht heruntergespielt werden: "Man schätzt, dass über die Bestäubung von Insekten, speziell der Honigbiene, ungefähr 9,5 Prozent des gesamten Ertrages aus der Lebensmittelproduktion erwirtschaftet wird. Das sind knapp 160 Milliarden Euro weltweit. Bienen spielen eine große Rolle und wenn wir sie nicht hätten, dann hätten die Landwirte nichts zu ernten."

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherchen

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