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Hirschkäfer: Vorkommen, Lebensspanne, Gefährdung

Imposantes Geweih  

Hirschkäfer: Warum der Waldbewohner vom Aussterben bedroht ist

26.02.2020, 11:19 Uhr | t-online.de, ron

Hirschkäfer: Vorkommen, Lebensspanne, Gefährdung. Hirschkäfer (Lucanus cervus): Das Männchen ist mit etwa 3,5 bis acht Zentimetern Europas größter Käfer. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Hirschkäfer (Lucanus cervus): Das Männchen ist mit etwa 3,5 bis acht Zentimetern Europas größter Käfer. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Obwohl ihn jeder kennt, wird er in Deutschland immer seltener: der Hirschkäfer. Mit seinem Geweih ist er einer der auffälligsten und größten Käfer – obgleich das nur für die Männchen zutrifft.

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) ist ein außergewöhnliches Insekt. Der Grund: Er lebt bis zu acht Jahre lang versteckt als Larve in vermodernden Baumstümpfen, vorrangig von Eichen. Dagegen dauert sein eigentliches Käferleben über der Erde nur wenige Wochen.

Merkmale und Nahrung

Die Männchen des Hirschkäfers werden bis zu acht Zentimeter groß, die etwas kleineren Weibchen noch bis zu sechs Zentimeter. Bekannt ist der männliche Hirschkäfer durch seine großen Mundwerkzeuge, die an ein Hirschgeweih erinnern.

Zwei kämpfende Hirschkäfer-Männchen: Die Geweihe dienen nur dem Imponiergehabe, um männliche Rivalen zu vertreiben. (Quelle: imago images/blickwinkel)Zwei kämpfende Hirschkäfer-Männchen: Die Geweihe dienen nur dem Imponiergehabe, um männliche Rivalen zu vertreiben. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Mit diesen rund drei Zentimeter langen Oberkiefern nehmen die Männchen allerdings keine Nahrung auf. Sie gebrauchen sie nur, um mit Rivalen zu kämpfen und um die Weibchen während der Paarung festzuhalten.

Gern mag der Hirschkäfer den Saft von Eichen, vorrangig von morschen, faulenden Ästen – allerdings findet er diese immer weniger in den Wäldern vor.

Vorkommen und Gefährdung

Der Hirschkäfer bevorzugt als Lebensstätte urige Laubwälder mit alten Eichen, Parks oder Streuobstwiesen. Besonders im Hochsommer von Mitte Juni bis Ende Juli – gern an lauen, schwülen Abenden – fliegen die Insekten umher.

Laut Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) wird der Hirschkäfer auf der bundesweiten Roten Liste in der Kategorie 2 als "stark gefährdet" geführt. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) nennt dafür vor allem diese Gründe:

  • weniger Alt- und Totholz in den Wäldern
  • das Fällen von Altbäumen
  • die Anpflanzung standortfremder Baumarten
  • der ersatzlose Verlust von Altbäumen zum Beispiel in Alleen
  • weniger Streuobstwiesen

Um dem Hirschkäfer zu helfen, sollten die Altholzbestände, speziell der Alteichen, in den Vorkommensgebieten geschützt und der Anteil von Laubwäldern erhöht werden.

Fortpflanzung und Paarung

Bei der Paarung stellt sich das Männchen über das Weibchen. Während die Köpfe in die gleiche Richtung zeigen, verhindert das Männchen mit seinem großen Oberkiefer das Weglaufen des Weibchens.

Hirschkäfer-Pärchen auf Totholz: Männchen (l.) und Weibchen unterscheiden sich deutlich in der Größe. (Quelle: imago images/imagebroker)Hirschkäfer-Pärchen auf Totholz: Männchen (l.) und Weibchen unterscheiden sich deutlich in der Größe. (Quelle: imagebroker/imago images)

Männchen und Weibchen verharren in der Stellung nicht selten mehrere Tage, nehmen immer wieder Nahrung auf, bis es endlich zur Paarung kommt. Danach legt das Weibchen tief in der Erde circa 50 bis 100 weiß-gelbe Eier ab, gern an morschen Eichenwurzelstöcken. Die Larven schlüpfen dann etwa zwei Wochen später und verbleiben dort.

Lebensspanne: Von der Larve bis zum Käfer

Die Larven des Hirschkäfers bauen sich nach fünf bis acht Jahren einen Kokon aus Erde und aus zu Pulver zerfallenem Holz (Mulm) in bis zu 20 Zentimetern Tiefe. Die Käfer schlüpfen etwa sechs Wochen nach der Verpuppung. Dann verbleiben sie den Winter über im Erdboden. Erst im Frühling graben sie sich an die Erdoberfläche durch. Dort leben die Hirschkäfer aber nur wenige Wochen – auch um sich zu paaren.

Ist der Hirschkäfer gefährlich oder sogar giftig?

Zwar sieht das Hirschkäfer-Männchen mit seinem Geweih bedrohlich aus, doch ist es weder giftig noch gefährlich, sondern vollkommen harmlos. Es kann höchstens mit seinen Mundwerkzeugen zwicken, wenn Sie das Männchen in die Hand nehmen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Naturschutzbund Deutschland e.V.: "Der Hirschkäfer im Porträt"
  • Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF): "Hirschkäfer-Monitoring in Bayern"
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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