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Wie Sie Schimmel im Haus dauerhaft vorbeugen, entfernen und vermeiden

Haushaltstipps  

So können Sie Schimmel im Haus dauerhaft entfernen

08.08.2018, 09:11 Uhr | dpa-tmn, jb, t-online.de

Wie Sie Schimmel im Haus dauerhaft vorbeugen, entfernen und vermeiden. Schwarzer Schimmel in der Ecke: Wichtig ist es, die Ursache des Befalls festzustellen. (Quelle: Getty Images/FotoDuets)

Schwarzer Schimmel in der Ecke: Wichtig ist es, die Ursache des Befalls festzustellen. (Quelle: FotoDuets/Getty Images)

Wo Feuchtigkeit in der Wohnung ist, gedeiht Schimmel besonders gut. Es ist wichtig, Schimmelflecken möglichst schnell zu entfernen. Manchmal genügt dafür ein Schwamm und etwas Alkohol, in anderen Fällen muss der gesamte Putz runter. Wie Sie am besten vorgehen und wann welche Maßnahme sinnvoll ist, lesen Sie hier.

Besonders an Außenecken oder an Fenstern, wo Kondenswasser die nötige Feuchtigkeit hinlassen hat, siedeln sich Schimmelpilze gern an. Aber auch kühle Außenwände sind gefährdet – vor allem Stellen, an denen wenig Luft zirkuliert, etwa hinter Schränken und Regalen. Im Winter gedeiht Schimmel besonders gut im Haus. Aber auch im Sommer, wenn es warm und feucht zugleich ist, finden Schimmelpilze perfekte Gegebenheiten, um zu Gedeihen.

Schimmel entfernen
Entfernen Sie kleine Schimmelstellen mithilfe von Alkohol.
Größere Stellen sollte ein Fachmann entfernen, da die Ursache entfernt werden muss.
Anti-Schimmel-Farbe hilft nur bedingt gegen Schimmel.


Nur kleine Schimmelflecken selbst entfernen

Sind die Schimmelflecken klein, kann man sie selbst von den Wänden entfernen, beispielsweise mit Spiritus. Ist mehr als ein halber Quadratmeter schwarz, ziehen Sie lieber einen Fachmann hinzu. Denn wird der Schimmel nur oberflächlich entfernt, die Ursache aber nicht beseitigt, kommen die Pilze immer wieder.

Kleinere oberflächliche Schäden können noch mit Schimmelentfernern bekämpft werden. Aber meist reicht das nicht aus. Sind Tapeten und Mauern von Schimmel befallen, lässt er sich mit einfachen Mitteln kaum entfernen. Die Pilze setzen sich in die Oberschicht des porösen mineralischen Wandputzes – zu tief für Hausmittel oder chemische Stoffe.

Hausmittel oft besser als Fungizide

Auf die chemische Keule ganz verzichten können Sie, sobald der Auslöser gründlich entfernt wurde. Dann reichen bereits Hausmittel wie beispielsweise Alkohol aus. 

Anders als Fungizide, die nach der Behandlung der Flecken längere Zeit in den Räumen verbleiben und die Gesundheit der Bewohner gefährden können, verflüchtigt sich Alkohol nach dem Lüften schnell. Kleine Flecken lassen sich gut mit 70- bis 80-prozentigem Ethylalkohol entfernen.

Essig zur Schimmelbekämpfung ungeeignet

Das vielerorts angepriesene Hausmittel Essig oder Essigessenz ist ungeeignet zur Bekämpfung von Schimmel. Viele Baustoffe und insbesondere Kalk neutralisieren den Essig. Hinzu kommt, dass mit dem Essig organische Nährstoffe auf das Material gelangen. Dieses kann das Pilzwachstum sogar fördern. Auch Backpulver gilt als Hausmittel gegen Schimmel. Dies beseitigt laut Experten den Befall jedoch nur kurzfristig und verstärkt das Problem ebenso wie Essig auf lange Sicht.

Von Schimmelpilzen befallene Materialien müssen gründlich gereinigt werden. Ist das nicht möglich, zum Beispiel wenn die Sporen in Polstermöbel eingedrungen sind, müssen die Möbel sicherheitshalber entsorgt werden.



Wichtigste Maßnahme: Ursache beseitigen

Neben den Symptomen muss die Ursache des Schimmels behandelt werden, um diesen zu entfernen. Oft muss sogar der Putz an den betroffenen Stellen entfernt werden. So können, wenn keine Nässe mehr an den befallenen Stellen auftritt, bereits handelsübliche Schimmelbeseitigungsmittel eingesetzt werden. Wird die Ursache des Schimmelbefalls nicht beseitigt, müssen notgedrungen schwere Geschütze aufgefahren werden.

Müssen Sie Tapete und Putz entfernen und eine Schimmelsanierung durchführen, sollten Sie hier Vorsichtsmaßnahmen treffen. Eine Atemmaske, Schutzkleidung und Handschuhe sind Pflicht. Zudem sollten alle Gegenstände aus dem Raum geräumt werden. Bevor die befallene Tapete entfernt werden kann, müssen die Pilze mit den Anti-Schimmelmitteln abgetötet werden. Zu vermeiden ist hierfür der Einsatz von hypochlorithaltigen Mitteln. Sie entfernen nicht nur den Schimmel, sondern belasten auch die Atemwege der Anwender.

Anti-Schimmel-Farben sind oft gesundheitsschädlich

Wo neuer Befall droht, zum Beispiel wegen Baumängeln wie Wärmebrücken, können Anti-Schimmel-Farben oder -Farbzusätze helfen. Mittel mit der Substanz Octylisothiazolinon, zum Teil kombiniert mit anderen Bioziden, haben sich dabei als sehr wirksam erwiesen. Allerdings sei mit diesen Chemikalien nicht zu spaßen. Bei der Arbeit muss der Raum gut belüftet werden. Gummihandschuhe und Atemschutzmaske sind Pflicht.

80 Prozent des Schimmels versteckt

Schwarze Flecken an den Wänden und Decken können ein Anzeichen dafür sein, dass sich der Schimmel hinter der Wandverkleidungen und Tapeten, unter dem Laminat oder in Dämmstoffen verbirgt. Ein modriger Geruch, klamme Wäsche in den Schränken oder auch gesundheitliche Probleme der Bewohner sind Indizien, dass sich irgendwo Pilze und Bakterien verstecken. Diese können sich etwa in einer Allergie äußern. Ein Alarmsignal, dass sich Schimmel im Haus bilden könnte, ist auch Kondenswasser an den Fensterrahmen. Die Wassertröpfchen zeigen an, dass zu viel Feuchtigkeit im Raum ist.

Laut Experten sind rund 80 Prozent der Schimmelschäden versteckt. Ursachen können alte Wasserschäden sein oder die sogenannte anhaltende Neubaufeuchte, die grundsätzlich in neuen Häusern erst einmal ein Problem ist. Denn beim Bau wird zum Beispiel für Beton Wasser verwendet, und die Feuchtigkeit muss sich über Monate aus dem Gemäuer verflüchtigen. Geht diese nicht weg, kann sich Schimmel bilden.

Tipps zur Schimmelvermeidung

Ein richtiges Lüftungs- und Heizverhalten ist besonders wichtig, um Schimmel zu vermeiden. Hinweise, ob Sie mehr oder weniger lüften beziehungsweise heizen müssen, geben die Richtwerte für die Temperatur und die Raumluftfeuchtigkeit:

Eine normale Luftfeuchtigkeit ist von Raum zu Raum verschieden:

  • Wohnräume: 40 bis 60 Prozent
  • Schlafräume: 40 bis 60 Prozent
  • Küche: 50 bis 60 Prozent
  • Badezimmer: 50 bis 70 Prozent

Zusätzlich sollten Sie auch auf die Raumtemperatur achten. Ihr optimaler Wert ist ebenfalls von dem jeweiligen Nutzungsraum abhängen:

  • Wohnräume: 20 bis 23 Grad Celsius
  • Schlafräume: 17 bis 20 Grad Celsius 
  • Küche: 18 bis 20 Grad Celsius
  • Badezimmer: 20 bis 23 Grad Celsius

Weiterhin sollten Sie Möbel nie direkt an die Wand stellen, sondern wenige Zentimeter davon entfernt aufstellen. So kann zwischen Wand und Möbelstück noch ausreichend Luft zirkulieren. 

Weitere Tipps, wie Sie Schimmel vorbeugen und vermeiden, finden Sie hier.

Raumluftfeuchtigkeit messen 

Ein weiterer Grund für immer wiederkehrenden Schimmel ist eine hohe Luftfeuchtigkeit im Raum. Diese sollten Sie mit einem Hygrometer messen. 

Eine Änderung des Lüftverhaltens oder die Installation einer Lüftungsanlage, beugt Schimmel ebenfalls vor. In anderen Fällen kann aber auch eine unzureichende Wärmedämmung die Ursache für hartnäckigen Schimmelbefall sein.

Als Sofortmaßnahme können Sie auch einen Luftentfeuchter im Raum aufstellen. Achten Sie dabei darauf, dass sie diesen in der richtige Größe kaufen. Wie viel Kubikmeter er entfeuchten kann, ist auf der Verpackung vermerkt.

Schimmel im Badezimmer vermeiden

Besonders im Badezimmer bildet sich schnell Schimmel. Der Raum ist häufig warm und feucht und bietet daher die besten Voraussetzung für Schimmel. Es ist daher wichtig, das Badezimmer stets gut zu lüften, möglichst trocken zu halten und ausreichend zu heizen. Zusätzlich sollten Sie nach dem Duschen das Wasser mithilfe eines Abziehers von den Fliesen entfernen. Badewanne und Ablagen können mit einem Handtuch trockengewischt werden.

Schimmel in der Dusche entfernen

Wie Sie diesen entfernen, zeigt unser Video:

Schimmel im Badezimmer dauerhaft entfernen

Gesundheitsgefahr durch Schimmel

Pilzsporen verursachen zum einen Atemwegsleiden, wie Reizhusten oder Asthma, aber auch Hautreizungen und grippeähnliche Beschwerden. Selbst Schwindelanfälle und Gedächtnis- oder Sprachstörungen können von den Sporen ausgelöst werden. Besonders tückisch ist, dass die Gefahr nicht nur direkt von den Schimmelflecken an der Wand ausgeht. Die unsichtbaren Schimmelsporen fliegen wie feine Staubpartikel durch die Luft und werden eingeatmet. Wenn Sie Schimmel entfernen, sollten Sie Sich daher immer mit Atemschutz, Handschuhen und Schutzbrille schützen.

Wohnung auf Schimmel prüfen lassen

Kommen Ärzte und Patienten den Ursachen der oft langwierigen Beschwerden der Bewohner nicht auf die Spur kommen, kann ein Sachverständiger helfen. Schimmel kann die Atemwege reizen sowie chronische Müdigkeit oder Rheuma auslösen. Durch die Analyse der Raumluft werden Schimmelsporen in der Luft schneller erkannt. 

Mit Alkohol und Desinfektionsmitteln ist solchen verdeckten Schäden nicht beizukommen. Sie bleichen die Flecken nur oberflächlich, erreichen aber nicht die tiefen Schichten. Das muss der Fachmann erledigen.

Haftet Mieter oder Vermieter bei Schimmelbefall?

Neben der gesundheitlichen Belastung stellt sich die Frage, was den Befall verursacht hat und wer demnach für die Kosten der Beseitigung aufkommt. Oft kann nur ein Gutachter weiterhelfen.

Um Schimmel in der Wohnung zu vermeiden, ist das regelmäßige Lüften und richtige Heizen durch den Mieter nötig. Andernfalls wird es für den Mieter schwieriger, bei Schimmelschäden ihren Vermieter zur Verantwortung ziehen. Eine Mietminderung kann hierdurch nach hinten losgehen.

Ob die Mietminderung, die Klage oder die Verlagerung der Verantwortung wirklich Bestand haben, ist jedoch von Fall zu Fall verschieden. Pauschal lässt sich dies nicht sagen, da neben dem Lüft- und Heizverhalten zusätzlich noch andere Ursachen betrachtet werden müssen: Mangelhafte Bausubstanz (beispielsweise falsche Isolierung oder undichte, rissige Stellen), Fehler bei Sanierungsarbeiten oder ein Wasserschaden. Sind diese durch den Vermieter verursacht, muss in den meisten Fällen der Vermieter haften. Für die Absicherung ist es ratsam, einen Fachmann hinzuzuziehen, der die Sachlage untersucht.

Verwendete Quellen:
  • dpa-tmn
  • eigene Recherche


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