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Wasserkocher entkalken: Zitronen und andere Hausmittel

Neuer Glanz  

Wasserkocher entkalken – mit Zitronensäure kein Problem

28.10.2020, 09:41 Uhr | jb, t-online, dpa-tmn

Wasserkocher entkalken: Zitronen und andere Hausmittel. Wasserkocher: Backpulver soll ebenfalls zur Kalkentfernung geeignet sein. In der Praxis zeigt es sich jedoch als weniger wirkungsvoll. (Quelle: Getty Images/Andrey Nikitin)

Wasserkocher: Backpulver soll ebenfalls zur Kalkentfernung geeignet sein. In der Praxis zeigt es sich jedoch als weniger wirkungsvoll. (Quelle: Andrey Nikitin/Getty Images)

Zitronensäure ist ein kostengünstiges und praktisches Hausmittel. Möchten Sie beispielsweise Ihren Wasserkocher entkalken? Dazu ist die Säure hervorragend geeignet. Es gibt aber noch andere Hausmittel, mit denen Sie Kalk loswerden können.

Sind Kalkablagerungen so stark, dass das Erwärmen des Wassers sehr lange dauert, kostet das unnötig Energie und Zeit. Dabei gibt es verschiedene Hausmittel, die sich zum Entkalken Ihres Wasserkochers eignen. Neben Zitronensäure, Essig und Backpulver sollen auch Cola und Natron helfen. Aber stimmt das?

Die besten Hausmittel zum Entkalken

Zitronensäure ist besonders empfehlenswert: Sie ist günstig und verbreitet einen angenehmen Geruch. In Pulverform ist sie beispielsweise in der Drogerie erhältlich. Aber auch der ausgepresste Saft einer ganzen Zitrone aus dem Supermarkt kann Ihren Wasserkocher entkalken. 

Essigessenz, die ebenfalls gern verwendet wird, riecht im Vergleich recht streng – der Geruch hält sich außerdem noch einige Zeit im Wasserkocher.

Backpulver soll ebenfalls zur Kalkentfernung geeignet sein. In der Praxis zeigt es sich jedoch als weniger wirkungsvoll.

Teilweise können die Kalkablagerungen allerdings so hartnäckig sein, dass Hausmittel nicht mehr helfen. Dann können Sie auf biologische oder chemische Produkte aus dem Handel zurückgreifen.

So entkalken Sie mit Zitronensäure

Versuchen Sie, die Kalkreste mit Zitronensäure zu entfernen: Sie löst Kalkablagerungen sehr zuverlässig. Wichtig dabei ist, die Zitronensäure zunächst mit Wasser zu verdünnen: Pur ist sie zu aggressiv für das Material. Wenn Sie die Säure in Pulverform verwenden, gehen Sie hier in puncto Dosierung nach den Angaben des Herstellers auf der Verpackung vor. Zitronensaftkonzentrat verdünnen Sie einfach im Verhältnis eins zu drei mit Wasser.

Geben Sie die Flüssigkeit in den Wasserkocher – alle Kalkablagerungen sollten mit dem Gemisch bedeckt sein. Lassen Sie die Säure nun einwirken: Bei leichten Ablagerungen genügen vermutlich bereits einige Minuten. Prüfen Sie ab und zu, ob sich der Kalk schon löst. Spülen Sie den Wasserkocher zum Schluss gründlich mit Wasser aus.

Zitronensäure ist in der Praxis weniger effektiv als Essig. Jedoch ist sie materialschonender. Wiederholen Sie den Entkalkungsvorgang mit Zitronensäure dreimal nacheinander. Erst wenn der Kalk noch immer zu hartnäckig ist, sollten Sie auf die aggressivere Kalkentfernung mit Essig oder kommerziellen Entkalkern setzen.

Achtung
Zitronensäure dürfen Sie ausschließlich für sogenannte Kaltentkalkungen verwenden – das Wasser darf nicht wärmer als 40 Grad sein. Die Säure ist nicht hitzebeständig und wird bei hohen Temperaturen zu Calciumcitrat. Die Ablagerungen, die diese chemische Verbindung produziert, setzen sich im Wasserkocher so fest, dass sie nur noch sehr schwer zu entfernen sind.

Mit Zitronenscheiben entkalken

Zitronenreste eignen sich als Putzmittel für den Wasserkocher. Einfach die Innenwände des Geräts mit einer Fruchthälfte einreiben, mit Wasser auffüllen und alles gut einwirken lassen. Wer vom Backen oder Kochen noch etwas ausgepressten Zitronensaft übrig hat, kann diesen nutzen. Wichtig ist bei beiden Methoden: Am Ende dürfen keine Zitrusreste im Gerät zurückbleiben.

Wasserkocher mit Essig entkalken

Aufgrund seines hohen Säuregrads können Sie Essig gut zum Entkalken verwenden. Jedoch ist nicht jede Essigsorte geeignet. Am besten ist Essigessenz. Diese muss vorab im Verhältnis von eins zu vier verdünnt werden, da die Lösung sonst zu aggressiv ist und dem Material sowie Ihrer Gesundheit beim Erhitzen schaden kann. Alternativ können Sie Essig oder Apfelessig verwenden. Achten Sie jedoch darauf, dass es sich um ein "pures" Produkt handelt, also keine Kräuter oder Ähnliches enthalten ist. So eignet sich beispielsweise Balsamico-Essig nicht zum Entkalken von Geräten.

Achtung
Entkalken Sie Ihren Wasserkocher nur bei geöffnetem Fenster. Beim Erhitzen des Essigs entstehen Dämpfe, die Ihre Lunge und Schleimhäute zu stark reizen.

Verdünnen Sie zwei Esslöffel Essigessenz mit etwa 200 bis 300 Millilitern Wasser. Geben Sie die Flüssigkeit in den Wasserkocher und schalten Sie das Gerät an. Die verdünnte Essigessenz sollte kurz aufköcheln – sie sollte jedoch nicht so stark und lange kochen. Schalten Sie das Gerät aus und lassen Sie alles etwa 30 Minuten einwirken, ehe Sie das Gemisch abgießen. Spülen Sie Ihren Wasserkocher anschließend gut aus. Bei Bedarf können Sie den Wasserkocher noch zweimal mit klarem Wasser auskochen.

Tipp
Sie können auch mit Essig Ihren Wasserkocher entkalken. Dieser muss dann weniger stark verdünnt werden, als es bei Essigessenz der Fall ist.

Backpulver zum Entkalken

Als weiteres Hausmittel zur Kalkentfernung gilt Backpulver. In der Praxis zeigt es sich jedoch als weniger geeignet. Möchten Sie dennoch einmal versuchen, mit dem Pulver Kalk zu entfernen, gehen Sie wie folgt vor:

Geben Sie ein Tütchen Backpulver in den bis zur Hälfte mit klarem Wasser gefüllten Wasserkocher. Schalten Sie das Gerät ein und bringen Sie das Gemisch zum Kochen. Aber Achtung: Durch das Backpulver bildet sich viel Schaum. Daher darf der Wasserkocher nicht zu hoch befüllt sein. Lassen Sie alles nach dem kurzen Aufkochen für etwa 60 Minuten stehen und gießen Sie anschließend die Flüssigkeit ab. Reinigen Sie das Gerät mit ausreichend klarem Wasser. Bei Bedarf können Sie es auch einmal komplett auskochen. 

Auch wenn Natron teilweise mit Backpulver verwechselt wird, handelt es sich um unterschiedliche Produkte. Zwar besteht Backpulver zu einem Teil aus Natron, allerdings auch aus anderen, säurehaltigen Zutaten. Natron enthält hingegen wenig Säure und ist somit nicht zum Entkalken geeignet. Bei Bedarf können Sie es beim Entkalkungsvorgang mit Essig hinzugeben. Dies kann teilweise die Wirkung der Essigsäure verstärken. 

Reinigungsmittel und -tabletten gegen Kalk

Um Kalk loszuwerden, können Sie auch Entkalkerflüssigkeit oder -tabletten verwenden. Achten Sie hierbei jedoch darauf, dass die Produkte vom Gerätehersteller empfohlen werden. Es kann sein, dass andere Produkte zu aggressiv sind. 

Weiterhin sollten Sie auf biologische Produkte setzen. Das gilt besonders für die Anwendung in Geräten, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen beziehungsweise mit denen Lebensmittel zubereitet werden.

Wie oft entkalken?
Bei hartem Wasser mit einem sehr hohen Kalkgehalt sollten Sie Ihren Wasserkocher und auch Ihre Kaffeemaschine regelmäßig, mindestens aber alle vier Wochen entkalken. Bei gefiltertem oder sehr weichem Wasser kann eine Reinigung dreimal im Jahr ausreichen. 

Entkalken mit Aspirin, Cola oder Gebissreiniger

Auch Aspirin soll den Kalk im Wasserkocher lösen. Die Anwendung erfolgt dabei wie bei der Essigessenz: Eine Tablette wird in 200 Millilitern Wasser aufgelöst. Die Flüssigkeit wird anschließend im Wasserkocher zum Kochen gebracht und für 30 Minuten stehen gelassen. In der Zeit soll die Acetylsalicylsäure Kalkablagerungen lösen. Anschließend wird das Gerät mit klarem Wasser gereinigt.

Auch Cola soll bei Verkalkungen im Wasserkocher helfen. Die süße, kohlensäurehaltige Flüssigkeit wird dabei auf keinen Fall erwärmt. Das würde unter anderem zum Karamellisieren des Zuckers führen. Der Wasserkocher wäre anschließend unbrauchbar. Die braune Limonade weicht lediglich über Nacht die Kalkreste im Inneren ein und wird am nächsten Tag gut ausgespült. 

Gebissreiniger soll ebenfalls ein Hausmittel sein, das kommerzielle Entkalker gut ersetzen kann. Jedoch nur, wenn er Zitronensäure enthält. Die Tablette wird dazu in Wasser aufgelöst und in das Gerät gegeben. Die Mischung wird nun kurz zum Kochen gebracht und wirkt anschließend ein paar Minuten nach.

Andere Haushaltsgeräte entkalken

Mit Essig können Sie unter anderem auch Ihr Bügeleisen und Ihre Kaffeemaschine entkalken.

Beim Bügeleisen geben Sie 100 Milliliter Essig und 100 Milliliter destilliertes Wasser in den Tank und schalten Sie das Gerät anschließend auf die höchste Stufe. Tätigen Sie die Sprühtaste, falls Ihr Bügeleisen nicht automatisch Dampfstöße abgibt. Anschließend schalten Sie das Gerät aus und lassen die Essigmischung noch etwa 20 Minuten nachwirken, ehe Sie das Bügeleisen erneut einschalten und den Vorgang wiederholen. Wenn keine Kalkpartikel mehr erkennbar sind, können Sie den Wassertank vollständig leeren und mit destilliertem Wasser reinigen. Trocknen Sie das Gerät vollständig ab.

Auch die Kaffeemaschine kann nicht nur mit einem Entkalker, sondern auch mit Essig von Kalkablagerungen befreit werden. Geben Sie Essigessenz und klares Wasser im Verhältnis eins zu zwei in den Wassertank der Kaffeemaschine. Legen Sie einen sauberen Papierfilter in den Filtereinsatz und schalten Sie die Maschine ein. Nachdem etwa die Hälfte der Essigmischung durchgelaufen ist, schalten Sie die Maschine aus und warten rund 20 Minuten. So kann alles gut einwirken. Anschließend wird die Maschine gestartet, bis auch die restliche Flüssigkeit durchgelaufen ist. Reinigen Sie nach dem Vorgang alle losen Teile unter klarem Wasser und starten Sie einen zweiten Durchlauf – dieses Mal allerdings ausschließlich mit klarem Wasser.

Achtung
Für Kaffeevollautomaten ist diese Methode nicht geeignet. Die Säure greift die Gummidichtungen zu stark an und würde sie beschädigen und porös machen. Verwenden Sie stattdessen lieber den vom Hersteller empfohlenen Entkalker.

Wenn Sie Ihren Duschkopf mit einem Hausmittel entkalken möchten, verwenden Sie hierfür am besten Zitronensäure. Essig schadet den Gummidichtungen und -düsen zu sehr. Das Gleiche gilt übrigens auch für Waschmaschinen und Spülmaschinen. Auch für diese Haushaltsgeräte ist Essig als Entkalker zu aggressiv. Setzen Sie hier lieber auf das Hausmittel Zitronensäure oder verwenden Sie einen vom Hersteller empfohlenen Entkalker.

Verwendete Quellen:

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