Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr fĂŒr Sie ĂŒber das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Darum hat die Fliegenklatsche ein Gitter

dpa, Sebastian Fischer

Aktualisiert am 07.07.2021Lesedauer: 3 Min.
Mehrere Fliegenklatschen liegen auf einem Tisch.
Fliegenklatsche: Mit Anmeldung der Plastikklatsche beim Deutschen Patentamt vor 65 Jahren sind die Überlebenschancen von Fliegen, MĂŒcken und Co. rapide geschrumpft. (Quelle: Fabian Sommer/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextNach Pokalfinale: Tedesco attackiert FreiburgSymbolbild fĂŒr einen TextSĂ€nger entdeckt Tumor im HalsSymbolbild fĂŒr einen TextSoldat plante offenbar AnschlĂ€geSymbolbild fĂŒr einen TextMedizinischer Notfall bei PokalfinaleSymbolbild fĂŒr einen TextVideos sollen Polizeigewalt zeigenSymbolbild fĂŒr einen TextUmfrage: Söder vor MerzSymbolbild fĂŒr einen TextBerichte: Erstes Angebot fĂŒr LewandowskiSymbolbild fĂŒr einen TextBarbara Meier zeigt ihren BabybauchSymbolbild fĂŒr einen TextGeisterfahrerin stirbt bei KollisionSymbolbild fĂŒr einen TextGina Schumacher teilt witziges SelfieSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserHeidi Klum: Unangenehmer Flirt in RTL-Show

Ein Schwung und die MĂŒcke ist platt. Dabei muss nicht immer eine Zeitung die erste Wahl sein. Vor Erfindung der Plastikklatsche vor 65 Jahren ging man umso martialischer auf die Hatz nach QuĂ€lgeistern.

Das Wichtigste im Überblick


  • Darum hat die Fliegenklatsche ein Gitter
  • Insektas – der VorgĂ€nger der Fliegenklatsche
  • Das Fliegengewehr mit Glöckchen
  • Optimierungsversuche der Fliegenklatsche

HĂ€ufig hilft ein herzhafter Hieb. Mit Anmeldung der Plastikklatsche beim Deutschen Patentamt vor ĂŒber 65 Jahren sind die Überlebenschancen von Fliegen, MĂŒcken und Co. rapide geschrumpft. Die postume Insektenrache: ein roter Blutfleck an WĂ€nden oder Decken.

Darum hat die Fliegenklatsche ein Gitter

Am 25. Juli 1953 geht ein Brief an das Patentamt in MĂŒnchen. Erich Schumm aus dem wĂŒrttembergischen Murrhardt meldet seine Fliegenklatsche als Gebrauchsmuster an. Mit ihrer abgerundet rechteckigen SchlagflĂ€che weist sie die heute vielleicht gĂ€ngigste Form auf. Das seinerzeit Neuartige war, dass sie aus sehr weichem, elastischem Kunststoff bestand. "Vorzugsweise ist der breitflĂ€chige Vorderteil im wesentlichen als Gitter ausgebildet, das beim schnellen Schlagen den Luftdurchtritt ermöglicht", heißt es in der Anmeldung.

Klingt vielleicht banal, hat aber seinen Sinn: Ist die FlĂ€che geschlossen, dann spĂŒren die Tiere den Luftzug der herabsausenden Gefahr – und können womöglich noch schnell dem Tod von der Schippe springen. Daher sind Gitter-Klatschen (aus Sicht des JĂ€gers) erfolgversprechender als etwa eine zusammengerollte Zeitung.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Lautes Schweigen: Bundesliga gratuliert Leipzig nicht
Einsamer Gewinner: Leipzigs Trainer Domenico Tedesco mit dem DFB-Pokal.


Insektas – der VorgĂ€nger der Fliegenklatsche

Diese physikalische Erkenntnis hat aber auch schon einer von Schumms VorgĂ€ngern berĂŒcksichtigt. 1949 reicht der Hamburger Alfred Hoeborn seine Erfindung ein, deren "luftdurchlĂ€ssiges Maschengewebe aus Metall- oder Eisendraht, Textil- oder anderen Stoffen" Fliegen oder Motten kein Entrinnen bieten soll. Das Utensil namens "Insektas" erinnert in seiner Form an einen TischtennisschlĂ€ger.

Zuvor war es in Sachen Insektenjagd mitunter militĂ€rischer zugegangen – zumindest wenn man in den Dutzenden Fliegenklatschenmodellen stöbert, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts beim Deutschen Patent- und Markenamt und seinen VorgĂ€ngern registriert wurden.

Das Fliegengewehr mit Glöckchen

Marcus Heidbreder aus dem Westerwald meldet zum Beispiel 1922 ein Fliegengewehr an – inklusive Lauf und Kolben. Bei BetĂ€tigung des Abzugs schnellt ĂŒber einen Gummizug die eigentliche Klatsche, die aus einem Lederlappen oder zusammengebundenen Lederstreifen besteht, nach vorn Richtung Ziel hinaus. Da der Gummi verschieden straff gespannt wird, kann entsprechend der Entfernung geregelt werden, mit welcher HĂ€rte es der Fliege an den Kragen geht. Zudem hat Heidbreder eine Glocke installiert, die beim Auslösen des Mechanismus bimmelt – um "den bei anderen Spielzeuggewehren auftretenden Knall" zu imitieren. Sozusagen schlĂ€gt der Fliege auch akustisch das letzte StĂŒndchen.

Optimierungsversuche der Fliegenklatsche

Ganz ohne Totenglöcklein kommt freilich Schumms Kunststofferfindung aus, lĂ€utet aber vor 65 Jahren immerhin den Durchbruch der Klatsche am Stiel ein. Schnell machen sich andere daran, sie zu optimieren. Das schwĂ€bische Unternehmen Haugolit Plastik nimmt sich wenige Jahre spĂ€ter des Problems der Ă€rgerlichen Blutflecken an den WĂ€nden an. In der Anmeldung heißt es, die Gittermaschen seien vergrĂ¶ĂŸert und nicht mehr wie zuvor scharfkantig ausgestanzt, sondern mit schrĂ€gen Kanten versehen. Damit sollen die Insekten nicht mehr zerquetscht werden.

1989 befestigt ein Erfinder aus dem bayerischen Pocking eine Klebeplatte auf der KlatschenflĂ€che. Er erklĂ€rt: Die herkömmlichen Mordinstrumente hĂ€tten den Nachteil, "dass die erschlagenen Insekten herunterfallen, die man dann mit der Hand beseitigen muss". Dies sei "fĂŒr viele Menschen, insbesondere Frauen, unangenehm". Auch andere TĂŒftler legen ihre BemĂŒhungen darauf, den Kadaver aufzufangen – wie etwa die Klatsche eines Österreichers vom Ende der 1990er Jahre, bei der die Fliegenreste mit einem Luftbalg in den Stiel gesaugt werden.

Bei einem 2017 angemeldeten Gebrauchsmuster können sich Insekten nicht mal mehr an Gardinen sicher wĂ€hnen. Mit einer Art Schere wollen drei Baden-WĂŒrttemberger den Fliegen auf den Leib rĂŒcken. An zwei Schenkeln sind gegenĂŒberliegende Gitterplatten angebracht, die zuschnappen und idealerweise das Insekt zwischen sich zerquetschen oder einfangen. Einer der Anmelder teilt allerdings mit, die Klatsche sei bisher nicht erfolgreich vermarktet worden – soll heißen: Im Laden kann man dieses Produkt noch nicht kaufen.

Weitere Artikel

Insektenschutz fĂŒr zu Hause
Die besten Fliegengitter fĂŒr Fenster und TĂŒren, um Insekten fernzuhalten
Fliegengitter schĂŒtzen effektiv vor Insekten wie beispielsweise MĂŒcken.

Ade, ihr Plagegeister
Bei diesen Moskitonetzen haben MĂŒcken keine Chance
Moskitonetze gibt es in vielen GrĂ¶ĂŸen, auch fĂŒr Doppelbetten wie beispielsweise von Glorytec.


Und so zeigt der Streifzug durch die Jahrzehnte der Insektenjagd vor allem zwei Dinge: Dem Erfindungsreichtum sind selbst bei profanen AnlÀssen keine Grenzen gesetzt. Und: Gegen Fliegen muss es nicht immer nur die simple Zeitungsrolle sein. Es geht auch professionell.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website