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Das sind die teuersten Bettfedern der Welt

Kuscheliger Luxus  

Das sind die teuersten Bettfedern der Welt

27.07.2021, 15:55 Uhr | AFP

Das sind die teuersten Bettfedern der Welt. Eiderente: Sie begutachtet ihr Nest, das von weichen Daunenfedern gewärmt wird. (Quelle: imago images/Nature Picture Library)

Eiderente: Sie begutachtet ihr Nest, das von weichen Daunenfedern gewärmt wird. (Quelle: Nature Picture Library/imago images)

Je höher der Daunenanteil, desto fluffiger die Bettdecke. Ein Vogel produziert besonders weiche Flaumfedern. Die gute Nachricht: Ihm wird dafür kein Haar, oder genauer gesagt, keine Feder gekrümmt.

Auf einer abgelegenen Insel vor der Westküste Islands wird seit gut 1.000 Jahren nach den Daunen der Eiderente Ausschau gehalten. Die Suche nach den wertvollen Federn findet in der Bucht von Breidafjördur statt. Aus ihnen werden einige der wertvollsten Decken der Welt hergestellt. Die von Hand gesammelten Daunen sind mehrere tausend Euro pro Kilogramm wert.

Eiderente: Sie nistet in dünn besiedelten Küstenregionen Islands. (Quelle: imago images/Nature Picture Library)Eiderente: Sie nistet in dünn besiedelten Küstenregionen Islands. (Quelle: Nature Picture Library/imago images)

Jeden Sommer durchsuchen fast 400 isländische Bauern Hohlräume in Felsen, im Sand oder im hohen Gras, um an ein paar der grauen Flaumfedern der Ente zu gelangen. Im Mai beginnen die Eiderenten in den dünn besiedelten Küstenregionen Islands zu nisten. Dabei hinterlassen die aus der subarktischen Region stammenden Vögel eine Spur aus Daunen, die zu den wärmsten natürlichen Fasern der Welt gehören.

Eiderente steht in Island unter Schutz

"Wenn Eier dort sind, nehmen wir nur einen Teil der Daunen mit. Wenn die Eiderente das Nest schon verlassen hat, nehmen wir alles," sagt Erla Fridriksdottir, Leiterin von King Eider, einer der größten Eiderdaunen-Exporteure in Island. Um das Nest in der Brutzeit warm zu halten, löst die Eiderente Daunen von ihrer Brust und verwendet sie zur Isolierung.

Auf der Insel Bjarneyjar ist die Jagd nach den verlassenen Eiderenten-Nestern seit Generationen Tradition und soll mit der Ankunft der Wikinger im neunten Jahrhundert begonnen haben. Seit 1847 steht die Eiderente in Island unter Schutz. Auch das Jagen und Sammeln ihrer Eier ist verboten.

Eiderdaunen erfüllen strenge Auflagen

Nichtsdestotrotz sind die Vögel und ihre Eier durch Raubtiere Gefahren ausgesetzt. "Wir glauben die Enten mögen es, ihre Nester in unserer Nähe zu haben," erklärt Erlas Bruder, Jon Fridriksson. Dies sei womöglich hilfreich, um Raubtiere fernzuhalten.

Eiderente: Sie begutachtet ihr Nest, das von weichen Daunenfedern gewärmt wird. (Quelle: imago images/Nature Picture Library)Eiderente: Sie begutachtet ihr Nest, das von weichen Daunenfedern gewärmt wird. (Quelle: Nature Picture Library/imago images)

Neben ihrer Seltenheit sind die Produktionsbedingungen der Eiderdaunen ein Grund für ihren hohen Preis. Nach isländischem Gesetz müssen die Eiderdaunen strenge Auflagen erfüllen, bevor sie verkauft werden dürfen.

Einfache Bettdecke kostet rund 4.350 Euro

Eine einfache Bettdecke mit 800 Gramm Federn ist rund 4.350 Euro wert. Die Kunden seien häufig "Naturliebhaber" oder Menschen, die sich um die Umwelt sorgen, sagt Fridriksdottir. Eiderdaunen seien die einzigen Daunenfedern, die gesammelt werden. Andere Daunen seien häufig ein Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie.

Um ein Kilogramm Eiderdaunen zu produzieren, werden etwa 60 Nester benötigt. Weltweit werden jährlich aber nur etwa vier Tonnen Eiderdaunen produziert im Gegensatz zu insgesamt 175.000 Tonnen Daunen weltweit. Dreiviertel der Eiderfedern stammen aus Island. Die restlichen Daunen kommen ebenfalls aus anderen Ländern nahe der Arktis.

Eiderenten-Nest: Sind noch Eier darin, wird nur ein kleiner Teil der Daunen gesammelt. (Archivbild) (Quelle: imago images/Nature Picture Library)Eiderenten-Nest: Sind noch Eier darin, wird nur ein kleiner Teil der Daunen gesammelt. (Archivbild) (Quelle: Nature Picture Library/imago images)

Sammeln, trocknen, reinigen

Die Federn werden nach dem Sammeln an der Luft getrocknet, damit sie nicht schimmeln und kommen dann bei 120 Grad Celsius zur Sterilisierung und Reinigung in einen Ofen. Um weiteren Schmutz zu entfernen, drücken rotierende Maschinen die Daunen gegen ein dünnes Drahtgitter.

Zum Schluss müssen die Federn aber von Hand gereinigt werden. Das kann bei einem Kilogramm vier bis fünf Stunden dauern. Schließlich müssen die Federn noch einmal von Hand gewaschen und desinfiziert werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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