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So erkennt man eine sichere Steckdosenleiste

dpa-tmn, t-online, rw

Aktualisiert am 20.11.2017Lesedauer: 3 Min.
Beim Anschluss mehrerer Geräte die Belastungsgrenze der Steckdosenleiste nicht überschreiten.
Beim Anschluss mehrerer Geräte die Belastungsgrenze der Steckdosenleiste nicht überschreiten. (Quelle: MiS/imago-images-bilder)
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Steckdosenleisten finden sich wohl in fast jedem Haushalt. Vor allem in vielen Altbauten sind festinstallierte Steckdosen in der Wand oft knapp und die Steckerleisten schon deshalb unverzichtbar. Doch gerade bei sehr günstiger Ware lässt die Sicherheit häufig zu wünschen übrig. Doch wie erkennt man als Verbraucher unsichere Steckerleisten? Experten raten zur Press-Probe.

Ein simpler Test gibt Hinweise darauf, ob das Kabel einer Steckerleiste minderwertig ist: Lässt es sich zwischen zwei Fingern problemlos zusammenpressen, ist das kein gutes Zeichen. Verbraucher sollten außerdem darauf achten, dass die Kabel nicht sehr dünn und unflexibel sind. Darauf weisen die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und die Aktion Das Sichere Haus (DSH) in ihrer gemeinsamen Broschüre "Gefährliche Produkte in Haushalt und Freizeit" hin.


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Kriterien für eine sichere Steckdosenleiste

"Wer eine ganz normale Steckerleiste kaufen will, steht vor einem großen Angebot mit unterschiedlichen Preisen", so DSH-Chef Elmar Lederer. "Da ist die Versuchung groß, schnell zum billigsten Produkt zu greifen." Nicht selten seien solche vermeintliche Schnäppchen aber nichts anderes als "Neu-Schrott". BAuA und DSH raten Verbrauchern, beim Kauf einer neuen Steckerleiste auf folgende sicherheitsrelevanten Kriterien zu achten:

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  • Prüf-Zeichen wie das GS- oder das VDE-Siegel kennzeichnen sichere Produkte. Allerdings würden die Siegel auch immer wieder gefälscht. "Misstrauen ist gerechtfertigt, wenn bei dem GS-Zeichen keine Prüfstelle genannt ist oder wenn auf dem Gerät eine andere Prüfstelle steht als auf der Verpackung", so der Rat.
  • Die Adresse des Inverkehrbringers (Hersteller, Importeuer, Händler) sollte auf der Steckerleiste oder der Verpackung stehen.
  • Dünne Kabel und eine sehr weiche Isolierung (Press-Probe) deuten auf ein minderwertiges Produkt hin.
  • Die Schutzleiterkontakte in den Steckplätzen sollten federn, also wieder in die Ausgangsstellung zurückkehren, sobald man den Stecker herauszieht.
  • Eine integrierte Kindersicherung, welche die stromführenden Kontakte abdeckt und so vor zufälligem Berühren schützt, ist nicht nur in Haushalten mit kleinen Kindern sinnvoll.
  • Zulässige Leistung beachten: Die anzuschließenden Geräte dürfen die auf der Steckerleiste angegebene zulässige Leistung nicht übersteigen.
  • IP-Schutzart beachten: Draußen und in Feuchträumen wie dem Bad nur Produkte einsetzen, die mindestens mit der Schutzart "IP 44" gekennzeichnet sind.

Was die IP-Schutzart aussagt

Die IP-Schutzart gibt Aufschluss darüber, in welchem Umfeld die Steckdosenleiste eingesetzt werden darf. Sie sollte auf dem Produkt angegeben sein. "Die erste Ziffer der Schutzart informiert über Berührungs- und Fremdkörperschutz", erklärt die Stiftung Warentest, "die zweite Ziffer über den Wasserschutz." Beim Berührungs- und Fremdkörperschutz reicht die Skala von "0" (kein Schutz) bis "6" (vollständiger Berührungsschutz und staubdicht). Beim Wasserschutz reicht die Skala von "0" (kein Schutz) bis "9" (Schutz gegen Wasser aus dem Hochdruckreiniger).

Steckdosenleisten der Schutzart "IP 44" schützen gegen Berühren mit Werkzeugen und leitenden Gegenständen von einem Durchmesser über einem Millimeter sowie gegen Spritzwasser. Im Wohnraum sollten Steckdosenleisten mindestens mit "IP 20" (Schutz gegen Berührung mit den Fingern, Schutz gegen Fremdkörper mit einem Durchmesser über 12 Millimeter, kein Feuchtigkeitsschutz) klassifiziert sein.

Sicherheitsregeln für die Nutzung von Steckdosenleisten

Wenn alle angeschlossenen Geräte in Betrieb sind, darf die auf der Steckdosenleiste angegebene Belastungsgrenze (meist 3600 Watt) nicht überschritten werden. Sonst besteht die Gefahr, dass sich die Mehrfachsteckdose stark erhitzt und womöglich sogar in Flammen aufgeht. Das droht sogar bei teureren Markenprodukten, wie die Stiftung Warentest bei einem Test von 19 Steckdosenleisten herausfand, bei dem elf Produkte mit "mangelhaft" durchfielen. Besonders energiehungrige Geräte wie Heizlüfter oder große Haushaltsgeräte sollte man generell nur über Wandsteckdosen betreiben.

Außerdem sollten nie mehrere Steckerleisten in Kette hintereinander geschaltet werden. "Werden Steckerleistenketten verdeckt verlegt, steigt die Brandgefahr zusätzlich", warnen BAuA und DSH. Abdeckung und sich ansammelnder Staub verhindern dann eine ausreichende Wärmeableitung. "Zusätzlich kann der Staub selbst leicht entzündbar sein." Wegen der Überhitzungsgefahr sollten die Mehrfachstecker auch nicht unmittelbar auf oder an einem laufenden Heizkörper oder Wärmequellen liegen.

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  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz
Stiftung Warentest

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