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Grüne Stinkwanze im Haus: Warum gibt es jetzt so viele?

Insekten-Plage  

Warum gibt es jetzt so viele Stinkwanzen?

28.10.2020, 19:44 Uhr | dpa, t-online, ron

Grüne Stinkwanze im Haus:  Warum gibt es jetzt so viele? . Grüne Stinkwanze (Palomena prasina): Im Herbst färbt sie sich allerdings braun. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Grüne Stinkwanze (Palomena prasina): Im Herbst färbt sie sich allerdings braun. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Wenn die Tage und Nächte kühler werden, sucht sie sich ein warmes Plätzchen im Haus: die Stinkwanze. Mit ihrem Schild wirkt sie gefährlich. Und auch ihr Name lässt nichts Gutes vermuten. So werden Sie das Insekt wieder los.

An die Invasion des Asiatischen Marienkäfers (Harmonia axyridis) hatte man sich schon gewöhnt. Wenn sich im Herbst die kalte Jahreszeit ankündigt, zieht es ihn ins Warme. Er krabbelt durch offene Fenster und Türen auf der Suche nach einem Winterquartier – allerdings häufig nicht allein, sondern in Massen.

Die Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) tut es dem Marienkäfer in diesem Jahr gleich. Vor allem in Süddeutschland, besonders in Bayern, ist das Insekt in diesen Herbsttagen sehr aktiv. Eine Vielzahl von Stinkwanzen strömt jetzt in Wohnung und Haus, auf der Suche nach einer gemütlichen, warmen Bleibe für den Winter.

Weshalb gibt es jetzt so viele Stinkwanzen?

Laut dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) kann es in warmen Jahren sehr viele Grüne Stinkwanzen geben. Vor allem heiße und trockene Sommer sorgen dafür, dass sich viele Wanzenarten – in Deutschland sind es 900, in Bayern 800 – stark vermehren. Das war bereits im Jahr 2018 der Fall, als der Sommer mit Hitze, Dürre und viel Sonne Rekorde brach. Auch damals strömten ab Ende September die Insekten in Häuser und Wohnungen.

Woran erkennt man das Insekt?

Die Grüne Stinkwanze ist etwa zwölf bis 14 Millimeter lang und im Sommer hellgrün gefärbt. Zudem befinden sich auf ihrem Schild kleine schwarze Punkte. Im Herbst vor dem Überwintern färbt sich der Sechsbeiner allerdings rotbraun oder braun. In der darauffolgenden Saison färbt sich die Wanze wieder grün.

Grüne Stinkwanze (Palomena prasina): Sie ist auch als Gemeine Stinkwanze oder Gemeiner Grünling bekannt. (Quelle: imago images/Star-Media)Grüne Stinkwanze (Palomena prasina): Sie ist auch als Gemeine Stinkwanze oder Gemeiner Grünling bekannt. (Quelle: Star-Media/imago images)

Wie gefährlich ist die Grüne Stinkwanze?

Zwar kann ihr Äußeres, vor allem ihre Größe, auf ängstliche Menschen furchteinflößend wirken, doch ist die Grüne Stinkwanze völlig harmlos. Sie ist friedlich und richtet keinerlei Schäden an Pflanzen an. Ältere Stinkwanzen bevorzugen als Nahrung neben reifen Samen und Früchten auch saftige Beeren. Deshalb unterscheidet sich die Grüne Stinkwanze von Blutsaugern wie den Bettwanzen, die Krankheiten übertragen und Menschen damit auch gefährlich werden können.

Wie vertreibt man die Wanze aus dem Haus?

Der Nabu empfiehlt, erst einmal Ruhe zu bewahren, wenn man plötzlich eine Grüne Stinkwanze in der Wohnung entdeckt. Sie sollten das Tier nicht berühren oder gar töten.

  • Nicht einsaugen
    Oftmals werden Spinnen mit dem Staubsauger eingesaugt und auf diese Weise entsorgt. Doch ist diese Methode nicht nur für Spinnen besonders qualvoll. Auch die Grüne Stinkwanze sollte aus diesem Grund nicht eingesaugt werden. Der Gestank könnte sich zudem über die Abluft des Staubsaugers im Haus verteilen. Zerplatzt das Tier beim Einsaugen, wird der Geruch sogar noch strenger.
  • Vorsichtig ins Freie tragen
    Lassen Sie die Wanze am besten vorsichtig auf ein Blatt Papier oder eine Kehrschaufel krabbeln und tragen Sie sie ins Freie. Oder Sie stülpen ein Glas über die Stinkwanze und schieben danach langsam ein Blatt Papier zwischen Glas und Oberfläche. So sollte die Wanze ins Glas krabbeln. Anschließend können Sie das Glas mit dem Papier verschlossen halten und nach draußen bringen.
  • Tür und Fenster schließen
    Nach einer sogenannten Rückführung ins Freie empfiehlt es sich allerdings, vorsichtshalber Fenster und Tür zu schließen – damit die Wanze nicht gleich wieder zurück ins Haus krabbelt.
  • Aufmerksam lüften
    Stinkwanzen werden von hellen und aufgeheizten Oberflächen magisch angezogen, zum Beispiel von hellen Hauswänden und weißen Fensterrahmen. Zudem reagieren sie stark auf Licht. Achten Sie beim Lüften morgens und abends darauf, dass Sie das Zimmerlicht ausschalten.
  • Mit Hausmittel vorbeugen
    Ein Gemisch aus Wasser und Essigessenz – auf Fenster- und Türrahmen gesprüht – soll abschreckend auf die Grüne Stinkwanze wirken.

Stinkt die Grüne Stinkwanze wirklich?

Ja, das Insekt kann richtig stark stinken. Der Grund: Wie viele andere Wanzen sondert sie bei Gefahr ein unangenehm riechendes und lang anhaftendes Sekret ab.

Wird die Stinkwanze in Innenräumen aus Angst zerdrückt und getötet, kann sie nach ihrem Tod zu einer wahren Stinkbombe in Haus und Wohnung werden.

Verwendete Quellen:

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