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Kaffee-Mythen im Check: Leben Kaffee-Trinker wirklich länger?

Heißgetränk  

Kaffee-Mythen: Leben Kaffee-Trinker länger?

08.08.2016, 13:40 Uhr | tw (CF) / nic

Kaffee-Mythen im Check: Leben Kaffee-Trinker wirklich länger?. Gesund? Schönheitselixier? Hauptsache, er schmeckt! (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gesund? Schönheitselixier? Hauptsache, er schmeckt! (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Um wenige Nahrungsmittel ranken sich so viele Mythen wie um Kaffee. Angeblich entwässert er den Körper, macht schön und verlängert das Leben. Wir verraten Ihnen, welche Kaffee-Mythen der Wahrheit entsprechen und was es mit dem "Tag des Kaffees" am 1. Oktober auf sich hat.

Ein Ehrentag für den Kaffee

Am ersten Oktober ist es soweit: In Deutschland wird zum elften Mal der "Tag des Kaffees" gefeiert. Ins Leben gerufen wurde der Ehrentag im Jahr 2006 vom Deutschen Kaffeeverband, um mit Aktionen und Events die verschiedenen Facetten des Kaffees vorzustellen. Erstmalig findet das Event in diesem Jahr zusammen mit dem "International Coffee Day" am ersten Oktober statt. Kaffeeunternehmen, wie Röstereien bieten an diesem Tag deutschlandweit zum Beispiel Seminare, Verkostungen und Röstvorführungen an. Zudem können Sie Werksführungen und Ausstellungen zum Thema besuchen und natürlich besondere Kaffee-Spezialitäten probieren. 

1. Mythos: Kaffee ist ungesund – stimmt das?

Laut einer Legende wollte es der schwedische König Karl Gustav III. genauer wissen: Zwei zum Tode verurteilte Zwillinge mussten über mehrere Jahre jeweils viel Tee und viel Kaffee trinken, um herauszufinden, was schädlicher sei. Doch weder der schwedische König noch die überwachenden Mediziner erfuhren das Ergebnis: Sie starben vor den beiden Probanden. Angeblich lebte der Kaffee-Trinker länger.

Noch lange Zeit hat sich der Mythos, dass Kaffee nicht gesund sei, gehalten. Der "Bayerische Rundfunk" (BR) stellt jedoch fest: "Kaum ein Lebensmittel wurde in den vergangenen Jahren so intensiv erforscht wie der Kaffee". Zahlreiche Studien konnten dem Heißgetränk allerdings keine generell schädliche Wirkung nachweisen. Schuld an dem Mythos seien vor allem "methodische Mängel" früherer Forschungen gewesen.

2. Mythos: Länger leben dank Kaffee 

Das koffeinhaltige Getränk kann anscheinend nicht nur den Arbeitstag verlängern. Forscher der Harvard University haben in einer Studie nachgewiesen, dass Kaffee sogar lebensverlängernd wirke. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin "Circulation". Insbesondere frühe Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder neurologischen Leiden kämen bei Kaffee-Trinkern seltener vor. Dies gelte auch für koffeinfreien Kaffee.

Die positiven Effekte scheinen also nicht mit dem stimulierenden Stoff, sondern mit anderen Inhaltsstoffen zusammen zu hängen. Den Forschern zufolge schützten manche Stoffe im Kaffee vor der Entstehung von Alterszucker und verringerten Entzündungen.

Experten warnen allerdings davor, Erkenntnisse aus Ernährungs-Beobachtungsstudien überzubewerten. Auch aus der aktuellen Arbeit lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen ableiten. Die Daten stammen aus drei Beobachtungsstudien, die über einen Zeitraum von 30 Jahren die Ernährungsgewohnheiten von über 200.000 medizinischen Angestellten erfragten. Rund 30.000 Menschen starben während des Beobachtungszeitraums.

3. Mythos: Kaffee entzieht Flüssigkeit 

Der Ruf des koffeinhaltigen Getränks, eine schädliche Wirkung zu haben, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass es den Körper angeblich entwässert. Diese Annahme gehört jedoch tatsächlich ins Reich der Mythen. Wie die "Deutsche Gesellschaft für Ernährung" (DGE) erklärt, entstand diese Fehlannahme durch die falsche Interpretation von Forschungsergebnissen. Bei zwölf Freiwilligen, die fünf Tage lang keinen Kaffee getrunken hatten, führten sechs Tassen am Versuchstag zur Gewichtsabnahme von durchschnittlich 0,7 Kilogramm. Daher wurden fälschlicherweise die Reduzierung von Gewicht und der Gesamtwassermenge des Körpers mit einer Verschlechterung der Flüssigkeitsversorgung gleichgesetzt.

Das im Kaffee enthaltene Koffein hat allerdings einen harntreibenden Effekt, der aber sowohl vom Koffeingehalt als auch von der Kaffeemenge beeinflusst wird. Kaffeekonsum von etwa vier Tassen pro Tag hat keinen nachhaltigen Einfluss auf den menschlichen Flüssigkeitshaushalt. Er leistet für viele sogar einen wesentlichen Beitrag zur täglichen Wasseraufnahme. Sie können Ihren Kaffee also auch zum empfohlenen Tagesbedarf an Flüssigkeit hinzurechnen, so die DGE.

4. Mythos: Kaffee macht süchtig

Dass der Wachmacher süchtig macht, gehört ebenso zu den gängigen Mythen. Laut "BZ" ist hier zumindest ein bisschen was dran: Durch die leistungssteigernde Wirkung des Koffeins kann ein abrupter "Entzug" zwar Symptome wie Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche verursachen, eine süchtig machende Droge ist Kaffee aber trotzdem nicht.

5. Mythos: Kaffee macht impotent, aber schön

Männliche Koffeinjunkies können aufatmen: Kaffee macht nicht impotent und auch auf die Zeugungsfähigkeit hat Kaffee keinen Einfluss. Im Gegenteil: Kaffee wirkt aphrodisierend und steigert die Lust. Laut einer Studie der Universität Michigan sollen Kaffeetrinker sexuell aktiver sein, als Verweigerer des schwarzen Goldes – und brasilianischen Wissenschaftlern zu Folge soll Kaffee sogar die Spermien beweglicher machen. Nach einer Studie der Universität Texas haben Männer, die täglich zwei bis drei Tassen Kaffee trinken, zudem ein geringeres Risiko Erektionsprobleme zu bekommen, da das Koffein die Blutgefäße weitet und damit für einen stärken Blutfluss sorgt, wie der Hessische Rundfunk berichtet.

Wie praktisch, dass der Genuss von Kaffee gleichzeitig schön machen soll – zumindest wenn man ihn kalt trinkt. Aber stimmt das überhaupt? Die "BZ" verbannt diese Behauptung ins Reich der Mythen: Sie stamme aus der Barockzeit, in der blasse Schminke zu den Schönheitsidealen zählte: Weil er nicht dampfte, blieb die Schminke unversehrt – kalter Kaffee machte also schön. Allenfalls unterstützt das Koffein bei einer Diät, da es den Stoffwechsel anregt, so der "BR". Kaffee macht also über Umwege schön, sodass in diesem Mythos doch ein Fünkchen Wahrheit steckt.

Wann Kaffee schaden kann

Menschen mit Bluthochdruck, die häufig Kaffee trinken, sollten laut "BZ" vorsichtig sein und sich im Zweifel von ihrem Arzt beraten lassen. Denn Kaffee stimuliert das Zentralnervensystem, beschleunigt den Puls und hebt so den Blutdruck für einige Stunden an. Wer an Bluthochdruck leidet und trotzdem regelmäßig in Maßen Kaffee trinkt, muss laut "Focus" allerdings nicht gleich auf das Getränk zu verzichten, denn häufig stellt sich ein Gewöhnungseffekt ein. Im Zweifel sollten Sie aber lieber koffeinfreien Kaffee trinken oder Ihren Arzt befragen.

Bei Magenproblemen sollten Sie lieber Espresso trinken, rät "stern.de". Dadurch dass er länger geröstet wird, enthält er weniger Säure und durch den kürzeren Kontakt zwischen Wasser und Pulver bei der Zubereitung enthält Espresso weniger Gerbstoffe. Dadurch wird er deutlich bekömmlicher für den Magen als herkömmlicher Filterkaffee.

Ist Kaffee in der Schwangerschaft verboten?

Beim Kaffeekonsum während der Schwangerschaft gehen die Expertenmeinungen auseinander. Einige Studien deuten jedoch darauf hin, dass eine erhöhte Koffeinaufnahme das Wachstum der Kinder negativ beeinflussen und sogar das Risiko von Fehlgeburten erhöhen könnte, so "BZ" und "Focus".

Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Koffein. Eine hohe Dosis Koffein in Verbindung mit Stress kann sogar zu Halluzinationen führen, haben Wissenschaftler der La Trobe University in Melbourne herausgefunden. Die Kombination Stress und Koffein lässt bei völlig gesunden Menschen mitunter Symptome von Schizophrenie auftreten.


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