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"Bier auf Wein, das lass sein": Stimmt der Mythos?

  • Silke Ahrens
Von Silke Ahrens

Aktualisiert am 04.04.2022Lesedauer: 2 Min.
Bier und Wein: Laut Volksmund ist es wichtig, die richtige Reihenfolge beim Trinken einzuhalten, um Kopfweh am nächsten Tag zu vermeiden.
Bier und Wein: Laut Volksmund ist es wichtig, die richtige Reihenfolge beim Trinken einzuhalten, um Kopfweh am nächsten Tag zu vermeiden. (Quelle: sam thomas/getty-images-bilder)
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"Bier auf Wein, das lass sein – Wein auf Bier, das rat ich dir": Dieser Spruch soll Trinkfreudige vor einem Kater bewahren. Doch stimmt die vermeintliche Weisheit wirklich? Forscher sind der Sache auf den Grund gegangen.

Wirkt sich die Reihenfolge, in der wir alkoholische Getränke zu uns nehmen, auf unser Wohlbefinden am nächsten Morgen aus? Ein international verbreiteter Ratschlag besagt: Wer zuerst Bier und dann Wein trinkt, dem soll es am nächsten Tag besser gehen als demjenigen, der die Getränke in umgekehrter Reihenfolge zu sich nimmt.

Überprüfung der Katertheorie

Britische und deutsche Forscher wollten in einer Studie 2019 genau herausfinden, was es mit dieser Katertheorie auf sich hat. Denn jeder kennt den Spruch "Bier auf Wein, das lass sein – Wein auf Bier, das rat ich dir". Doch ob da etwas Wahres dran ist, weiß kaum jemand.

Für den Versuch teilten Wissenschaftler der Cambridge University und der Universität Witten/Herdecke 90 Studienteilnehmer im Alter von 19 bis 40 Jahren in drei Gruppen auf. Als Grundlage bekamen alle vor dem Trinken die gleiche, aber in der Menge auf ihr Körpergewicht abgestimmte Mahlzeit. Danach wurde getrunken, bis alle Teilnehmer 1,1 Promille Alkohol im Blut hatten.

So tranken die Gruppen:

  1. Die erste Gruppe trank zuerst Bier – bis jeder Teilnehmer bei 0,5 Promille angekommen war – dann stiegen sie auf Wein um.
  2. Die zweite Gruppe machte das Gleiche – trank aber zuerst Wein, danach das Bier.
  3. Die dritte Gruppe blieb die ganze Zeit bei einem Getränk – entweder Wein oder Bier.

Beschwerden nach 1,1 Promille

Bevor die Studienteilnehmer schlafen gingen, wurden sie befragt, wie betrunken sie sich fühlten und jeder bekam eine auf das jeweilige Körpergewicht abgestimmte Menge Wasser. Am nächsten Morgen – einige Teilnehmer mussten sich übergeben – sollten sie die Intensität der folgenden Beschwerden auf einer Skala von 0 bis 7 angeben:

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  • Durstgefühl
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Herzrasen
  • Appetitlosigkeit

Eine Woche später wiederholten die Teilnehmer das Experiment. Diejenigen, die zuerst Bier und dann Wein getrunken hatten, tranken diesmal zuerst Wein und dann Bier – und umgekehrt. Auch die Teilnehmer aus der dritten Gruppen wechselten jeweils ihr Getränk.

Das Ergebnis der Studie

Das ernüchternde Ergebnis der Studie: Die Wissenschaftler konnten entlarven, dass der Spruch falsch ist. Die Reihenfolge der Getränke hat keinen Einfluss darauf, wie schwer die Katerbeschwerden am nächsten Tag ausfallen. Die Wahrheit sei, dass das Trinken von zu viel Alkohol zu einem Kater führe – egal welcher Alkohol es sei, erklärten die Forscher.

Ihr Tipp: Statt auf die Reihenfolge der Getränke, ist es besser, auf seinen Körper zu achten, Warnsignale wie Übelkeit ernstzunehmen und sich zu fragen, wie betrunken man sich fühlt.

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Von Claudia Zehrfeld
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