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Alkoholstudie: "Bier auf Wein, das lass sein" – Stimmt der Mythos?

Neue Alkoholstudie deckt auf  

"Bier auf Wein, das lass sein": Stimmt der Mythos?

Von Silke Ahrens

08.02.2019, 14:17 Uhr
Alkoholstudie: "Bier auf Wein, das lass sein" – Stimmt der Mythos?. Bier und Wein: Laut Volksmund ist es wichtig, die richtige Reihenfolge beim Trinken einzuhalten, um Kopfweh am nächsten Tag zu vermeiden. (Quelle: Getty Images/sam thomas)

Bier und Wein: Laut Volksmund ist es wichtig, die richtige Reihenfolge beim Trinken einzuhalten, um Kopfweh am nächsten Tag zu vermeiden. (Quelle: sam thomas/Getty Images)

"Bier auf Wein, das lass sein – Wein auf Bier, das rat ich dir": Dieser Spruch soll Trinkfreudige vor einem Kater bewahren. Doch stimmt die vermeintliche Weisheit wirklich? Forscher sind der Sache jetzt auf den Grund gegangen. 

Wirkt sich die Reihenfolge, in der wir alkoholische Getränke zu uns nehmen, auf unser Wohlbefinden am nächsten Morgen aus? Ein international verbreiteter Ratschlag besagt: Wer zuerst Wein und dann Bier trinkt, dem soll es am nächsten Tag besser gehen als demjenigen, der die Getränke in umgekehrter Reihenfolge zu sich nimmt.

Überprüfung der Kater-Theorie 

Britische und deutsche Forscher wollten genau wissen, was es mit dieser Kater-Theorie auf sich hat. "Jeder kennt den Spruch 'Bier auf Wein, das lass sein – Wein auf Bier, das rat ich dir'. Wir dachten, dass da etwas Wahres dran sein muss", sagt Mediziner Kai Hensel, einer der Studienleiter von der Cambridge University, im Interview mit "The Guardian". 

Für den Versuch teilten die Wissenschaftler 90 Studienteilnehmer im Alter von 19 bis 40 Jahren in drei Gruppen auf. Als Grundlage bekamen alle vor dem Trinken die gleiche, aber in der Menge auf ihr Körpergewicht abgestimmte Mahlzeit. Danach wurde getrunken, bis alle Teilnehmer 1,1 Promille Alkohol im Blut hatten.

So tranken die Gruppen:

  1. Die erste Gruppe trank zuerst Bier – bis jeder Teilnehmer bei 0,5 Promille angekommen war – dann stiegen sie auf Wein um.
  2. Die zweite Gruppe machte das Gleiche – trank aber zuerst Wein, danach das Bier.
  3. Die dritte Gruppe blieb die ganze Zeit bei einem Getränk – entweder Wein oder Bier.

Beschwerden nach 1,1 Promille

Bevor die Studienteilnehmer schlafen gingen, wurden sie befragt, wie betrunken sie sich fühlten und jeder bekam eine auf das jeweilige Körpergewicht abgestimmte Menge Wasser. Am nächsten Morgen – einige Teilnehmer mussten sich übergeben – sollten sie die Intensität der folgenden Beschwerden auf einer Skala von 0 bis 7 angeben: 

  • Durstgefühl
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Herzrasen
  • Appetitlosigkeit

Eine Woche später wiederholten die Teilnehmer das Experiment. Diejenigen, die zuerst Bier und dann Wein getrunken hatten, tranken diesmal zuerst Wein und dann Bier – und umgekehrt. Auch die Teilnehmer aus der dritten Gruppen wechselten jeweils ihr Getränk.

Das Ergebnis der Studie

Das ernüchternde Ergebnis der Studie: "Wir haben entlarvt, dass der Spruch falsch ist", sagt Hensel. Die Reihenfolge der Getränke habe keinen Einfluss darauf, wie schwer die Katerbeschwerden am nächsten Tag ausfallen. "Die Wahrheit ist, dass das Trinken von zu viel Alkohol zu einem Kater führt – egal welcher Alkohol es ist", erklärt Studienleiter Jöran Köchling von der Universität Witten/Herdecke.

Statt auf die Reihenfolge der Getränke, sei es besser, auf seinen Körper zu achten, Warnsignale wie Übelkeit ernstzunehmen und sich zu fragen, wie betrunken man sich fühle. Allerdings wurde die Studie nur mit Bier und Weißwein durchgeführt – wie sich der Spruch beispielsweise bei Dunkelbier und Rotwein verhält, muss noch untersucht werden. Es werden sich also wohl noch mehr Freiwillige im Namen der Wissenschaft betrinken müssen.

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