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Spielen, suchen, denken: Wie Sie Hunde beschäftigen

Nur Gassigehen reicht nicht  

Spielen, suchen, denken: Wie Sie Hunde gut beschäftigen

25.04.2018, 10:59 Uhr | Sabine Maurer, dpa-tmn

Spielen, suchen, denken: Wie Sie Hunde beschäftigen. Hund beim Toben: Hundehalter sollten mit ihren Tieren ausreichend spielen, denn Hunde sind schnell unterfordert. (Quelle: Getty Images/FatCamera)

Hund beim Toben: Hundehalter sollten mit ihren Tieren ausreichend spielen, denn Hunde sind schnell unterfordert. (Quelle: FatCamera/Getty Images)

Spazieren gehen ist zwar auch bei schlechtem Wetter unumgänglich, doch manchmal müssen Hunde auch zu Hause beschäftigt werden. Wer es schlau anstellt, hat in seinem Vierbeiner auch noch eine Aufräumhilfe.

Das Wetter ist mehr als ungemütlich, der Hund ist verletzt oder darf aus anderen Gründen gerade nicht herumtoben: Ganz ohne Gassigehen geht es für die Tiere natürlich nicht. Besitzer können den Hund aber zusätzlich zu Hause mit allerlei Spielen beschäftigen, die ihn geistig auslasten. Ein weiterer Vorteil: Die Bindung zwischen Zwei- und Vierbeiner wird weiter gefestigt. Da Hunde bis ins hohe Alter spielen, können auch die vierbeinigen Senioren entsprechend beschäftigt werden.

Kostenlose, selbst kreierte Spiele besser als teure Spiele

Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt, außerdem gibt es im Handel etliche Angebote. Das Geld für teure Spiele können sich Besitzer nach Meinung von Experten allerdings sparen. Denn sie haben oft den Nachteil, dass sie keine oder nur wenige Variationsmöglichkeiten haben und daher schnell langweilig werden.

"Selbst kreierte Spiele sind viel abwechslungsreicher und kosten nichts oder nur wenig", sagt die Vorsitzende des Berufsverbands zertifizierter Hundetrainer, Julia Dittmers aus Posthausen.

Denkspiel: Auspacken

Geistig anstrengend für die Tiere sind Denkspiele. "Damit wird zudem die Kreativität des Hundes gefördert", erklärt die Hundetrainerin Chris Maron aus Usingen (Hessen). So lieben es viele Hunde, etwas auszupacken. Das ist für den Halter einfach zu bewerkstelligen: Er steckt zum Beispiel Futterstücke in Zeitungspapier und diese gemeinsam mit weiterem Papier in einen Karton.

Hunde beim Auspacken: Viele Hunde lieben es, Geschenke auszupacken – nicht nur an Weihnachten. (Quelle: Getty Images/K_Thalhofer)Hunde beim Auspacken: Viele Hunde lieben es, Geschenke auszupacken – nicht nur an Weihnachten. (Quelle: K_Thalhofer/Getty Images)

Wer möchte, kann den Karton auch noch zukleben und verpacken. Dann bekommt der Hund sein "Geschenk" überreicht und darf es auspacken. "Das ist auch gut geeignet für ängstliche Hunde. Ihnen kann man anfangs helfen, indem man zum Beispiel das Päckchen selbst ein Stückchen öffnet", rät Maron.

Suchspiele: Nasenarbeit ist anstrengend

Noch weniger Aufwand für den Halter sind Suchspiele. Dabei werden Leckerlis in der Wohnung versteckt. Anfangs darf der Hund zuschauen und auf einen Befehl wie zum Beispiel "Such" zu den Leckerlis laufen und diese fressen. "Beim Wartenlassen kann der Hund auch schön Selbstkontrolle üben", erklärt Dittmers. Fortgeschrittene Hunde dürfen schließlich nicht mehr beim Verstecken der begehrten Beute zuschauen.

Gut geeignet sind auch Schnüffelteppiche, die ähnlich wie Flokatis aussehen. Sie können im Handel gekauft oder mit ein bisschen Aufwand selbst gebastelt werden. Im Internet gibt es etliche Anleitungen. In diesem Teppich werden die Futterstücke versteckt und müssen vom Hund gefunden werden. Allerdings sollte man es mit solchen Suchspielen nicht übertreiben. "Nasenarbeit ist für Hunde sehr anstrengend. Für den Anfang reichen fünf Minuten locker", sagt Dittmers.

Tricks beibringen

Geistig gefordert werden die Tiere beim Einstudieren von Tricks. So kann dem Hund zum Beispiel beigebracht werden:

  • die Schlappen zu holen,
  • seinem Besitzer die Socken auszuziehen oder
  • Schubladen aufzumachen.

Hund mit Schlappen: Lernt der Hund Tricks, wird er geistig gefördert. (Quelle: Getty Images/igoriss)Hund mit Schlappen: Lernt der Hund Tricks, wird er geistig gefördert. (Quelle: igoriss/Getty Images)

Bringt das Tier gerne Sachen, kann man es auch aufräumen lassen. "Man legt ein Spielzeug ins Zimmer und fordert den Hund auf, dieses zu bringen", erklärt die Hundetrainerin Maron. Der Mensch selbst sitzt direkt neben der Kiste, in die der Hund das Spielzeug einräumen soll. Er hält die Hand über die Kiste und lässt sich das Spielzeug zunächst geben. Im Verlauf des Trainings zieht er die Hand weg – so lernt der Hund, dass er die Sachen in die Kiste werfen soll.

Fortgeschrittene Hunde können mehrere Spielsachen aufräumen, die außerdem einen Namen haben. So können sie auf Befehl etwa den "Teddy" wegräumen, dann das "Schwein" und schließlich den "Ball".

Parcours aufbauen

Wer mehr Action möchte und entsprechend Platz hat, kann sich zu Hause einen kleinen Parcours aufbauen. So bilden mehrere hintereinander aufgestellte Stühle einen Tunnel, aus zwei Eimern und einem Besenstiel wird ein Hindernis zum Überspringen. Durch kleine Pylonen kann der Hund Slalom laufen. Oder der Mensch bildet mit seinen Armen einen Kreis und der Hund springt hindurch.

Zerrspiele

Hund und Mann spielen: Zerrspiele sind beliebt, aber nicht für alle Hunde geeignet. (Quelle: Getty Images/FatCamera)Hund und Mann spielen: Zerrspiele sind beliebt, aber nicht für alle Hunde geeignet. (Quelle: FatCamera/Getty Images)

Sehr beliebt und ein Klassiker sind Zerrspiele. Dabei ziehen Mensch und Hund in entgegengesetzter Richtung an einem Spielzeug, zum Beispiel an einem Seil. "Das ist allerdings nur für Hunde geeignet, die bei diesem Spiel nicht aggressiv werden, einen Spielabbruch akzeptieren, ihre Beute nicht verteidigen und bei denen das Verhältnis zu dem Menschen geklärt ist", zählt Mike Ruckelshaus von der Tierschutzorganisation Tasso in Sulzbach auf.

Gegen laute Geräusche desensibilisieren

Er empfiehlt, die Beschäftigung im Haus auch für sinnvolles Training zu nutzen. So können beim Hund auch die normalen Gehorsamsübungen wie "Sitz", "Platz" und "Bleib" abgefragt werden. Außerdem kann er im Haus desensibilisiert werden – zum Beispiel gegen laute Geräusche.

Es gibt CDs mit entsprechenden Geräuschen wie zum Beispiel Donner. "Zunächst wird die CD leise abgespielt, währenddessen spielt man mit dem Hund und gibt ihm Leckerchen. So verbindet er die Geräusche mit etwas Tollem", sagt Ruckelshaus. Hat sich das Tier an die leisen donnernden Geräusche gewöhnt, wird die CD immer lauter abgespielt.

Spiel für draußen: Man Trailing

Beim Man Trailing – also der Suche nach Menschen – spüren Hunde eine bestimmte Person auf, zum Beispiel aus der Familie. Dafür gibt man ihnen ein Kleidungsstück dieser Person zum Riechen und fordert sie dann auf, die Person zu suchen. Die Strecke bis zur versteckten Person darf am Anfang aber nicht zu lang sein, das muss nach und nach trainiert werden.

Unterforderte Hunde richten Unsinn an

Hund mit Spielzeug: Ist ein Hund unterfordert, stellt er gerne was an. (Quelle: Getty Images/Chalabala)Hund mit Spielzeug: Ist ein Hund unterfordert, stellt er gerne was an. (Quelle: Chalabala/Getty Images)

Unterforderung tritt immer dann auf, wenn die Bedürfnisse des Hundes nicht ausreichend befriedigt werden. Die Folge: Der Hund sucht sich selbst eine Beschäftigung. Und das muss dem Halter nicht immer gefallen. Die Tiere nagen Möbel an, kratzen die Tapete von den Wänden oder versuchen, Kabelsalat zu entwirren – was sehr gefährlich werden kann.

Unterforderung kann Hunde unter Umständen richtig krank machen. Das gilt zwar nicht für alle Hunde. Gerade bei älteren Hunden kann die Langeweile aber irgendwann auch in Depressionen umschlagen.

Hunde brauchen auch Ruhepausen

Ein Hund kann sich generell nicht lange konzentrieren. Ist er zudem überfordert, kann es beispielsweise sein, dass er sich kratzt, häufig über das Maul schleckt oder unruhig ist. Typische Signale sind auch, wenn das Tier gähnt oder nicht mehr richtig mitmachen will.

Ein Hund braucht auch mal Ruhe. Sie sollten die Übungen auf kurze, aber nicht feste Zeiten begrenzen, denn sonst fiebert der Hund ihnen entgegen. Wenn die Übungen jeden Tag immer weiter gesteigert werden, kann ein Hund eine gewisse Sucht entwickeln und immer mehr einfordern. Da ist Augenmaß notwendig, damit Sie nicht zum Animateur des Hundes werden.

Der Hundehalter muss die Kontrolle behalten

Wer mit seinem Hund trainiert, sollte stets die Kontrolle behalten. Sie müssen über das Spiel, die Übungen und den Zeitpunkt selbst bestimmen, nicht das Tier. Wenn nämlich der Hund bestimmt, kann das Auswirkungen auf die Rangordnung zwischen Mensch und Tier haben.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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