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Wie Kaninchen mit uns sprechen

Bocksprünge und angelegte Löffel: Wie Kaninchen mit uns sprechen

28.03.2013, 19:42 Uhr | dpa-tmn, dpa-tmn

Wie Kaninchen mit uns sprechen. Mit Ohren und Klopfen: Wie Kaninchen mit uns sprechen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit Ohren und Klopfen: Wie Kaninchen mit uns sprechen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sie sind klein, haben ein kuscheliges Fell und zählen in Deutschland zu den beliebtesten Haustieren: Kaninchen. Anders als Hunde und Katzen sind sie aber eher stumm. Woher weiß man also, was die Tiere einem sagen wollen? Mit ein wenig Übung lässt sich schnell herausfinden, wie es dem Nager geht.

Körpersprache zeigt, ob Kaninchen sich wohlfühlen

Die Nager sind nicht ohne Ansprüche: Sie wollen mindestens zu zweit leben, brauchen viel Platz zum Spielen und Laufen, den ganzen Tag Heu zum Knabbern und einen Menschen, der sie auf Wunsch streichelt, erläutert Patricia Kaulfuß, Tierärztin und selbst Besitzerin zweier Kaninchen. Doch woran können Halter erkennen, ob es dem kleinen Vierbeiner gut geht? Kaninchen kommunizieren in vielfältiger Weise mit ihren Besitzern. Aufschluss gibt aber vor allem seine Körpersprache. Denn mit Tönen machen diese Tiere nur selten auf sich aufmerksam. Sie glucksen manchmal, wenn sie sich wohlfühlen. Fauchen und Knurren gehört auch zu ihrem Repertoire, ebenso wie lautes Schreien. "Dann sind sie aber in größter Panik", erklärt Kaulfuß.

Wenn die Ohren hängen entspannt das Tier

Ein deutlicher Hinweis auf Kaninchens Laune sind seine langen Ohren. Hängen sie herunter, heißt das so viel wie: Alles gut, ich entspanne. Bei Aufmerksamkeit richtet das Tier seine Löffel auf. Es dreht die Ohrmuscheln in die Richtung, in die es hören will. Ein ganz schlechtes Zeichen ist es, wenn das Kaninchen die Ohren flach anlegt. Das bedeutet oft: Ich habe Angst vor dir. Es kann so aber auch seine Unterwürfigkeit zeigen, oder seine schlechte Laune. "In diesem Fall sollte man das Tier in Ruhe lassen, es könnte die Warnung kurz vor einem Biss sein", empfiehlt die Tierärztin Margrit Rogalla.

Bei Gefahr suchen sie Unterschlupf

Ebenfalls kein gutes Zeichen ist das Klopfen mit den Hinterbeinen. Dann hat ein Kaninchen Angst und warnt seine Artgenossen. Heimtiere können so auch ihren Ärger ausdrücken. Kaninchen sind allerdings keine Tiere, die unbedingt die Konfrontation suchen. Schließlich stehen ihre wilden Vorfahren auf der Speiseliste mehrerer Tiere, etwa von Greifvögeln, und haben sich auf die Flucht spezialisiert. Der Fluchtinstinkt kommt auch bei den stets aufmerksamen Hauskaninchen immer wieder durch. "Bei Gefahr hauen sie ab", sagt der Tierarzt Klaus Kutschmann. Weit rennen sie allerdings nicht, sie suchen sich den nächstbesten Unterschlupf. Für schlechte Laune sorgen bei Kaninchen Lärm und Trubel. Sie brauchen ihren Rückzugsort und schätzen es nicht, wenn sie hin- und hergeschleppt werden. Kleine Kinder und Kaninchen sind daher kein gutes Gespann.

Glückliche Kaninchen fordern Streicheleinheiten

Geht es dem Kaninchen gut, schmust es ausgesprochen gerne. Mit seinem Kopf oder seiner Nase stupst es den Menschen sanft an, wenn es Streicheleinheiten möchte. Hat es genug, hebt es den Kopf und stößt die Hand weg. Eine Unterhaltung von Kaninchen zu Kaninchen sieht so ähnlich aus. Sie begrüßen sich, indem sie sich im Gesicht beschnuppern. Will eines von dem anderen geputzt werden, stupst es ihn an. Soll der andere aufhören, stößt es ihn weg. "Kaninchen lieben es auch, wenn man sie bürstet", sagt Tierärztin Rogalla und rät, der Aufforderung des Tieres nach Streicheleinheiten möglichst nachzukommen. "Andernfalls sind sie frustriert und können beißen."

Schläft es seitlich, fühlt es sich sicher

Ein gut gelauntes Kaninchen hüpft gerne herum, schlägt Haken, macht wilde Bocksprünge und hüpft auch schon mal vor lauter Übermut auf den Couchtisch. Bis zu 1,50 Meter hoch können manche Kaninchen aus dem Stand springen. Außerdem graben und knabbern sie gerne, manche zeigen sich auch sehr gelehrig. So lernen sie, auf Zuruf zu ihrem Besitzer zu kommen, Männchen zu machen oder werden sogar stubenrein. "Es gibt unterschiedliche Talente", sagt Rogalla. Eine schöne Beschäftigung sind für sie Futterbälle, die es im Handel zu kaufen gibt. Dort wird Futter hineingelegt, das beim Anstupsen des Balls aus einem kleinen Loch kullert. Gerade junge Kaninchen lieben das. Sie schubsen auch ansonsten alles an, was ihnen vor die kleine Nase kommt. Ist ein Kaninchen müde, legt es sich lang ausgestreckt hin. Rollt sich der kleine Nager sogar zur Seite, dann fühlt er sich völlig sicher.

Bei Rammeln genügt ein sanfter Schubser

Ein ganz anderes Signal ist es, wenn sich ein Kaninchen mit angelegten Ohren auf den Boden presst. Damit zeigt es nicht Entspannung, sondern Unterwürfigkeit. Verhält sich das Tier so gegenüber Menschen, dann hat es Angst. Das genaue Gegenteil davon ist das Rammeln. Kaninchen bespringen sich gegenseitig, das hat nicht immer etwas mit dem Geschlechtstrieb zu tun. "Das machen sie gerne. Es ist ein Zeichen von Macht", sagt Kutschmann. In einem solchen Fall reiche es, das Tier sanft wegzuschubsen.

Einsamkeit führt zu gestörtem Verhalten

Wenn Kaninchen alleine gehalten werden oder zu wenig Platz haben, können sie Verhaltensstörungen entwickeln. Dazu gehört das Nuckeln an Wolle und das Knabbern an Stangen oder an sich selbst. "Andere setzen sich nur noch hin und machen nichts mehr", sagt Tierarzt Klaus Kutschmann. Dies sei ein deutliches Signal, dass es dem Tier nicht gut geht. Auch wenn es zu dick wird, kann das laut der Tierärztin Patricia Kaulfuß auf eine mangelhafte Haltung hindeuten. "Wenn sie keinen Freilauf haben, werden sie immer dicker. Und weil sie sich nicht genügend bewegen, können sich die Fußballen an den Hintergliedmaßen entzünden."

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