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Bräuche zu Pfingsten: Über Laubmann und Pfingstlümmel

Frühlingstradition  

Bräuche zu Pfingsten: Über Laubmann und Pfingstlümmel

07.05.2014, 15:01 Uhr | om (CF)

Die Bräuche an Pfingsten sind vielfältig und von Ort zu Ort verschieden. Doch manche Traditionen wie der Laubmann sind derart skurril, dass sie beinahe einem Film entflohen sein könnten. Hier erfahren Sie, welche Rolle Laubmann, Pfingstlümmel und Co. an Pfingsten spielen.

Die Geschichte vom Laubmann

Riesenhaft und ganz grün hinter den Ohren marschiert ein Ungetüm namens Laubmann durch das Dorf Langenbach. Menschen lässt er nur gegen ein Wegegeld vorbei. Jedes Jahr an Pfingsten steht er wieder auf. Was sich zuerst nach einer Gruselgeschichte oder einem Horrorfilm anhört, ist in der Realität Teil der Bräuche, die noch heute an Pfingsten in Langenbach begangen werden. Viele Jahrhunderte konnte der Laubmann dank traditionsbewusster Dörfler überleben. Er gilt als personifizierter Frühling oder germanischer Lichtgott, der zu neuem Leben erweckt wird.

Bräuche an Pfingsten: Grün von Kopf bis Fuß

Damit der Laubmann rechtzeitig zu Pfingsten aufersteht, wird der älteste Junge des letzten Schuljahrganges in frisches Maiengrün eingewickelt. Am Ende soll nur noch eine undefinierbare Laubgestalt zu sehen sein, dafür benötigen Helfer mehrere Stunden. Danach zieht der Laubmann mit seinen Freunden los, während die anderen Kinder die Straßen versperren und Wegegeld von jedem Autofahrer fordern.

Im Dorf angekommen, wird der grüne Geselle von einem Festzug sowie zwei Jungen, sogenannten Baumträgern, auf seinem Marsch durch die Straßen begleitet. Die beiden tragen ein kleines Tannenbäumchen mit Papierblumen, das den Winter symbolisieren soll, sowie einen kleine Birke, die mit Frühlingsblumen dekoriert ist. Diese steht für den Frühling.

Mithilfe des Laubmannes soll die warme Jahreszeit im Dorf einkehren. Während der grüne Knilch seines Amtes waltet, bekommen auch die Mädchen eine besondere Aufgabe: Die Ältesten ziehen mit einem Korb durch die Nachbarschaft und sammeln Eier. Ein weiterer Junge besorgt den Speck. Diese werden nach dem Festumzug bei einem traditionellen "Eieressen" gemeinsam verspeist.

Pfingstlümmel im Sack

Während der Laubmann unter den Pfingstbräuchen weniger bekannt ist, ist vielen Leuten vielleicht der Pfingstlümmel geläufig. Ursprünglich handelt es sich bei dem Brauch um einen Kult zu Ehren des "Grünen Georgs", der Fruchtbarkeit symbolisiert. Als Pfingstlümmel betitelt wird das Familienmitglied, das als letztes aus dem Bett kommt.

Weitaus geläufigere Bräuche sind allerdings die Pfingstlümmelfahrten, bei denen Schulkinder einen Leiterwagen mit vier Birkenbäumchen, farbenfrohen Bändern und Fahnen dekorieren und von Haus zu Haus ziehen. Ein Junge darf sich als Pfingstlümmel auf dem Wagen durch die Gegend kutschieren lassen.

Einziger Haken: Ihm wird ein großer Sack über den Kopf gestülpt, nur mit einer Nadel bewaffnet darf er sich gegen neugierige Schulkameraden wehren. Die Mädchen der Pfingstlümmel-Truppe bitten in der Nachbarschaft um Eier und Schmalz und sagen ein Gedicht auf. Am Ende der Fahrt wird das "Erbettelte" im letzten Haus verspeist.

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