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Erntedankfest: Gedichte zur herbstlichen Erntezeit

Herbst-Poesie  

Erntedankfest: Gedichte zur herbstlichen Erntezeit

29.08.2016, 11:20 Uhr | tl (CF)

Erntedankfest: Gedichte zur herbstlichen Erntezeit. Mir dem Erntedankfest wird Gott für die Gaben der Ernte gedankt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mir dem Erntedankfest wird Gott für die Gaben der Ernte gedankt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Besonders in der vorindustriellen Zeit waren die Erträge der Felder für die Menschen überlebenswichtig. Dem Erntedankfest wurde daher große Bedeutung beigemessen. Da verwundert es nicht, dass sich auch Lyriker intensiv mit dem Thema auseinandersetzten. Lesen Sie hier die schönsten Erntedank-Gedichte von damals bis heute.

Traditionelle deutsche Erntedank-Gedichte

Das wohl bekannteste aller deutschen Erntedank-Gedichte ist heute als Kirchenlied bekannt. Es heißt "das Bauernlied" und stammt von Matthias Claudius (1740–1815). Ein Auszug lautet:

Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand;
er tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.

Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt
und hofft auf ihn.

Ebenfalls ein Klassiker der Entedank-Gedichte ist das "Herbstlied" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874). Darin heißt es:

Der Frühling hat es angefangen,
Der Sommer hat‘s vollbracht.
Seht, wie mit seinen roten Wangen
So mancher Apfel lacht!

Es kommt der Herbst mit reicher Gabe,
Er teilt sie fröhlich aus,
Und geht dann, wie am Bettelstabe
Ein armer Mann, nach Haus.

Voll sind die Speicher nun und Gnaden,
Dass nichts uns mehr gebricht.
Wir wollen ihn zu Gaste laden,
Er aber will es nicht.

Er will uns ohne Dank erfreuen,
Kommt immer wieder her:
Laßt uns das Gute drum erneuen,
Dann sind wir gut wie er.

Theologen dichten über das Erntedankfest

Unter den Verfassern der großen Anzahl an Erntedank-Gedichten befinden sich viele Dichter mit religiösem Hintergrund. So auch Julius Sturm (1816 -1896), der zu den bedeutendsten Dichtern der deutschen Spätromantik zählt, aber auch Pfarrer war. Er verfasste das Gedicht "Erntefest", das so beginnt:

Wagen auf Wagen schwankte herein,
Scheune und Böden wurden zu klein:
Danket dem Herrn und preist seine Macht,
glücklich ist wieder die Ernte vollbracht.

Hoch auf der Fichte flattert der Kranz,
Geigen und Brummbass laden zum Tanz;
leicht wird das Leben trotz Mühe und Plag,
krönet die Arbeit ein festlicher Tag.

Auch im letzten Jahrhundert wurden Gedichte zum Erntedankfest verfasst. Von Arno Pötzsch (1900-1956), Pfarrer und Kirchenlieddichter stammt das Gedicht "Erntedank":

Er hat mit seiner Güte
auch täglich mich gespeist,
erquickt mein matt Gemüte,
erfrischt mein'n Leib und Geist.

Darum will ich ihm danken
mit allem, was ich hab',
ihm, der mir ohne Schranken
aus Liebe alles gab.

Humoristische Erntedank-Gedichte

Joachim Ringelnatz (1883-1934) war bekannt für seine humoristischen Gedichte. "Das Samenkorn" ist seine lyrische Auseinandersetzung mit dem Erntedankfest – mit einem Augenzwinkern:

Ein Samenkorn lag auf dem Rücken,
die Amsel wollte es zerpicken.
Aus Mitleid hat sie es verschont
und wurde dafür reich belohnt.
Das Korn, das auf der Erde lag,
das wuchs und wuchs von Tag zu Tag.
Jetzt ist es schon ein hoher Baum
und trägt ein Nest aus weichem Flaum.
Die Amsel hat das Nest erbaut;
dort sitzt sie nun und zwitschert laut.

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