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Richtig sparen fĂŒr Kinder

t-online, Silke Asmußen

Aktualisiert am 22.06.2016Lesedauer: 4 Min.
FĂŒr die Kinder schon frĂŒhzeitig etwas auf die hohe Kante zu legen, ist vernĂŒnftig. FĂŒhrerschein, Studium, eigene Wohnung - all das wird teuer.
FĂŒr die Kinder schon frĂŒhzeitig etwas auf die hohe Kante zu legen, ist vernĂŒnftig. FĂŒhrerschein, Studium, eigene Wohnung - all das wird teuer. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Wer gleich nach der Geburt eines Kindes damit beginnt, dessen Zukunft finanziell abzusichern, macht alles richtig. Aber wie legen Eltern, Großeltern, Patentanten und -onkel am besten Geld an? Ein Finanzexperte hat fĂŒr t-online.de verschiedene Angebote unter die Lupe genommen – und setzt auf "Splitting".

Auslandsaufenthalte, FĂŒhrerschein, Ausbildung oder Studium – gerade der Start von Kindern in das Erwachsenenleben kann teuer werden. Es sei grundsĂ€tzlich gut, frĂŒhzeitig Geld als Kapitalstock fĂŒr Sohn oder Tochter beiseite zu legen, sagt Simeon Gentscheff, Projektleiter im Bereich Geldanlage bei der Zeitschrift "Finanztest". Wichtig sei, ĂŒberhaupt zu sparen.

Geldanlage bei der Wohnungsgenossenschaft

Dem Anlageprofi zufolge kann es sich beispielsweise lohnen, bei einer Wohnungsgenossenschaft nach Sparangeboten zu fragen. Das sind regionale, genossenschaftlich organisierte Immobilienunternehmen, die durch die Mieteinnahmen in ihren Objekten Kapital erwirtschaften. Dieses Geld reinvestieren sie wiederum im Interesse ihrer Mitglieder, die eine jĂ€hrliche Dividende erhalten und von den Sparangeboten profitieren können. Bei dieser Anlageform mĂŒssen fĂŒr Kinder sparende Angehörige laut der Stiftung Warentest keine Sorge haben, Geld zu verlieren: Seit GrĂŒndung des Selbsthilfefonds des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen 1974 habe es noch nie eine Pleite gegeben.

Die Mitgliedschaft in der Genossenschaft und der – limitierte – Kauf von GeschĂ€ftsanteilen sei dabei zwar obligatorisch, sagt Gentscheff. Bei manchen Genossenschaften mĂŒssten Mitglieder jedoch nur etwa 30 Euro fĂŒr den Einstieg investieren. Derzeit lockten solche Anlagen mit jĂ€hrlichen Dividenden von drei bis vier Prozent.

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Ein gutes Beispiel ist das Produkt "Junior Sparen" der Gewoba Nord. Einlagen bis 5000 Euro verzinst die Gewoba nach eigenen Angaben derzeit mit drei Prozent, die Sparrate lĂ€sst sich jederzeit anpassen. Innerhalb einer Frist von drei Monaten können SparbĂŒcher gekĂŒndigt werden. Ohne KĂŒndigung sind innerhalb eines Kalendermonats 2000 Euro verfĂŒgbar. Ein Hinweis der Genossenschaft: Omas, Opas, Onkel und Tanten, die fĂŒr den Nachwuchs sparen möchten, benötigen dazu eine EinverstĂ€ndniserklĂ€rung beider Eltern.

Der Finanztester hĂ€lt noch einen weiteren Tipp aus dem Sektor der Sparplanangebote bereit: das PrĂ€miensparen fĂŒr Kinder der Erfurter Wohnungsbaugenossenschaft Einheit. Das bietet bei einer Laufzeit von sechs Jahren einen Basiszinssatz von 0,75 Euro sowie eine PrĂ€mie in Höhe von fĂŒnf Prozent bei einer monatlichen Mindesteinlage von 30 Euro. Alternativ wirft das Kinderfestzinssparen der Erfurter Wohnungsbaugenossenschaft bei einer Mindesteinlage von 2.500 Euro und einer Laufzeit von sechs Jahren Zinsen in Höhe von 2,1 Prozent ab.

Falls Wohnungsgenossenschaften in einer Region keine ausgewiesenen Offerten fĂŒr Kinder und Jugendliche haben: Auch regulĂ€re SparbĂŒcher, SparplĂ€ne und Festzinsanlagen lassen sich oft fĂŒr sie nutzen.

Indexfonds versprechen höhere Rendite

Eine langfristige Anlageform, die etwas Risikobereitschaft erfordert, sind börsengehandelte Indexfonds (ETF). Da sie Aktienindizes abbilden, unterliegen ETF den entsprechenden Wertschwankungen. Dennoch gehören sie zu Gentscheffs Favoriten fĂŒr Eltern, die ĂŒber viele Jahre hinweg Geld fĂŒr ihr Kind anlegen und eine höhere Rendite kassieren wollen. Einige Direktbanken haben ETF-SparplĂ€ne schon fĂŒr geringe monatliche Raten im Portfolio. In der Regel lĂ€gen die monatlichen Einlagen bei 50 Euro, sagt der Fachmann. Bei der ComInvest betrĂ€gt die regelmĂ€ĂŸige Mindestsparrate nur zehn Euro, DepotgebĂŒhren werden dort beim Kindersparen nicht verlangt.

Gentscheffs Hausempfehlung ist ein Sparplan auf den globalen Aktienindex MSCI World. Der Vorteil des MSCI World, der 1600 Aktien aus 23 LÀndern umfasst: Der Index lasse sich gewichten und verursache geringe jÀhrliche Kosten, sagt der Spezialist.

Die Fonds können jederzeit ĂŒber die Börse verkauft und die Sparplan-Raten angepasst werden. Gentscheff empfiehlt allerdings, die spĂ€tere Geldentnahme flexibel zu gestalten. Wer zum Beispiel die Auflösung des Fonds exakt zum 18. Geburtstag des Kindes plane, nehme Einbußen in Kauf, wenn der Termin ausgerechnet in eine SchwĂ€chephase der AktienmĂ€rkte fiele.

Der Fachmann empfiehlt Direktbanken fĂŒr Geldanlagen

Eltern, die ĂŒber eine Festgeldanlage nachdenken, sollten sich bei einer Direktbank nach attraktiven Optionen erkundigen – und zeitlich nicht zu knapp planen. Bei der DenizBank bringe Festgeld bei zehn Jahren Laufzeit etwa zwei Prozent Zinsen, sagt Gentscheff. Und die Edekabank lockt mit einer Festgeld-Verzinsung von immerhin noch 1,5 Prozent ĂŒber 18 Jahre. Ein Konto bei einer Direktbank wird meist online gefĂŒhrt, einige Institute verfĂŒgen zudem ĂŒber eine telefonische Kundenbetreuung oder – wie die DenizBank – ĂŒber Filialen.

Auf Nummer sicher gehen und zugleich die beste Rendite kassieren – geht das auch? Dazu sollten Sparer zweigleisig fahren, also "splitten", erlĂ€utert der Finanzexperte. Das bedeutet, einen Teil der geplanten Investition beispielsweise in einen Fonds zu stecken und das ĂŒbrige Geld börsenunabhĂ€ngig anzulegen, etwa bei einer Wohnungsgenossenschaft oder auf einem Festgeldkonto. Das Kind profitiert dann davon, zu einem festgelegten Termin zumindest auf die nicht börsenabhĂ€ngig angelegte Summe zugreifen zu können. Zur Auflösung des Fonds warten Sie einfach einen am Aktienmarkt gĂŒnstigen Zeitpunkt ab.

Ausbildungsversicherungen lohnen sich nicht

Weniger empfehlenswert sind gemĂ€ĂŸ "Finanztest" Ausbildungsversicherungen – auch wenn die Versicherungsvertreter frischgebackenen Mamas und Papas hĂ€ufig ungefragt Angebote unterbreiten. Das Prinzip ist einfach: Die Eltern zahlen regelmĂ€ĂŸig in einen fĂŒr das Kind abgeschlossenen Vertrag ein. Ähnlich wie bei Kapitallebensversicherungen sind dessen Laufzeiten jedoch lang und die Renditen niedrig.

Wichtige Grenzwerte fĂŒr Steuern und Krankenkasse

Doch Achtung: Wer mit Fonds, Festgeld und Co. Gewinne einstreicht, kommt um die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent nicht herum. GrundsĂ€tzlich gilt der Stiftung Warentest zufolge aber: Kinder können wie Erwachsene den jĂ€hrlichen Sparerpauschbetrag von 801 Euro nutzen sowie eine Sonderausgabenpauschale in Höhe von 36 Euro geltend machen. Klettern nach Abzug dieser BetrĂ€ge die Einnahmen des Nachwuchses nicht ĂŒber den Grundfreibetrag von aktuell 8652 Euro, sollten die Sparer beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen.

Außerdem sollten Anleger unbedingt darauf achten, dass die ZinseinkĂŒnfte des Kindes nicht mehr als 405 Euro im Monat betragen. Andernfalls sei mit der beitragsfreien Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse Schluss, sagt Gentscheff.

Letztendlich gilt: Geschenkt ist geschenkt. Entscheiden sich Sparer trotzdem dafĂŒr, ursprĂŒnglich fĂŒr ein Kind angelegtes Geld abzuheben und fĂŒr einen anderen Zweck zu verwenden, muss der Ertrag nachtrĂ€glich versteuert werden.

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