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Kampffisch: Steckbrief, Haltung und Zucht des Fisches

Eigentlich friedlich  

Kampffisch: Steckbrief, Haltung und Zucht des Fisches

10.08.2016, 11:24 Uhr | uc (CF)

Kampffisch: Steckbrief, Haltung und Zucht des Fisches. Der Kampffisch bringt Farbe ins heimische Aquarium - vorausgesetzt, es ist groß genug. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Der Kampffisch bringt Farbe ins heimische Aquarium - vorausgesetzt, es ist groß genug. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Wer etwas Farbe in sein Aquarium bringen möchte, sollte einen prächtigen Kampffisch in das Becken setzen. Keine Sorge, der Fisch aus Ostasien ist friedliebender als sein Name vermuten lässt.

Siamesischer Kampffisch: Ein Steckbrief

Der siamesische Kampffisch Betta Splendens stammt ursprünglich aus Südostasien, wo der farbenprächtige Fisch nicht nur zur Zierde gehalten wird. Sein Name kommt nämlich nicht von ungefähr: Ein siamesischer Kampffisch kann keine anderen Kampffisch-Männchen um sich vertragen. Die Folge eines Aufeinandertreffens sind erbitterte Kämpfe, bis einer der Kontrahenten als Sieger hervorgeht. Dieses Verhaltensmuster wurde in seiner Heimat über die Jahre in traditionellen Fischkämpfen kultiviert. Wenn Sie bei der Haltung des Fisches jedoch diese Besonderheit beachten – also Kampffisch-Männchen getrennt voneinander halten – werden Sie erkennen, dass ein friedlicher Kampffisch kein Widerspruch in sich ist.

Prächtig gefärbter Labyrinthfisch

Der Betta Splendens, wie der siamesische Kampffisch offiziell heißt, ist ein Labyrinthfisch. Fische dieser Gruppe vermögen es, Luft an der Wasseroberfläche zu atmen. Das ist von großer Bedeutung für ihr Überleben, denn in den Gräben und Tümpeln, in denen der Kampffisch zu Hause ist, fehlt ausreichend Sauerstoff. Der Betta Splendens wird nur sechs bis sieben Zentimeter groß und tritt in vielseitiger Färbung von Blau, Türkis und Grün bis Rot und Schwarz auf. Dabei ist das Männchen meist farbenprächtiger als das Kampffisch-Weibchen. Seine Brustflossen sind lang und schmal, die weiteren Flossen eher wie Fahnen geformt. Die Flossen des Weibchens sind kleiner. Bei guter Haltung wird der Labyrinthfisch bis zu drei Jahre alt.

Kampffisch-Haltung: Nur in der richtigen Gesellschaft

Ein Kampffisch ist eine schöne Ergänzung für jedes Aquarium. Bevor Sie dem genügsamen Ostasiaten aber eine neue Heimat bieten, sollten Sie sich über seine Bedürfnisse informieren. Trotz aller Gerüchte ist die Haltung im Glas nicht zu empfehlen. Ein Kampffisch benötigt mindestens eine Aquariumgröße von zwölf Litern. Besser bringen Sie ihn aber in einem Aquarium unter, das mindestens 20 bis 24 Liter fasst. Mit vielen Pflanzen lässt sich sein natürlicher Lebensraum am besten nachahmen. 

Sie können auch ruhig mehr als einen Kampffisch halten, allerdings nicht mehr als ein Männchen. Sonst kommt es zu den berühmt-berüchtigten Zusammenstößen, denn männlichen Artgenossen gegenüber verhalten sich die Fische sehr aggressiv. Eine Ausnahme bilden Geschwister, die gemeinsam aufgewachsen sind. Ansonsten eignen sich Bodenbewohner wie Panzerwelse und Platys gut für eine Kampffischhaltung. Fische mit auffälligen Mustern oder Exemplare, die gerne an Flossen zupfen, sind weniger gute Gesellschaft für die Tiere.

Kampffisch halten im Aquarium: Warm und ohne Strömung

Da er in stillen Gewässern heimisch ist, kann der Kampffisch Strömung in Aquarien nicht gut vertragen. Aus diesem Grund sollten bei der Kampffisch-Haltung Filter zu Hilfe genommen werden. Für den Atmosphärenatmer ist zudem eine CO²-Anlage wenig sinnvoll. Im Aquarium mag er es eher warm, die Temperatur sollte zwischen 22 und 27 Grad liegen, 24 Grad gilt als optimal. Zu warm sollte das Wasser aber auch nicht sein, denn das beschleunigt seine Alterung. 

Als Fleischfresser benötigt ein Kampffisch mindestens 50 Prozent an Lebendfutter zum Beispiel in Form von Larven, Wasserflöhen und Salzkrebschen (Artemia). Im Zoofachhandel ist auch spezielles trockenes Futter für Betas erhältlich.

Kampffisch und Garnelen: Vertragen sich die Meerestiere?

Beim Bestücken des Aquariums sollte natürlich auch darauf geachtet werden, dass sich die Bewohner vergesellschaften lassen. Dabei taucht häufig die Frage auf, ob sich ein Kampffisch und Garnelen gemeinsam halten lassen. Das lässt sich jedoch nicht allgemeingültig beantwortet. Während bei manchen Aquaristen das Zusammenleben friedlich verläuft, müssen Garnelen in einigen Becken vor den fleischfressenden Kampffischen um ihr Leben bangen. Bei einer Größe von ein bis zwei Zentimetern sind die Krebstiere nunmal ein leckerer Snack für die Aquarienfische. Das Vergesellschaften ist also nicht unbedingt erfolgreich. Der Versuch, Kampffisch und Garnelen gemeinsam zu halten, kann zudem ordentlich ins Geld gehen. Immerhin kosten zehn Garnelen schon bis zu 40 Euro.

Kampffisch-Zucht: Wissenswertes zur Vermehrung im Becken

Wenn Sie Kampffische selbst züchten möchten, sollten Sie Kampffisch-Weibchen und Kampffisch-Männchen vor der Paarung zwei bis drei Wochen getrennt voneinander unterbringen. In dieser Zeit vor der eigentlichen Kampffisch-Zucht erhalten die Fische besonders eiweiß- und fettreiches Futter, da die Zucht beiden viel Energie abverlangen wird. Anschließend ist das Zuchtbecken die nächste Station für die Tiere. Auf einen Bodengrund sollten Sie verzichten, da sich hier später Eier verfangen und faulen würden. Schwimmpflanzen hingegen sind wichtig im Zuchtbecken, da sie Rückzugsmöglichkeiten für das Kampffisch-Weibchen bieten. Jetzt setzen Sie die Fische nacheinander in das Zuchtbecken.

Züchten: Nestbau ist Männersache

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten bei der Kampffisch-Zucht: Entweder setzen Sie das Weibchen zuerst ins Becken, damit es sich akklimatisiert oder das Männchen bekommt die Möglichkeit, schon das Nest vorzubereiten. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Schaumnest, das aus Luftblasen gebildet wird, die das Männchen von der Wasseroberfläche zieht. Das Nest wird unter den Blättern der schwimmenden Aquariumspflanzen platziert. Der Bau dauert bis zu zwei Tage. Dann folgt das Weibchen dem Männchen ins Becken. Jetzt kommt es zu einer mehr oder weniger impulsiven Werbung des Männchens um das Weibchen, bei dem es auch mal quer durchs Becken gejagt wird und in den Pflanzen Schutz sucht.

Paarung im Zuchtbecken

Erst wenn das Weibchen senkrechte, dicke Laichstreifen am Körper bildet, ist es paarungsfähig. Nach einigen Scheinpaarungen findet schließlich die eigentliche Paarung unter dem Nest statt, bei der sich Männchen und Weibchen umschlingen und die befruchteten Eier austreten. Das Weibchen fällt dabei kurzzeitig in eine Laichstarre, während das Männchen schon damit beginnt, die Eier aufzusammeln und in das Nest zu legen. Das Weibchen hilft ihm dabei, sollte aber bald das Zuchtbecken verlassen. Das Männchen kümmert sich um das Nest. Nach einigen Tagen schlüpfen die Jungen und ernähren sich vom Dottersack. Jetzt wird es auch für das Männchen Zeit, das Zuchtbecken zu verlassen, damit es seinen Nachwuchs nicht mit Lebendfutter verwechselt. Beim Züchten sollte zudem die richtige Nahrung für den Nachwuchs besorgt werden: Flüssigfutter und später Artemia.

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