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FIP: Unheilbare Krankheit bei Hauskatzen durch Coronaviren

Unheilbare Krankheit  

Mein Kater hat Katzen-Corona – Was das bedeutet

Von Monika Salz

05.02.2020, 10:48 Uhr
FIP: Unheilbare Krankheit bei Hauskatzen durch Coronaviren. Feline Infektiöse Peritonitis (FIP): Wenn die Katze unheilbar krank ist. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/YourNikonMan)

Feline Infektiöse Peritonitis (FIP): Wenn die Katze unheilbar krank ist. (Quelle: YourNikonMan/Thinkstock by Getty-Images)

Coronaviren treten nicht nur bei Menschen auf. Verschiedene Formen können auch bei Tieren schwere Erkrankungen auslösen – wie bei der Hauskatze unserer Autorin.

Wird bei der eigenen Katze eine unheilbare Krankheit diagnostiziert, ist das ein ziemlicher Schock.

Wenn die eigene Katze an FIP erkrankt

Mein kleiner Kater ist jetzt fast eineinhalb Jahre alt. Er ist ein munteres Kerlchen und war immer ein guter Esser. Neben dem üblichen Feucht- und Trockenfutter kommt einmal die Woche frisches Fleisch oder Fisch auf den Teller. Da ist die Vorfreude dann immer besonders groß und der Kleine tanzt vor Aufregung um mich herum.

Doch vor etwa einer Woche änderte sich das. Das Futter war auf einmal gar nicht mehr so interessant, wurde nur ganz langsam und zum Teil auch gar nicht mehr aufgegessen. Mein erster Verdacht war, dass der Kater sich vielleicht den Magen verdorben hatte, ein Problem mit den Zähnen oder einen kleinen Infekt hat. Also ging es ab zum Tierarzt.

Der Tierärztin schilderte ich die Symptome und erklärte, dass ich meinen Kater so gar nicht kenne. Eine kurze Untersuchung zeigte, dass die Zähne in bester Ordnung sind. Auch sonst schien auf den ersten Blick nichts auffällig. Als dann aber die Temperatur gemessen wurde, war schnell klar, dass hier etwas nicht stimmt: 40,3°C, Das ist auch für eine Katze, deren Körpertemperatur normalerweise bei 38° bis 39 °C liegt, sehr hoch. Meine Ärztin schlug eine Blutuntersuchung mittels eines Schnelltests vor.

Nach einer halben Stunde warten waren die Ergebnisse da und die Tierärztin schaute nun sehr besorgt drein. Der hohe Gehalt an Globulinen im Blut war besorgniserregend. Alles sprach für eine Infektion. Zusammen mit dem hohen Fieber und der verminderten Futteraufnahme deute dies auf eine FIP-Infektion hin, wurde mir gesagt.

Danach ging es, um die Vermutung zu untermauern, zum Röntgen der Bauch- und Brusthöhle. Es hatte sich schon so viel Flüssigkeit in der Brusthöhle angesammelt, dass das Röntgenbild ganz verschwommen war. Ein weiteres Anzeichen für die Erkrankung, sagte mir die Ärztin. Der Leidensweg meines kleinen Katers war aber hier noch nicht beendet. Um letzte Gewissheit zu bekommen und auch um dem Tier das Atmen zu erleichtern, musste die Brusthöhle punktiert und die Flüssigkeit abgelassen werden.

Der Schock: Diagnose FIP

Wird bei einer Katze die Feline Infektiöse Peritonitis diagnostiziert, gibt es im Grunde keine Chance auf Rettung. Meine Tierärztin prognostizierte, dass mein kleiner Kater vielleicht noch ein paar Tage bis Wochen leben würde, bevor er durch die Flüssigkeitsansammlung in der Brusthöhle erstickt. Der letzte Weg ist also ihm dieses Schicksal zu ersparen und bei Zeiten den Weg zum Tierarzt zu gehen, um das Tier von seinen Qualen zu erlösen.

Zugelassene wirkungsvolle Therapien gegen die Krankheit gibt es zurzeit noch nicht. Ärzte in den Vereinigten Staaten arbeiten an einem Mittel, das Heilung verspricht, jedoch noch nicht frei erhältlich ist. Hier wurden in einem Versuch mit FIP infizierte Katzen behandelt, von denen ein großer Teil tatsächlich geheilt wurde.

Das feline Coronavirus (FCoV) ist ein Virus, das ausschließlich Katzen befällt. Dieses tragen viele Hauskatzen in sich, was in der Regel ungefährlich für das Tier ist. Übertragen wird das Virus oft vom Muttertier auf die Feten oder Kitten oder aber über Kot und Urin von befallenen Katzen. Erst wenn das Virus mutiert und die Krankheit ausbricht, ist von der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIP) die Rede. Eine Peritonitis ist eine Bauchfellentzündung. Die Krankheit ist bei Katzen noch nicht therapierbar, auf Menschen ist diese Untergattung des Coronavirus aber nicht übertragbar.

Unterschiedliche Coronaviren treten bei vielen Tieren auf

Die Virenfamilie der Coronaviren ist groß und für unterschiedliche Erkrankungen ursächlich. Unterfamilien und Untergattungen des Virus treten bei vielen Tieren auf, neben Katzen und Großkatzen auch bei anderen Säugetieren wie Hunden, Vögeln oder Fischen.

Kein Ansteckungsrisiko für Menschen

t-online.de sprach mit der Berliner Tierärztin Dr. Janine Sommer über die Krankheit und den auslösenden Virus. Während die Krankheit VIP vielen Katzenhaltern ein Begriff ist, ist die Tatsache, dass die Krankheit durch eine Untergattung des Coronavirus ausgelöst wird, nicht so bekannt: "Der Begriff FIP ist eigentlich falsch, denn das feline Coronavirus tragen viele Katzen in sich. Erst wenn die Krankheit ausbricht, spricht man von FIP."

Was kann man tun, um eine Erkrankung zu vermeiden und was, wenn FIP bei der eigenen Katze diagnostiziert wird? "Eine Therapie ist zurzeit noch nicht möglich, ebenso gibt es keine seriöse Impfung gegen die Erkrankung. Ich kenne keine Kollegen, die den nasalen Impfstoff, der auf dem Markt verfügbar ist, noch anbieten."

"Es gibt definitiv keine Möglichkeit, sich bei einer Katze mit Coronaviren anzustecken, hier liegt – anders als bei Toxoplasmose – keine Zoonose vor!", betont Frau Dr. Sommer im Gespräch. Eine Zoonose ist eine vom Tier zum Menschen übertragbare Infektionskrankheit.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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