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So finden Sie den richtigen Spielkameraden für Ihre Katze

dpa-tmn, Sabine Maurer

03.08.2022Lesedauer: 3 Min.
Die Chemie muss passen: Ähnlich wie bei Menschen bedarf es auch bei Katzen eine Portion Sympathie für ein harmonisches Zusammenleben.
Die Chemie muss passen: Ähnlich wie bei Menschen bedarf es auch bei Katzen eine Portion Sympathie für ein harmonisches Zusammenleben. (Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn-bilder)
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Wer mehr als eine Katze zu Hause haben möchte, sollte mit Bedacht auswählen. Sonst kann es schnell anstrengend werden – auch für Herrchen und Frauchen.

Das Sprichwort "Gleich und gleich gesellt sich gern" gilt auch für Katzen. "Allzu große Unterschiede bezüglich Selbstsicherheit und Temperament erweisen sich oft als problematisch", sagt Hester Pommerening vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Beim Zusammenstellen einer Katzen-WG sollte daher auf ähnliche Persönlichkeiten geachtet werden.


Katzen: So verstehen Sie Ihr Tier besser

Schnurrende Katze: Schnurren bedeutet vieles: Zufriedenheit, Hunger, Angst, Schmerz. Die Umstände entscheiden: Liegt die Katze auf dem Schoß, ist sie zufrieden, beim Tierarzt hat sie eher Angst.
Mauzende Kätzchen: Mit dem typischen "Miau" wenden sich Katzen meist an den Menschen. Sie sind sehr klug und merken, dass Menschen über Worte kommunizieren. Also passen sie sich an. Miaut die Katze mit hoher, heller Stimme, fühlt sie sich schwach und braucht meist Aufmerksamkeit. Möchte sie etwas sehr dringend, kommt zum Miauen oft ein Gurren dazu.
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Alter spielt entscheidende Rolle

Auch das Alter muss passen: Ein temperamentvoller Jungspund könne einem Senioren eher schnell auf die Nerven gehen, als ihn zu animieren. Eine Ausnahme von der Regel können ängstliche Katzen sein, die schauen sich manchmal von einem selbstbewussten Artgenossen etwas ab.

Zuerst müssen Herrchen und Frauchen einmal wissen, welchen Charakter die eigene Katze hat, sagt Haustiertrainerin Michaela Asmuß aus dem hessischen Bad Homburg.

  • Ist das Tier gesellig oder lieber für sich?
  • Hat es einen strengen Tagesrhythmus und besteht auf pünktliche Essens- sowie Spielzeiten oder sind ihm Rituale egal?
  • Ist die Katze mutig und neugierig oder eher scheu und schreckhaft?

Die Neue sollte ähnlich ticken.

Rasse kann ersten Hinweis geben

Einen ersten Anhaltspunkt kann die Rasse geben. Wer zu Hause bereits einen Draufgänger hat, sollte sich zum Beispiel keine Britisch Kurzhaar, Perser oder Maine-Coon-Katze ins Haus holen. "Das sind in der Regel ruhige, gechillte Tiere", erklärt Asmuß. Dagegen sind zum Beispiel Siamkatzen oder die Abessinerkatze überwiegend temperamentvoll.

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Unberechenbar: Bei normalen Hauskatzen können alle Charakterzüge auftreten.
Unberechenbar: Bei normalen Hauskatzen können alle Charakterzüge auftreten. (Quelle: imagebroker/imago-images-bilder)

Bei normalen Hauskatzen, also der Europäisch Kurzhaar, sind alle Temperamentsklassen möglich. Ob sie ruhig oder temperamentvoll, scheu oder zutraulich, ängstlich oder mutig sind, hängt von den Genen, dem Verhalten ihrer Mutter und ihren Erlebnissen in den ersten Monaten ab.

Rolle des Geschlechts

Ob das Geschlecht für den Charakter eine Rolle spielt, ist bei den Experten umstritten. So sind laut Pommerening Kater oft selbstbewusster als Katzendamen und pflegen mit ihrem Gegenüber einen eher hartgesottenen Umgang. Daher sind ihrer Meinung nach reine Kater- oder Kätzinnen-WGs am besten.

Asmuß ist da anderer Meinung. Die jeweilige Persönlichkeit sei wichtiger als das Geschlecht, sagt sie. Klar ist jedoch: Die Tiere sollten möglichst kastriert sein.

Anfangs erst beschnuppern

Ist die Entscheidung gefallen, sollten die Tiere ganz behutsam aneinander gewöhnt werden. "Man sollte sie erst den Geruch der jeweils anderen Katze aufnehmen lassen, bevor es dann Sichtkontakt und später eine direkte Begegnung gibt", sagt Pommerening.

Verwöhnprogramm: Um die Tiere bei Laune zu halten, sollten beim ersten Aufeinandertreffen auch Leckerlies zum Einsatz kommen.
Verwöhnprogramm: Um die Tiere bei Laune zu halten, sollten beim ersten Aufeinandertreffen auch Leckerlies zum Einsatz kommen. (Quelle: Eibner Europa/imago-images-bilder)

Die erste Begegnung sollte laut Asmuß am besten an einer Gittertür stattfinden, der Besitzer sollte auf jeden Fall "moderieren". Dazu gehört das Füttern von Leckerlies, Spielen oder – wenn die Katzen es kennen – Clickertraining.

Aufeinandertreffen sollte positive Erfahrung sein

So lernen die Tiere: Immer, wenn die andere Katze da ist, passiert was Tolles. So stufen sie den anderen nicht als Feind ein, der sie vielleicht sogar aus dem Revier vertreiben will. Sollten die Tiere mit dem anderen Bewohner überhaupt nicht einverstanden sein, zeigen sie das deutlich. Solche Katzen grollen oder jaulen, werden groß und steif, das Fell plustert sich auf, das andere Tier wird fixiert – eine unmissverständliche Drohung.

Konfliktpotential: Um Probleme zu vermeiden, sollte das Alter in etwa gleich sein und es sich nicht um unterschiedliche Rassen handeln.
Konfliktpotential: Um Probleme zu vermeiden, sollte das Alter in etwa gleich sein und es sich nicht um unterschiedliche Rassen handeln. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn-bilder)

Erstes Treffen ist wegweisend

"Wenn sie nach vorne gegen das Gitter springen, ist das kein Spiel, sondern der Versuch, den anderen zu vertreiben", weiß Asmuß. Bei einem solchen Verhalten sollte die andere Katze besser doch nicht einziehen.

Läuft schon das Kennenlernen gut, ist ein angenehmes Zusammenleben in Sicht. Dann stupsen die Katzen ihre Näschen aneinander und selbst ein bisschen Fauchen ist normal. Blinzeln die Tiere, wenden sich ab oder legen sich gar hin, ist das ein gutes Omen für künftige Harmonie.

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