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Schulreformerin Margret Rasfeld im Interview

Interview mit Schulreformerin Margret Rasfeld  

"Schule ist ein Angstsystem"

29.07.2016, 10:42 Uhr | Maria M. Held, t-online.de

Interview mit Schulreformerin Margret Rasfeld. (Screenshot: t-online.de)
Schulreformerin: "Schule ist ein Angstsystem"

Die Leiterin der Evangelischen Schule Berlin Zentrum steht für Schule im Aufbrauch.

Schulreformerin: "Schule ist ein Angstsystem"


Margret Rasfeld wurde für ihre "Schule im Aufbruch" mit Preisen ausgezeichnet. Die Berliner Schulleiterin verabschiedet sich in den Ruhestand, kämpft aber weiterhin für eine bessere Bildung. Im t-online-Interview verrät sie, was aus ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die Bildung der Zukunft sind.

Ihr Urteil fällt hart aus: "Schule ist ein Angstsystem. Alle haben Angst, vor allem Eltern." Die Pädagogin kritisiert besonders die frühe Selektion und das, was sie den Seelen der Kinder antut.

Auch an Pisa übt sie Kritik: "Mit Pisa ist die Ökonomisierung in die Bildung eingezogen." Ihre Erklärung dafür: "Wir kleben voll am alten Muster." In Deutschland werde nur "das alte System optimiert, das bringt nichts Neues." Notwendig seien aber völlig neue Formate in der Schule, neue Fächer. Kinder müssten individualisiert lernen. "Aber das Kultusministerium tut nichts anderes, als alles zu vereinheitlichen."

Radikaler Wandel der Lernkultur

Umso mehr ist sie froh, dass es gute Beispiele gibt, wie es auch anders geht - ihre Evangelische Schule Berlin Zentrum gehört dazu. Das verspricht schon der erste Satz auf der Homepage: "Die Evangelische Schule Berlin Zentrum gründete sich mit dem Anspruch einer Reform-Schule mit radikalem Wandel der Lernkultur."

Dazu gehören jahrgangsübergreifende Klassen und völlig neue Schulfächer wie "Verantwortung" oder "Herausforderung", die es neben Mathe, Deutsch oder Englisch gibt. Bei "Verantwortung" bringen sich die Schüler mit sozialer Arbeit in die Gesellschaft ein, zum Beispiel als Spielplatzpaten, in Seniorenkursen oder bei der Betreuung geistig Behinderter. "Herausforderung" bedeutet, dass die Schüler drei Wochen mit 150 Euro überleben müssen und in dieser Zeit ein selbst gewähltes Projekt außerhalb von Berlin meistern sollen, beispielsweise die Mitarbeit auf einem Bauernhof im Ausland. Auch die Anreise müssen sie selbst organisieren.

Ziel ist, die Schüler auf ihre Zukunft vorzubereiten, sagt Rasfeld. Die Lehrer sind dabei Lernbegleiter, die Schüler entscheiden vieles selbst und werden so zu Eigenverantwortlichkeit erzogen.


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