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Kampf gegen Krebs: Verlängern die Pupse des Partners Ihr Leben?


Wissenschaftler untersuchen
Verlängern die Pupse Ihres Partners Ihr Leben?

  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz

Aktualisiert am 02.03.2024Lesedauer: 2 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

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Blähungen: Die im Darm entstehenden Gase haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Umwelt.Vergrößern des Bildes
Blähungen: Die im Darm entstehenden Gase haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Umwelt. (Quelle: sasun bughdaryan/Getty Images)

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bestimmte Gase in Pupsen heilende Wirkungen haben. Was steckt dahinter?

In einer Beziehung verheimlichen Partner nichts voreinander – heißt es. Damit sind nicht nur die Sorgen und Ängste gemeint. Grob gesehen kann es sich hierbei auch um die eigenen Körperausdünstungen handeln, wie beispielsweise Pupse. Jedoch ist nicht jeder begeistert, wenn sein Partner vor ihm furzt. Aber können die stinkenden Gase vielleicht das eigene Leben verlängern?

Zellschutz durch Flatulenz

Die Wissenschaftler der Universität Exeter, Großbritannien, haben herausgefunden, dass die stinkenden Verdauungsgase des Partners – oder natürlich auch von einem selbst – das eigene Leben verlängern könnten. Und zwar, indem man sie einatmet.


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"Obwohl Schwefelwasserstoff als scharfes, schmutzig riechendes Gas in fauligen Eiern und der Flatulenz bekannt ist, wird es natürlich im Körper produziert und könnte in der Tat ein Held im Gesundheitswesen mit erheblichen Auswirkungen auf zukünftige Therapien für eine Vielzahl von Krankheiten sein."


Mark Wood, Biochemiker


Der Grund ist das darin enthaltene, faulig riechende Gas Hydrogensulfid. Es ist ein Bestandteil des menschlichen Pupses und in geringen Mengen gesundheitsfördernd. Denn Hydrogensulfid kann – wohl dosiert – Zellen vor mitochondrialen Schäden schützen, erklärt der an der Studie mitwirkende Biochemiker Mark Wood.

Mitochondriale Schäden führen dazu, dass die Zellen mit weniger Energie versorgt werden und dadurch beschädigt werden oder gar nach und nach absterben. Das bedeutet, dass durch das Einatmen der Flatulenz das Risiko einer Krebserkrankung sowie Herzinfarkte oder Schlaganfälle reduziert werden könnten. Teilweise soll es sogar vor Demenz oder Arthritis schützen können, mutmaßen die Forscher.

"Wenn Zellen durch Krankheiten gestresst werden, ziehen sie Enzyme an, um winzige Mengen Schwefelwasserstoff zu erzeugen. [...] Wenn dies nicht geschieht, sterben die Zellen ab und verlieren die Fähigkeit, das Überleben zu regulieren und Entzündungen zu kontrollieren", erklärt der mitwirkende Forscher Matt Whitemann.

Die Studie wurde im Fachmagazin "Medicinal Chemistry Communications" veröffentlicht.

Pupse einatmen – ja oder nein?

Sollten Sie nun wirklich die Pupse Ihres Partners oder gar Ihre eigenen einatmen, um Krebserkrankungen zu verhindern?

"Nein!", sagt Csaba Szabo, Professorin für Anästhesiologie an der Universität von Texas zu NBC News. Die Studie beruht auf Experimenten in Petrischalen sowie mit Mäusen. Sie sei demnach nicht derart aussagekräftig, wie viele vielleicht glauben möchten.

Zwar stimmt die Wissenschaftlerin zu, dass Hydrogensulfid die Gefäßfunktion, Entzündungsreaktionen und Neuroübertragungen im Gehirn regulieren und demnach auch Krebszellen beeinflussen. "Aber keine dieser Forschungen sagt, dass man die Fürze einatmen sollte", so Szabo.


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"Aber keine dieser Forschung sagt, dass man die Furze einatmen sollte."


Csaba Szabo, Biochemikerin


Sie erklärt: "Wenn man Krebszellen im Labor mit Schwefelwasserstoff oder einer Verbindung, die Schwefelwasserstoff produziert, inkubiert, kann man zwei Dinge tun. Bei niedrigeren Konzentrationen kann man die Zellen stimulieren und bei den höheren Konzentrationen kann man die Zellen abtöten."

Hinzu kommt, dass bestimmte Krebszellen selbst Schwefelwasserstoff produzieren. Sie nutzen das Gas, um zu wachsen und zu überleben. Eine richtige, zusätzliche Dosierung wäre demnach nicht möglich. Dennoch schließt Szabo nicht aus, dass zukünftig bei Krebstherapien auch Schwefelwasserstoff zum Einsatz kommt. Das bedarf jedoch noch etwas Forschungsarbeit.

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