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Schöne Liebesgedichte, die das Herz erwärmen

Romantische Lyrik  

Schöne Liebesgedichte, die das Herz erwärmen

07.02.2019, 17:05 Uhr | hs, t-online.de

Schöne Liebesgedichte, die das Herz erwärmen. Verliebtes Paar: Schon wenige poetische Zeilen können für das besondere Prickeln sorgen. (Quelle: Getty Images/courtneyk)

Verliebtes Paar: Schon wenige poetische Zeilen können für das besondere Prickeln sorgen. (Quelle: courtneyk/Getty Images)

Drei Worte sind es, die die Welt bewegen. Und dennoch: Es gibt unendlich viele Möglichkeiten "Ich liebe dich" zu sagen. Verse, mit denen Sie Ihren Schatz verzaubern können.

Liebende sehnen sich danach, ihre Gefühle in schmeichelnde, einfühlsame Worte zu fassen. Hier finden Sie eine Auswahl schöner Liebesgedichte für Sie und Ihn.

Romantische Liebesgedichte

Du bist die Sonne, die nicht untergeht
Du bist der Mond, der stets am Himmel steht
Du bist der Stern, der, wenn die andern dunkeln
Noch überstrahlt den Tag mit seinem Funkeln

Du bist das sonnenlose Morgenrot
Ein heitrer Tag, den keine Nacht bedroht
Der Freud und Hoffnung Widerschein auf Erden
Das bist du mir, was kannst du mehr noch werden?

(Hoffmann von Fallersleben, deutscher Dichter, 1798 bis 1874)

Die schönsten Gedichte und Sprüche zum Valentinstag finden Sie hier.

Es ist Nacht

Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir,
hält's nicht aus,
hält's nicht aus mehr bei mir.

Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.

Dort erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.

(Christian Morgenstern, deutscher Dichter, 1871 bis 1914)


Jetzt in diesem Augenblick
ohne Gedanken an Zukunft
wird die Sekunde kürzer als ein Flügelschlag.
Während Sterne vom Himmel fallen
und du mich küsst, löst sie sich auf
und kommt als Welle auf den Meeren
als Minute zurück.

(Friedrich Schiller, deutscher Dichter, 1759 bis 1805)


Du bist wie eine Blume,
So hold und schön und rein;
Ich schau dich an, und Wehmut
Schleicht mir ins Herz hinein.
Mir ist, als ob ich die Hände
Aufs Haupt dir legen sollt,
Betend, daß Gott dich erhalte
So rein und schön und hold.

(Heinrich Heine, deutscher Dichter, 1797 bis 1856)

Kurze Liebesgedichte

Im Zeitalter des Internets sind Liebesbriefe keinesfalls out. Nur der Kommunikationskanal ist ein anderer. Sie ist direkter und kürzer geworden. Moderne Formen der Liebesbriefe sind SMS, Chats und E-Mails.

Junge Frau mit Handy: Schon wenige romantische Zeilen per Messenger können das Herz erwärmen. (Quelle: Getty Images/Geber86)Junge Frau mit Handy: Schon wenige romantische Zeilen per Messenger können das Herz erwärmen. (Quelle: Geber86/Getty Images)

Ein auf dem Handy geschriebener Liebesbrief transportiert in kürzester Form und auf kürzestem Weg Gefühle von Liebe, Sehnsucht und Verlangen. Der Reiz liegt in der Beschränkung auf das Wesentliche. Hier zwei kurze Klassiker aus der analogen Zeit:


Zweifle an der Sonne Klarheit,
Zweifle an der Sterne Licht,
Zweifl’, ob lügen kann die Wahrheit,
Nur an meiner Liebe nicht.

(William Shakespeare, englischer Dichter, 1564 bis 1616)


Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

(Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 bis 1832)

Unser Tipp
Falls Sie den Spruch in einer SMS oder bei WhatsApp verfassen, nutzen Sie auch Satzzeichen, um Ihre Botschaft zu unterstreichen; zum Beispiel mit einer Rose: @)-,-'-,--.

Dichterdenkmal vor dem Theater in Weimar: Darstellung von Goethe (links) mit seinem Freund Schiller. (Quelle: Getty Images/clu)Dichterdenkmal vor dem Theater in Weimar: Darstellung von Goethe (links) mit seinem Freund Schiller. (Quelle: clu/Getty Images)

Liebesgedichte von Goethe

Ein Großmeister der Liebeslyrik ist Johann Wolfgang von Goethe, der in seinem Leben eine Vielzahl romantischer Gedichte verfasste. 

Willkommen und Abschied

Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh gedacht.
Der Abend wiegte schon die Erde,
Und an den Bergen hing die Nacht;
Schon stand im Nebelkleid die Eiche,
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsternis aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
Die Winde schwangen leise Flügel,
Umsausten schauerlich mein Ohr;
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
Doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!

Dich sah ich, und die milde Freude
Floss von dem süßen Blick auf mich;
Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und jeder Atemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich – ihr Götter!
Ich hofft' es, ich verdient' es nicht!

Doch ach, schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen welche Wonne!
In deinem Auge welcher Schmerz!
Ich ging, du standst und sahst zur Erden
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!

(Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 bis 1832)


Neue Liebe, neues Leben

Herz, mein Herz, was soll das geben?
Was bedränget dich so sehr?
Welch ein fremdes, neues Leben!
Ich erkenne dich nicht mehr.
Weg ist alles, was du liebtest,
Weg, warum du dich betrübtest,
Weg dein Fleiß und deine Ruh –

Fesselt dich die Jugendblüte,
Diese liebliche Gestalt,
Dieser Blick voll Treu und Güte
Mit unendlicher Gewalt?
Will ich rasch mich ihr entziehen,
Mich ermannen, ihr entfliehen,
Führet mich im Augenblick,
Ach, mein Weg zu ihr zurück.

Und an diesem Zauberfädchen,
Das sich nicht zerreißen läßt,
Hält das liebe, lose Mädchen
Mich so wider Willen fest;
Muß in ihrem Zauberkreise
Leben nun auf ihre Weise.
Die Verändrung, ach, wie groß!
Liebe! Liebe! laß mich los!

(Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 bis 1832)

Liebesgedichte von Rilke

Rainer Maria Rilke war ein einfühlsamer Dichter, der viele Liebesgedichte geschrieben hat. Noch heute berühren seine empfindsamen Verse unsere Herzen.

Bei dir ist es traut

Bei dir ist es traut:
Zage Uhren schlagen
wie aus weiten Tagen.
Komm mir ein Liebes sagen –
aber nur nicht laut.

Ein Tor geht irgendwo
draußen im Blütentreiben.
Der Abend horcht an den Scheiben.
Laß uns leise bleiben:
Keiner weiß uns so.

(Rainer Maria Rilke, geboren in Österreich-Ungarn, 1875 bis 1926)


Mein Herz

Ich weiß nicht, was ich habe,
mir ist ums Herz so schwer…
Ums Herze? Ach was sag ich –
ich hab doch keines mehr.
Seit ich, mein Glück, dich kenne,
du süßes Liebchen mein,
vom ersten Augenblicke
an wars ja doch schon dein.
O mögst du es behalten,
damit es stets so blieb –
es soll ja dir gehören,
nur dir, mein süßes Lieb!
Giebs nie mehr mir zurücke –
es schlägt dir ja in Treu –
und willst du’s nicht mehr haben
mein Schatz, dann brichs entzwei.

(Rainer Maria Rilke, geboren in Österreich-Ungarn, 1875 bis 1926)

An die Geliebte

Du kommst mir hoch vom Hang entgegen
im Feierkleid, im weißen Kleid;
sein wellenweiches Faltenlegen
rauscht in die Aveeinsamkeit.

Ein Grüßen blüht auf deinem Munde,
ein Winken weht von deiner Hand,
und durch des Abends rote Stunde
führst du das Glück ins kühle Land...

(Rainer Maria Rilke, geboren in Österreich-Ungarn, 1875 bis 1926)


Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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