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Das ist die wirkliche Zerreißprobe für eine Beziehung

MEINUNGKolumne "Lust, Laster und Liebe"  

Das ist die wirkliche Zerreißprobe für eine Beziehung

Eine Kolumne von Jennifer Buchholz

31.07.2019, 14:07 Uhr
Das ist die wirkliche Zerreißprobe für eine Beziehung. Pärchen hält Händchen: Für eine glückliche Partnerschaft ist ein guter Schlaf wichtig – und umgekehrt.  (Quelle: Getty Images/franckreporter)

Pärchen hält Händchen: Für eine glückliche Partnerschaft ist ein guter Schlaf wichtig – und umgekehrt. (Quelle: franckreporter/Getty Images)

Nein, der gemeinsame Urlaub ist nicht entscheidend darüber, ob ein Pärchen zusammenpasst. Es ist etwas ganz Alltägliches, das entscheidet, ob man zusammenbleiben oder sich schleunigst trennen sollte: die jeweiligen Schlafgewohnheiten.

Laut einer Untersuchung der University of Washington trennen sich viele Paare zur Haupturlaubszeit. Und auch für Paartherapeuten ist das Thema nicht neu oder überraschend: Schließlich verbringen beide im Urlaub fast rund um die Uhr Zeit miteinander, haben dabei aber unterschiedliche Erwartungen an ihren Trip. Auch zum Sex kommt es in dieser Zeit viel seltener, als es sich viele wünschen.

Allerdings finde ich nicht, dass gerade der Urlaub Paare vor eine Zerreißprobe stellt. Schlimmer sind für mich die gemeinsamen Nächte beziehungsweise die jeweiligen Schlafgewohnheiten: Mögen Sie Ihr Schlafzimmer hell oder dunkel, kalt oder warm? Gehen Sie früh oder lieber spät zu Bett? Sind Sie Langschläfer? Frühaufsteher oder eher eine Nachteule? Und wie sieht es bei Ihrem Partner aus? Bestimmt gibt es dort den ein oder anderen Punkt, den Sie ändern, sobald Ihr Partner mal nicht mit Ihnen zusammen im Zimmer schläft.

Darum ist der gemeinsame Schlaf beziehungsentscheidend

Sicher, man kann Kompromisse eingehen: Zu unterschiedlichen Zeiten ins Bett gehen oder verschiedene Matratzen kaufen – hart und weich. Können keine zufriedenstellenden Kompromisse eingegangen werden, bringt das Unterdrücken der eigenen Schlafgelüste nur Ärger, schlechte Laune und Streit. Denn im Gegensatz zur "Zerreißprobe gemeinsamer Urlaub" ist der gemeinsame Schlaf nicht auf einen begrenzten Zeitraum festgelegt. Darüber hinaus hat man nicht frei und kann dementsprechend nicht ausschlafen: Am nächsten Tag muss man ausgeruht für den Job, fit fürs Training und wach und unternehmungslustig für Freunde und Familie sein.

Nach mehreren Wochen mit kaum erholsamen Nächten leiden nicht nur die Laune, die Freunde und die Kollegen. Nein! Das geht auch auf die Gesundheit. Eine schlechte Schlafqualität kann zu Depressionen, Bluthochdruck und Diabetes führen sowie die Sterblichkeit erhöhen.
 
Der eigene Partner bleibt ebenfalls kaum von der Müdigkeit und schlechten Laune verschont. Und dadurch schließt sich der Teufelskreis: Wenn beide ständig schlecht gelaunt sind und ein dünnes Nervenkostüm haben, wie können sie dann auf die Bedürfnisse des anderen eingehen und mit ihm eine schöne Zeit verbringen? "Ja, wir streiten uns ständig, gehen schnell an die Decke und für Unternehmungen sind wir zu müde." – Wie soll das funktionieren?

Das frage nicht nur ich mich. Es gibt hierzu mehrere Umfragen, beispielsweise der Statista GmbH: Darin geben etwa ein Drittel der befragten Paare an, immer allein zu schlafen. Das merkt nur keiner, weil am nächsten Tag die Decke und das Kissen fein säuberlich zurückgeräumt werden oder die Tür zum Ausweichschlafzimmer fest verschlossen bleibt, wenn Besuch kommt. Es soll bloß keiner mitbekommen, dass es zwei Schlafzimmer gibt, sonst glauben die Leute, in der Beziehung kriselt es. Dabei sind die Gründe für mich absolut nachvollziehbar: um dem Schnarchen des Partners zu entgehen, wegen verschiedener Einschlafrituale (zum Beispiel laufender Fernseher) sowie unterschiedlicher Aufstehzeiten. 

Trennung auf Schlafenszeit 

Klar, es gibt viele verschiedene Faktoren, die eine glückliche Beziehung ausmachen: Vertrauen, Akzeptanz sowie Toleranz und Harmonie, aber auch eine gute Streitkultur. Doch auch wenn alle Punkte gegeben sind, kann die Beziehung auf Dauer nur funktionieren, wenn es beiden gut geht – psychisch und physisch. 



Sind Sie mit den meisten Faktoren in Ihrer Beziehung vollkommen zufrieden und ist nur der gemeinsame Schlaf ein Störfaktor zwischen Ihnen beiden, müssen Sie nicht gleich darüber nachdenken, Ihren Partner zu verlassen. Stattdessen können Sie eine Trennung auf Zeit, also die Schlafenszeit, durch zwei getrennte Schlafzimmer vorschlagen – und das vielleicht auch im gemeinsamen Urlaub.


Jennifer Buchholz, Redakteurin bei t-online.de, schreibt in ihrer Kolumne "Lust, Laster, Liebe“ über Liebe, Partnerschaft und Sex.




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