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Sind behaarte Männerkörper sexy?

MEINUNGKolumne "Lust, Laster und Liebe"  

Sind behaarte Männerkörper sexy?

Sind behaarte Männerkörper sexy? . Körperbehaarug: Einige schütteln beim Anblick eines wild bewachsenen Männerrückens den Kopf oder wenden sich angeekelt ab. (Quelle: Getty Images/AHMET YARALI)

Körperbehaarung: Einige schütteln beim Anblick eines wild bewachsenen Männerrückens den Kopf oder wenden sich angeekelt ab. (Quelle: AHMET YARALI/Getty Images)

Sie sprießen überall: Haare. Besonders bei Männern scheinen sie manchmal den gesamten Körper zu bewuchern: Mit zunehmendem Alter breitet sich der dunkle Pelz auch auf der Brust, dem Bauch und dem Rücken aus. Ist das sexy?

Noch sind sie von dicken Pullovern verdeckt. Doch sobald die Temperaturen es einigermaßen zulassen, zeigen sie sich: entblößte, haarige Oberkörper von Männern. Dann scheint es so, als ob jeder noch so kleine Sonnenstrahl beim Joggen, Spaziergang im Park oder auf dem Trimm-Dich-Pfad eingefangen werden soll. Die Variationsmöglichkeiten der Männer-Behaarung sind zahlreich: Von vollständig rasiert bis zu aufwendig gestutzt oder natürlich ist alles dabei. Doch nicht jeder findet diese Freizügigkeit gut. Bei einigen stoßen haarlose Brustmuskeln auf Ablehnung, andere wiederum schütteln beim Anblick eines wild bewachsenen Männerrückens den Kopf oder wenden sich sogar angeekelt ab. Letztere empfinden die natürliche Körperbehaarung als unsexy. Dabei gibt es auch viele Fans von behaarten Männern. Gibt es ein zu viel oder auch zu wenig?

Feiert die männliche Körperbehaarung ein Comeback?

Wie Frisuren unterliegt auch die männliche Körperbehaarung dem Zeitgeist: In den 60er- und 70er-Jahren galt ein behaarter Männerkörper wie der von Tom Selleck als sexy. In den 90ern hingegen stieg die Bereitschaft, die eigenen Körperhaare zu entfernen, deutlich an. Schließlich sollte der gestählte Körper nicht von einem dunklen Pelz verdeckt werden. Der blitzblank enthaarte Body von Calvin Klein-Model Marky Mark war das Schönheitsideal der 90er Jahre. Seit einigen Jahren schon prophezeiten Experten die Rückkehr des Wildwuchses auf Männerkörpern.

Bisher behielten Trendforscher aber nicht vollkommen Recht. Zwar erlebt die Körperbehaarung beim Mann in abgeschwächter Form ein Comeback. Aber mit einem Wildwuchs hat das nichts zu tun. Stattdessen wird gekonnt gestutzt, rasiert und in Szene gesetzt. Für Männer gilt: Körperhaare sind nur an ganz bestimmten Stellen und in gewissem Maße einer gewissen Menge geduldet. Frauen denken ähnlich über das andere Geschlecht: Das Brusthaar sollte getrimmt, der Intimbereich gepflegt und frisiert und die Achselhaare zurückgeschnitten oder ganz rasiert sein. Rückenhaare haben bei Frauen kein gutes Ansehen, Bein- und Armbehaarung hingegen schon, so das Ergebnis mehrerer Umfragen.

Ein ungebändigter Körperhaarwuchs gilt als ungepflegt und ist nicht erwünscht (97,5 Prozent). Allerdings sind es nicht nur die Wünsche der Frauen, die einige Männer den Rasierer schwingen lassen: Das eigene Wohlbefinden und die Ästhetik sind die Hauptgründe für die Frisierarbeit beim Körperhaar.

Der Haken an dem Thema

All dies zeigt: Das Ansehen der Körperbehaarung ist kulturell und gesellschaftlich geprägt. Es unterliegt Modetrends und einer wechselnden Definition, was ästhetisch ist und was vielleicht nicht. Ihren eigentlichen, biologisch geprägten Sinn erfüllt sie in der westlichen Welt schon lange nicht mehr. Darüber hinaus gibt es ja immer auch noch Männer, die nicht mal drei Haare auf der Brust haben. Oder diejenigen, die so viel Pelz mit sich herumtragen, dass sie gar nicht wüssten, wo sie mit dem Rasieren, Stutzen und Co. anfangen sollten. Zudem sind Rasurpickelchen, geschädigte Haut durch Epilation und Waxing oder eingewachsene Haare auch nicht gerade sexy.

Wo und wie viel Körperbehaarung beim Mann okay ist? Das kann nur jeder für sich selbst beantworten. Zumindest eins kann Mann aus den Umfragen und Diskussionen mitnehmen: Für jede Art der Körperbehaarung findet sich ein (weiblicher oder männlicher) Fan.

Jennifer Buchholz, Redakteurin bei t-online.de, schreibt in ihrer Kolumne "Lust, Laster, Liebe" über Liebe, Partnerschaft und Sex.


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